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Die Schrankenwärter-Zeit ist vorüber

Neuer Tunnel für die Kröten Die Schrankenwärter-Zeit ist vorüber

Ganz still und heimlich ist eine Ära zu Ende gegangen. Ab der neuen Wandersaison der Kröten müssen in Lahntal die Naturschützer nicht mehr bei Wind und Wetter raus, um Schranken zu öffnen und zu schließen.

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Joachim Backhaus begutachtet die umfangreichen Bauten, die Kröten, die bisher über die K 84 wanderten, künftig einen sicheren Weg unter der Straße hindurch zu den Laichplätzen bieten.

Quelle: Götz Schaub

Lahntal. Wer sich dafür entscheidet, in der Ortsgruppe Lahntal des Naturschutzbundes (Nabu) Deutschland tätig zu werden, der weiß, dass Umweltschutz durchaus Arbeit macht und Zeit kostet, aber auch viel Spaß bereitet und einem das gute Gefühl gibt, etwas Sinnvolles für Mensch, Tier und Umwelt getan zu haben. Und so kann sich Joachim Backhaus, derzeitiger Vorsitzender der Nabu-Gruppe Lahntal, immer darauf verlassen, dass sich genügend Mitstreiter für anliegende Arbeitseinsätze finden lassen.

Der Verein verfügt immerhin über 23,7 Hektar Grünland und drei Hektar Streuobstwiesen sowie 3,7 Hektar gepachtetes Grünland und vier Hektar gepachtete Streuobstwiesen. Natürlich kann man auch einfach nur förderndes Mitglied sein, und die sind ja auch sehr wichtig. Also von den knapp 300 Mitgliedern sind rund 40 richtig aktiv, leisten im Jahr rund 1000 Arbeitsstunden für den Naturschutz. Eine in den vergangenen Jahren immer wiederkehrende Arbeit gehört ab diesem Jahr aber der Vergangenheit an.

Neues Leitsystem für Kröten und Frösche

Die im Zuge der B-252-Ortsumgehung grundlegend sanierte Kreisstraße 84 zwischen Sterzhausen und Wetter verfügt nun über ein Leitsystem für Kröten und Frösche, wenn sich diese im zeitigen Frühjahr zu ihren Laichplätzen aufmachen. So müssen sie jetzt nicht mehr über die Straße, sondern können ganz bequem durch Unterführungen wandern. „Es ist schön, dass das so geklappt hat“, freut sich Backhaus.

Sicher werde der Nabu mal schauen, wie die Kröten ihren neuen sicheren Wanderweg annehmen, aber das ständige Pendeln zur K 84, um morgens die Schranke zu öffnen und abends für den Autoverkehr wieder zu schließen, entfällt. „Die Schranke hatten wir erst seit 2009 in ­Betrieb. Davor hatten wir seit 1994 Poller im Einsatz, die immer hin- und wieder zurückgeschoben werden mussten. Seit 1994 war die Straße jedes Jahr zur Zeit der Amphibienwanderung nachts für den Autoverkehr gesperrt. Das war seinerzeit einmalig im Landkreis.

Nabu Lahntal pflegt 800 bis 900 Obstbäume

Der Bau der neuen B 252 zieht den Nabu für die nächsten Jahre, Backhaus rechnet derzeit mit 15, in das mit dem Bau damit verknüpfte Flurbereinigungsverfahren, weil der Nabu einige Grundstücke zugunsten der neuen Straßen abgeben musste. „Wir können derzeit noch nicht sagen, was wir da angeboten bekommen“, sagt Backhaus. Bis dahin gibt es aber keinen Müßiggang. Unter anderem gilt es, zwischen 800 und 900 Obstbäume zu pflegen. „Natürlich nicht alle auf einmal. Aber jeder Baum sollte in einer Zeit von fünf bis sechs Jahren auch einmal dran gewesen sein“, sagt Backhaus. Das bedeutet aktuell bis März, dass alle 14 Tage am Wochenende Obstbäume geschnitten werden.

Das erste Apfelfest im vergangenen Jahr wertete Backhaus als großen Erfolg: „Wir haben vier Tonnen Äpfel verpresst und sind den Saft in kurzer Zeit los geworden. Das zeigt, die Menschen hier legen schon Wert auf Qualität.“ Des Weiteren beschäftigen sich die Naturschützer mit der Nistkästen-Säuberung und teilweisen -Erneuerung sowie mit der Pflege des drei Kilometer langen Naturlehrpfades bei Goßfelden. 670 Nistkästen hält der Nabu für die Vogelwelt vor. Bei den Helfern mit dabei sind auch Jugendliche. Seit 2014 betreuen Dana Schabo, Ilka Heuck und Theresa Spatz die Nachwuchs-Naturschützer.

 
Hintergrund
Wer sich für die Arbeit des Nabu Lahntal interessiert, kann sich im Internet unter www.nabu-lahntal.de informieren. Der Vorsitzende Joachim Backhaus ist unter Telefon 0 64 23 / 24 50 zu erreichen oder per Mail unter backhaus-joachim@t-online.de.

von Götz Schaub

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