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Der Putz fällt schon von der Decke

Kirchenrenovierung Der Putz fällt schon von der Decke

Die Kirche in Schwarzenborn ist ein echtes Schmuckstück. Damit sie auch innen wieder wie ein Schatz erstrahlt, sammeln die Schwarzenborner derzeit eifrig Geld.

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Annemarie Maue und Rudolf Schneider vom Kirchenvorstand sind unglücklich über den Zustand ihrer kleinen Kirche: Der Putz fällt von der Decke, die Wände brauchen einen frischen Anstrich. Ein Benefizkonzert soll das nötige Geld bringen.Foto: Patricia Grähling

Quelle: Patricia Graehling

Schwarzenborn. In dem kleinen Cölber Ortsteil Schwarzenborn hängen die Menschen an ihrer Kirche. Das kleine Gotteshaus ist ein hübsches Kleinod mit einer langen Geschichte. „Das Kirchenschiff wurde im 13. Jahrhundert erbaut“, erklärt Annemarie Maue vom Kirchenvorstand. Bei den Außenrenovierungen der Kirche im vergangenen Jahr sei das untersucht worden. Der Chor wurde in der Zeit der Gotik angebaut. Nach Zerstörungen im 17. Jahrhundert am Dach sei die Kirche viele Jahre nicht genutzt worden, bevor die Schwarzenborner sie 1746 wieder herrichteten. „Seither ist das Gebäude unverändert geblieben“, sagt Rudolf Schneider aus dem Kirchenvorstand.

1500 Euro fehlen den Schwarzenbornern noch

Von außen ist das alte Gemäuer nun seit einem Jahr wieder schick. Innen allerdings sieht man der Kirche ihr Alter an. Putz ist von der Decke gefallen und legt den Lehm dahinter frei, der Lack an den grau-grünen Bänken platzt hier und da ab. Kein Wunder also, dass die Schwarzenborner ihre Kirche auch von innen wieder aufhübschen wollen. Und dafür setzen sie sich mit Herzblut ein: „Insgesamt 10000 Euro Spenden wollen wir bis zum 15. November zusammenbekommen“, erklärt Maue. Das gesamte Geld, das bis dahin auf dem Spendenkonto eingegangen ist, werde dann vom Kirchenerhaltungsfonds verdoppelt. Derzeit liegen 8500 Euro auf dem Konto.

„Es ist schon eine beachtliche Summe zusammengekommen“, freut sich Maue. Schließlich habe der Ort nur 115 Einwohner. Viele Familien hätten aber Geld für den Erhalt ihrer kleinen Kirche gespendet. Einnahmen seien zudem über Backhausfeste und die Spende von Geburtstagskindern zusammengekommen, die sich Geld für die Kirche gewünscht hatten. „Wir haben sogar Spenden von den Menschen anderer Dörfer bekommen“, freut Maue sich.

Der Kirchenvorstand hofft nun, in den letzten Tagen noch die fehlende Summe zusammenzubekommen. Daher lädt die Kirchengemeinde Schönstadt – der Schwarzenborn angehört – zu einem Benefizkonzert zugunsten der Innenrenovierung ein. Das Konzert findet statt am Samstag, 5. November, um 18 Uhr. Klassisch, fröhlich und geistlich soll es unter dem Titel „Musik für die Seele“ zugehen in der Martinskirche in Schönstadt. „Unsere Kirche in Schwarzenborn ist leider zu klein für ein Konzert“, erklärt Maue. Für die musikalische Unterhaltung sorgen der Bläserchor Schönstadt, die Flötengruppe Klangvoll der Musikschule Stadtallendorf und der Chor „Schöne Töne“, der ein Medley aus dem Musical „Joseph“ von Andrew Lloyd Webber singen wird. „Das ist schon ein Highlight des Abends“, freut sich Maue auf den Gesang. Der Eintritt ist frei, um Spenden für die Renovierungsarbeiten wird gebeten.

Hinter dem Konzert und den Spendensammlungen steht der Förderkreis Kirche Schwarzenborn. „Wir haben uns vor vier Jahren gegründet, als wir von der Landeskirche die Genehmigung für die Renovierung bekommen haben“, sagt Maue. „Wir wollen die Gelegenheit nutzen und die Kirche etwas heller gestalten.“ Daher beteiligten die Schwarzenborner sich an der Finanzierung. Laut Rudolf Schneider vom Kirchenvorstand sollen die kompletten Innenrenovierungsarbeiten rund 85000 Euro kosten. Die Landeskirche veranschlagt rund 65000 Euro für die Arbeiten. Den Rest wolle der Förderkreis aus Spenden und dem Kirchenerhaltungsfonds beisteuern.

„Die Wände sollen gesäubert und ausgebessert werden, bevor sie mit Kalkfarbe hell gestrichen werden“, erklärt Schneider. Auch die Elektroinstallationen müssten modernisiert werden. Ein Wunsch der Schwarzenborner ist es, bei der Renovierung auch die Kirchenbänke wieder in ihren Ursprungszustand zurückzuversetzen. Noch sind sie in einer grau-grünen Farbe gehalten. „Aber überall ist die Farbe abgeplatzt, und da sieht man, dass die Bänke eigentlich hellgrau waren“, sagt Annemarie Maue. Diese Farbe solle wiederhergestellt werden, die Bänke so erscheinen wie vor vielen Jahrhunderten.

„Wir sind stolz auf unsere Kirche und wollen sie wieder richtig schön machen“, sagt Maue. Schließlich werde das Gotteshaus noch regelmäßig genutzt. Alle 14 Tage wird dort der Gottesdienst gefeiert, es finden Taufen und Hochzeiten statt. Und ein neues Ziel haben die Schwarzenborner auch schon: Nach der Innenrenovierung solle die Orgel von 1885 überholt werden, verrät Schneider.

von Patricia Grähling

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