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Den Einwohnerverlust ausgleichen

Ortsbeiratssitzung Schönstadt Den Einwohnerverlust ausgleichen

Nur selten in der Vergangenheit erfuhr eine Schönstädter Ortsbeiratssitzung mehr Aufmerksamkeit als die abschließende Sitzung des Jahres.

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Volker Carle (Zweiter von links) und Hannes Weber (Dritter von links) führten die Diskussion an.Foto: Henkel

Schönstadt. Zum Thema des Abends, der Unterbringung von Flüchtlingen im kommenden Jahr, waren knapp 50 Schönstädter gekommen, die im großen Saal des Gemeinschaftshauses den Ausführungen von Ortsvorsteher Hannes Weber zuhörten. Nach den Mitteilungen des Gemeindevorstands von Bürgermeister Volker Carle im Schnelldurchlauf, kam der gastgebende Ortsvorsteher schnell zum Thema.

Im kommenden Jahr, so eine Ankündigung aus dem Kreishaus, muss Cölbe weitere 200 Flüchtlinge aufnehmen. Klar, dass Schönstadt als zweitgrößter Ortsteil anteilsmäßig berücksichtigt werden wird, meinte Weber. Er rechnet den Schönstädter Anteil auf rund 50 bis 100 Personen und sieht die Flüchtlinge als große Chance, den Einwohnerverlust der vergangenen zehn Jahre wieder aufzuholen.

„Sie können eine Bereicherung für Schönstadt darstellen“, sagte er und erinnerte an die Bedenken der Schönstädter beim Einzug der suchtkranken Mitmenschen bei „Synanon“, die eine heruntergekommene Liegenschaft auf Vordermann gebracht haben. Durch den ökologischen Landbau und aufbauende weitere Dienstleistungsangebote wie Bäckerei, Metzgerei und Käserei haben sie die ökologische Nahrungsmittelproduktion im Landkreis bereichert und zur Erhaltung der Infrastruktur des Ortes beigetragen.

Belegung öffentlicher Gebäude ist nur Plan B

Die Aufnahme von vielen Flüchtlingen sei jedoch nicht so ohne weiteres möglich. In Schönstadt gebe es bis auf ganz wenige Ausnahmen keinen Leerstand und wenig Wohnraum. „Wir gehören zum Speckgürtel von Marburg“, stellte Bürgermeister Carle fest. Als Beleg führte er an, dass sich der Altersdurchschnitt der Einwohner in den vergangenen zehn Jahren um drei Jahre verjüngt habe. „Derzeit sind wir dabei, die in der Bevölkerung angefragten Wohnmöglichkeiten auf ihre Eignung zu prüfen“, berichtete das Gemeindeoberhaupt und beschrieb die Anforderungen an eine Flüchtlingsunterkunft und auch die Bezahlung dafür.

Da in keinem Ortsteil wegen der Flüchtlinge eine neue Siedlung entstehen soll, denke man über die Verdichtung von Wohnraum in der Ortslage nach. Gegebenenfalls müsse in Modulbauweise neuer Wohnraum geschaffen werden, so Carle. Wie, wo und mit wem eventuell gebaut werden wird, soll am Monatsende feststehen.

Danach gab der Ortsvorsteher das Signal zu einer Fragerunde aus der Bevölkerung. Da nur zögerlich erste Fragen eingingen, meldete sich der Vorsitzende des Cölber Arbeitskreises für Flüchtlinge Dr. Kurt Bunke zu Wort und berichtete über die Arbeit der rund 70 freiwilligen Helfer aus der Kommune, die sich um die derzeit in Cölbe lebenden Flüchtlinge kümmern.

Auf alle Fragen nach Kindergartenplätzen, Religion, eventueller Belegung des Bürgerhauses und Mobilität hatte Bürgermeister Carle stets eine Antwort parat und zeigte, dass die Gemeinde Cölbe sich dem Thema vorausschauend stellt. Die Belegung öffentlicher Gebäude, wie dem Schönstädter Bürgerhaus sei nur Plan B, aber bereits mit den Mitarbeitern des Bauhofs besprochen, berichtete er. Die Mitnutzung von Räumlichkeiten der Kirchengemeinde sei durchaus erwünscht.

von Heinz-Dieter Henkel

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