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Dem Vorsitzenden kommen die Tränen

Grenzgang Dem Vorsitzenden kommen die Tränen

Jetzt dauert es sieben Jahre, bis in Wollmar wieder so schön gefeiert werden kann. Doch das Dorf wird von den positiven Erfahrungen rund ums Grenzgangfest auch noch lange zehren können. Davon ist der Vorsitzende Klaus-Peter Fett überzeugt.

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Nach fünf Festtagen klang gestern der Grenzgang in Wollmar aus. Die Burschen schwenkten die Hüte zum Abschied.

Quelle: Thorsten Richter

Wollmar. Das Festzelt ist noch einmal gut gefüllt. Es ist der Tag der Wollmarer, die ganze Spannung fällt von den Akteuren ab. Und die Menschen feiern ausgelassen und in richtiggehend familiärer Atmosphäre mit den Besuchern aus den Dörfern ringsum. Die Grenzgangburschen lassen die Beteiligten hochleben und hieven sie auf einen großen Grenzstein im Festzelt. Dann gibt‘s einen Schnaps.

„Heute wird es noch mal ein langer Festtag“, sagt Klaus-Peter Fett, Vorsitzender des Grenzgangvereins. Er ist glücklich über die Tage, die hinter Wollmar liegen. „Jeder sagt, es sei ganz überwältigend gewesen“, schwärmt er mit heiserer Stimme, „Jung und Alt sind sich da einig“. Und dann kommen ihm die Tränen vor lauter Stolz und Rührung. „Sie müssen sich das mal vorstellen, 65 Menschen aus vier Generationen beim Hochzeitszug in Trachten“, erklärt Fett, erinnert an den stehenden Festzug am Sonntag mit mehr als 3000 zahlenden Besuchern, dazu die ganzen Grenzgangsabordnungen aus der Region und hunderte von Akteuren. „Das ist doch wahnsinnig toll“, sagt der Vorsitzende und tupft sich mit einem Papiertaschentuch die Tränen weg, atmet tief durch und setzt die Brille wieder auf.

 

Einen Höhepunkt dieser Tag vermag niemand so recht hervorzuheben. „Das ganze Fest ist ein einziger Höhepunkt“, sagt Klaus-Peter Fett und spricht über das „gelebte Wollmar“, das die Besucher kennengelernt haben. „Wir sind so stolz darauf, Brauchtum, Tradition und Geschichte von Generation zu Generation weitergeben zu können.“ Besonders bewegt ist Fett, weil der Zusammenhalt im Dorf so gut funktioniert, weil alle mithelfen, weil das Fest ohne Sicherheitsdienst und ohne Schlägerei über die Bühne geht. Und weil es ganz selbstverständlich ist, dass nach dem Fest noch mehrere Tage lang gemeinsam abgebaut und aufgeräumt wird. „Wehmut ist da gar nicht dabei. Wir sind dann einfach nur froh über dieses schöne Fest“, betont er. Und die Menschen im Festzelt geben ihm Recht. Dieser Grenzgang sei der schönste der zurückliegenden Jahrzehnte gewesen, ist sich der 68-jährige Heinrich Freiling sicher. Die 26-jährige Kathrin Fischer schwärmt: „Die Gemeinschaft beim Festzug war so toll.“ Mit ihrer Straßengemeinschaft verkaufte sie Waffeln - und so kamen wohl um die 2000 Euro zusammen für die Frühchenstation am Marburger Uniklinikum.

von Carina Becker

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