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„Das war teilweise wie Kino“

Übung für den Ernstfall „Das war teilweise wie Kino“

Darsteller mimten die Verletzten. Die zwar nur geschminkten, aber erschreckend echt aussehenden Wunden verstärkten den Effekt. Die Frühjahrsübung der Lahntaler Wehren war spannend wie ein Thriller.

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Mit schweren Verbrennungen an den Händen wurde eine Frau über die Drehleiter aus dem Gebäude gerettet.

Quelle: Manfred Schubert

Sarnau. „Das war teilweise wie Kino“, meinten einige Zuschauer. Für manche der jüngsten unter ihnen war es sogar zu realistisch, was der Mimtrupp der DRK Kreisverbände Marburg und Biedenkopf beim Schminken von Verletzungen und deren Darsteller leisteten.

So hielt sich ein kleines Mädchen auf dem Arm seines Vaters vor Furcht die Augen zu und war nur schwer wieder zu beruhigen und davon zu überzeugen, dass keiner der schreienden und jammernden Menschen tatsächlich zu Schaden gekommen war. Deren „Brandwunden“ sahen einfach zu grässlich aus.

Von einem Kabelbrand zum Großeinsatz

Das beeindruckende Szenario für die gemeinsame Frühjahrsübung der Freiwilligen Feuerwehren der Gemeinde Lahntal hatten die Zugführer Fred Kremer und Florian Völker von der Feuerwehr Goßfelden entworfen. Aus dem Obergeschoss des Gebäudes des Sanitätshauses Kaphingst GmbH in Sarnau stieg Rauch auf.

Zunächst hieß es, dass lediglich ein Kabelbrand vorliege. Die kurz nach der Alarmierung um 14.15 Uhr zuerst eintreffende Feuerwehr Goßfelden musste jedoch bald weitere Einsatzkräfte nachalarmieren, da vor Ort klar wurde, dass die ganze Wohnung im Obergeschoss brannte und etwa zehn Personen gerettet werden mussten.

80 Einsatzkräfte bei der Frühjahrübung

Am Ende waren alle zehn Fahrzeuge der Lahntaler Wehren vor Ort, außerdem die Drehleiter aus Wetter sowie zwei Rettungstransportwagen der Malteser und Johanniter. Etwa 80 Einsatzkräfte übten Hand in Hand die Brandbekämpfung, Rettung und Versorgung der insgesamt neun „Opfer“, die teils schwere Brandverletzungen hatten.

Zwischendurch verzögerte sich die Übung, da eine Rettungswagenbesatzung zu einem echten Unfall gerufen wurde, der sich nur etwa 100 Meter entfernt vom Übungsort ereignet hatte. Ein Motorradfahrer war an der Kreuzung zur Niederwetterschen Straße beim Anfahren gestürzt. Wie es hieß, hatte er einen neuen Reifen aufgezogen, der noch nicht eingefahren und somit nicht richtig griffig war. Er zog sich leichte Verletzungen zu, die vor Ort behandelt wurden.

Direkt nach der etwa einstündigen Übung besprachen die Führungskräfte den Verlauf und klärten, was gut gelaufen war und wo man etwas besser machen könnte. Die Abschlussbesprechung fand beim traditionellen gemeinsamen Eieressen der Beteiligten in der Goßfeldener Lahnfelshalle statt.

von Manfred Schubert

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