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Das sind gleich drei Anlässe zur Freude

40 Jahre Gemeinde, Rotweinlauf , Hütten-Einweihung Das sind gleich drei Anlässe zur Freude

Eine ungewöhnliche, aber charmante Feier zu ihrem 40-jährigen Bestehen veranstaltete die Gemeinde Cölbe in ihrem zweitkleinsten Ortsteil. Sie verband sie mit der Einweihung einer Schutzhütte und dem Cölber Rotweinlauf.

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40 Jahre nach dem Entstehen der Großgemeinde Cölbe: Testsitzen in der neuen Schwarzenborner Schutzhütte nach der Einweihung.

Quelle: Manfred Schubert

Schwarzenborn. 22 Kommunen im Landkreis, das ergibt vier Jahrzehnte nach der Gebietsreform potenziell 22 unterschiedliche Feiern plus die vom Landkreis, sagte Landrätin Kirsten Fründt. Aber so eine wie am vergangenen Sonntag hatte sie noch nicht erlebt. Nicht zentral und offiziös, sondern im Freien in der Gemarkung des zweitkleinsten Ortsteils, wo man zugleich eine neue, am Premiumwanderweg Junkernpfad gelegene Schutzhütte einweihte. Und in Verbindung mit dem sechsten Cölber Rotweinlauf, dem von der Gemeinde als „schnellster Grenzegang Mittelhessens“ apostrophierten Ereignis, bei dem Genuss, Geselligkeit und Bewegung Hand in Hand gehen.

Die gleichberechtigte Bedeutung aller Ortsteile sah Fründt in dieser Form der 40-Jahr-Feier ebenso widergespiegelt wie Eigenschaften wie ehrenamtliches Engagement, Nähe zur Natur und Potenzial für Tourismus.

Die Festrede hielt Christian Hölting, Vorsitzender der Gemeindevertretung. Er blickte kurz auf die Geschichte der Gebietsreform zurück. Er betonte, mit dieser Form des Festakts wolle man zeigen, dass Cölbe aus sechs eigenständigen Ortsteilen mit eigenständigen Strukturen bestehe. Ihm sei wichtig, dass jeder davon auch künftig sein eigenes, unverwechselbares Gesicht behalte und sich heute den Bewohnern der Gemeinde sowie den auswärtigen Besuchern von seiner besten Seite präsentiere, wobei vor allem der Gemeinschaftssinn im Mittelpunkt stehe.

Gleich zu Beginn gingen etwa 100 Menschen am Start- und Zielpunkt am Turnerheim in Cölbe auf die 27,2 Kilometer lange Strecke.

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Das Ehrenamt in Vereinen, Nachbarschaftshilfen, Kirchen und Initiativen habe die Gemeinde in den vergangenen 40 Jahren stark geprägt und zu einer lebenswerten Heimat für Jung und Alt gemacht. Ein Wermutstropfen sei leider die gegenwärtige finanzielle Ausstattung der Kommunen. Die politischen Entscheider der Gemeinde hätten ihre Hausaufgaben gemacht. Man habe eine schlanke Verwaltung, schalte seit Jahren die Straßenlaternen nachts aus, setze auf interkommunale Zusammenarbeit, um Kosten zu minimieren, habe die Bücherei an einen Verein übertragen. Jedoch könne man nicht jedes Jahr Steuern und Gebühren erhöhen, wie es die Aufsichtsbehörden verlangten, die Schmerzgrenze werde irgendwann erreicht sein. Und mit jeder Erhöhung werde die Gemeinde für Neubürger, Unternehmen und Familien mit Kindern nicht attraktiver.

Entweder müsse man die Finanzausstattung der Kommunen verbessern oder über kurz oder lang die Verwaltungseinheiten in Frage stellen. Größere schüfen aber eine größere Distanz zu Bürgern und Vereinen, ein Vorteil der dezentralen Verwaltungsstruktur sei gerade, dass man manches auf dem „kurzen Dienstweg“ erledigen könne. Dies solle in seinen Augen auch so bleiben. Cölbe sei trotz allem gut aufgestellt. Entsprechend dem Leitbild „Gemeinsam mit Energie“ forderte Hölting dazu auf, gemeinsam daran zu arbeiten, im Jahre 2024 das 50-jährige Jubiläum der Gemeinde im Rahmen des elften Rotweinlaufs begehen zu können.

Carle, seit 2001 Bürgermeister von Cölbe, meinte, es heiße zwar 40. Geburtstag, aber eigentlich feiere man mehr eine „polygame Hochzeit“. Er berichtete über persönliche Erinnerungen an die Zeit der Gebietsreform, als sein Vater Wilfried von der „gewaltigen Verwaltung“ in Marburg ins kleine Münchhausen ging, wo er Bürgermeister wurde in einer „Zeit des Aufbaus“.

Für die Partnergemeinde Koscierzyna gratulierten Kazimierz Stoltmann, Vizebürgermeister der Stadt Koscierzyna, und Grzegorz Switala, Vizebürgermeister der Gemeinde Koscierzyna, die mit einer siebenköpfigen Delegation angereist waren.

Ein Sinnbild für ehrenamtliches Engagement war auch die neue Schutzhütte, für deren Einweihung Fründt die Schirmherrschaft übernommen hatte. Sie entstand auf Betreiben des am 31. Dezember 2013 gegründeten Fördervereins Schwarzenborner Tor, der inzwischen 35 Mitglieder hat. Finanziert wurde sie mit Zuschuss der Region Burgwald-Ederbergland von der Gemeinde und einer Reihe von Sponsoren und von April bis Mitte September komplett in Eigenleistung aufgebaut.

Mit offizieller Anmeldung liefen, radelten, wanderten und walkten etwa 250 Menschen die 27,2 Kilometer lange, alle sechs Ortsteile verbindende Strecke. Manche nahmen sie als sportliche Herausforderung, wie ein Lohraer, der sich damit auf den New York-Marathon vorbereitete. Andere ließen es gemütlicher angehen und genossen die in den Ortsteilen angebotenen kulinarischen und teils auch musikalischen Leckerbissen vom MGV Cölbe, den Freunden der Volksmusik Bürgeln und dem Bläserchor Schönstadt. Am Start- und Zielpunkt, dem Turnerheim, präsentierte der Ortsbeirat von Cölbe eine umfangreiche Fotoausstellung zur Entwicklung der Gemeinde Cölbe.

von Manfred Schubert

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