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Das kann sich hören lassen

90-jähriges Bestehen Das kann sich hören lassen

Mit zwei Konzertabenden und anschließendem Fest hat der Männergesangverein „Heimattreu“ Niederasphe sein 90-jähriges Bestehen gefeiert. 13 Gastchören boten zwei erstklassige Konzerte.

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Die Chorgemeinschaft Mellnau/Oberrosphe schoss den Vogel ab mit einem Lied auf Platt von ­einem Mann, dessen Frau alleine auf die Kirmes geht.

Quelle: Martina Koelschtzky

Niederasphe. Schon am Freitag sangen neben den Gastgebern sechs Gastchöre aus Münchhausen, Unterrosphe, Engelbach, Sterzhausen, Michelbach und Amönau. Anschließend wurde vor dem Bürgerhaus bis in die Morgenstunden gefeiert.

Am Samstagabend war vor erneut vollem Dorfgemeinschaftshaus ein Konzert zu hören, das den Besuchern auch einen erheblichen Eintritt wert gewesen wäre, wie mehrfach zu hören war. Zur Geburtstagsfeier ganz umsonst gab es jede Menge Musik, die deutlich bewies, dass Chorgesang weder altmodisch noch unspannend ist. Auch die Qualität der Chöre und der Stimmen ließ nichts zu wünschen übrig und wurde viel gelobt.

Das Publikum swingte bei „Oh Happy Day“ mit

Die Gastgeber vom Männergesangverein eröffneten den Abend mit „Schöne Nacht“ und den „Schilfliedern“, bevor die Damen vom Gospelchor „Glissando“ aus Altenlotheim den Saal schon das erste Mal zum Toben brachten. Bei „Oh Happy Day“ swingte der Saal mit, bei „It‘s Raining Man“ klatschten alle den Rhythmus und gingen in „Zugabe“-Rufe über.

Der Vorsitzende der Gastgeber, Bernd Schüßler, bat die Damen ausdrücklich um die „Engel“ von Rammstein, obwohl die Niederaspher Sänger das Stück selbst auf dem Programm hatten. „Das klang beim Einsingen so super, das wollen wir hören“, sagte er.  Und die Sängerinnen ließen sich nicht lange bitten, der Saal tobte. Beim gemischten Chor „Singfonie“ aus Treisbach sorgte bei „Sun of Jamaika“ Wilhelm Lichtenfels am Cajon für den karibischen Rhythmus, bei „Ich wollte nie erwachsen werden“ aus „Tabaluga“ sang das Publikum mit Klassiker im neuen Gewand brachte der Männergesangverein Oberasphe mit „Wenn alle Brünnlein fließen“ und dem lustigen Lied vom Schneidergesellen in der Hölle. Der junge Chor des Verein bewies nicht nur mit türkisfarbenen Turnschuhen, dass Chorgesang nicht aus der Mode ist. Sie sangen „What a Saturday Night“ und „Nessaja“.

Bravo-Rufe, Getrampel und große Begeisterung

„Bravo“-Rufe und Begeisterung gab es auch für die Sänger der Chorgemeinschaft Mellnau/Oberrosphe, die sich nach dem „Frühlingsboten“ mit einem beeindruckenden Solo von Rainer Sauerwald als einzige an ein Lied auf Platt wagten: „Der Konrad“ wurde ausgiebig beklatscht und belacht.

Der Vorsitzende der Orpheus-Chöre Wetter, Dieter Rincke, überreichte als Vorsitzender des Sängerbundes Wetschaftstal auch das Geburtstagsgeschenk, einen Gutschein für eine Partitur. Anschließend gab es ein Wanderlied und den lustigen „Frater Kellermeister“ zu hören.

Mit einem italienischen Abschiedslied und „Santiano“ brachten die Ellershäuser Männer einen neuen Höhepunkt ins Konzert, zum Mitsingen mussten sie die Besucher nicht lange auffordern. Als schließlich die Gastgeber ihr ursprünglich geplantes „Rammstein“-Stück durch das schottische „Loch Lomond“ ersetzten, gab es kein Halten mehr im Saal: Es wurde geklatscht und getrampelt, auch nach einer Zugabe von „Adé, ma vallee“ hörte der Applaus nicht auf, bis Moderator Jens Geisel darauf hinwies, dass draußen auf dem Festplatz die Bratwurst kalt und das Bier warm werde.

Im Jubiläumsjahr hofft der Verein auf Nachwuchs

Bei sommerlichen Temperaturen wurde es eine lange Nacht mit Tanz zur Musik des Duos „Urgestein“. Im Jubiläumsjahr wollen die Niederaspher Sänger auch für neue Mitstreiter werben. Zwar ist der Chor keineswegs überaltert, „aber wir müssen immer dran bleiben“, so Jens Geisel.

Am 11. Juni werden also echte Männer gebraucht, wenn alle Interessierten zu einem Schnupperabend ohne Vorsingen um 20 Uhr ins Dorfgemeinschaftshaus eingeladen sind. Auch Sänger aus anderen Orten sind gerne gesehen, und „die Literatur ist moderner und anspruchsvoller als der Name des Chores“, heißt es auf der Einladung.

 
Die Gastgeber wurden nicht nur für ihre „Super-Stimmen“ gelobt, ohne Zugabe ließen die Zuhörer sie nicht gehen. Foto: Koelschtzky

von Martina Koelschtzky

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