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Das erste Jawort im Atelier des Künstlers

Ubbelohde-Haus Das erste Jawort im Atelier des Künstlers

Abergläubisch scheinen Michèle Schmitt und Marcus Busch nicht zu sein. Vor 13 Jahren haben sie sich während der Ausbildung bei Novartis, damals Aventis, kennengelernt. An einem Freitag, den 13., gaben sie sich das Jawort.

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Die Großnichte Otto Ubbelohdes, Brigitte Ubbelohde-Döring, freute sich mit dem frischvermählten Paar Michèle, geborene Schmitt, und Marcus Busch. Dahinter der alte Schreibtisch des Künstlers, an dem sie sich das Jawort gaben.Foto: Manfred Schubert

Quelle: Manfred Schubert

Goßfelden. Und das geschah auch noch an einem besonderen Ort. Sie ließen sich als erstes Brautpaar in dem zum Museum umfunktionierten Haus des Illustrators Otto Ubbelohde, im historischen Atelier am alten Schreibtisch des Künstlers, von Standesbeamtin Ina-Maria Keil trauen.

Dieses neue Angebot der Gemeinde zu nutzen, lag im Fall dieses Paares wortwörtlich nahe. Denn Michèle zog bereits ein Jahr nach dem Kennenlernen zu Marcus in dessen Elternhaus in Goßfelden, das unweit des Museums liegt.

Außerdem passte es gut, meinte Michèle mit Blick auf eines der vielen Hobbys ihres Schwiegervaters Karl Busch, der gern den Pinsel über die Leinwand führt, im Haus des berühmten Malers zu heiraten. Die 33-jährige Braut ist wie die Brüder Grimm, deren Märchen Ubbelohde einst illustrierte, in Hanau geboren, dann aber in Siegen aufgewachsen. Sie hat zwei Pferde und sei eine richtige Pferdenärrin, sagte ihre Mutter. Der 34-jährige Bräutigam dagegen hilft zwar inzwischen schon mal, den Stall auszumisten, aber in seiner Freizeit reitet er lieber auf den Flügeln der Fantasie. Er liest gerne Fantasy-Literatur und spielt Fantasy-Rollenspiele, nicht mit dem Computer, sondern real.

Zwei Busch-Enkelinnen, Alina Hahn und Anna-Lena Hahn, verschönerten die Trauung mit Klavierspiel und Gesang. Nach der Trauung erwarteten vor dem Haus einige Arbeitskollegen das Paar und bewarfen es mit Pipettenaufsätzen und Wischstäbchen, da man aus Rücksicht auf die Vögel auf Reis verzichten soll. Die Vögel dankten es mit einem vielstimmigen Konzert während des Sektempfangs im idyllischen Garten des Ubbelohde-Hauses.

Lahntals Bürgermeister Manfred Apell dankte dem Goßfeldener Paar für die Entscheidung, sich an diesem Ort trauen zu lassen. Damit half es als erstes auf diese Weise, zum Erhalt dieses historischen Erbes beizutragen.

Haus und Garten werden bislang von der Otto-Ubbelohde-Stiftung erhalten, der nicht viel Geld zur Verfügung steht, während die Unterhaltskosten des Hauses steigen.

von Manfred Schubert

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