Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 0 ° Schneeregen

Navigation:
Das „Gänse-Ei-Phone“ ist der Hit

Ostermarkt in Cölbe Das „Gänse-Ei-Phone“ ist der Hit

Rund 600 Besucher kamen am Wochenende zum Ostermarkt nach Cölbe und erlebten regionale und sogar ein wenig internationale Vielfalt der Ostereier-Kunst.

Voriger Artikel
Besondere Ehrung für Hans-Peter Dersch
Nächster Artikel
Ideen für eine lebenswerte Zukunft

. Die originellsten Prunkstücke der Ausstellung waren die „Ei-Phones“ und „Ei-Cams“ aus Leipzig.

Quelle: Miriam Prüßner

Cölbe. Der Cölber Ostermarkt hat Tradition - eine lange Tradition: Er fand bereits zum 32. Mal statt. „33 Aussteller aus dem Marburger Umland sind hier vertreten. Und sogar aus Ungarn und Leipzig sind Händler gekommen“, freut sich Alexander Michel, stellvertretender Vorsitzender des Arbeitskreises „Internationales Folklore Festival Marburg-Biedenkopf“.

Der Arbeitskreis richtet mit der Unterstützung von zwölf Trachtengruppen den jährlichen Ostermarkt in Cölbe aus. „Wir haben in diesem Jahr auch einige neue Stände, beispielsweise einen mit Ikonen-Malerei. Besonders beliebt ist dieses Mal der Stand von Kerstin Dischereit“, beschrieb Michel das Angebot.

Die Leipzigerin Kerstin Dischereit ist zum zweiten Mal nach Cölbe gekommen. Ihr „Gänse-Ei-Phone“, ein Gänseei, das sie mit einer echten Taschenuhr, einem Miniatur-Telefonhörer und goldenem Muster verziert hat, ist ein echter Blickfang. Neugierig und staunend scharen sich die Besucher um die außergewöhnlichen Exemplare. Bei all diesen aufwendig dekorierten Eiern käme es schon mal vor, dass 40 bis 50 Arbeitsstunden daran sitze, erzählt Dischereit. Bei perforierten Eiern teilt sie sich die Arbeit mit ihrer Tochter. Sie sticht die Muster in die Schale und malt die ausgeblasenen Eier an, ihre Tochter arbeitet das Stickmuster mit einem feinen Zwirn ein. „Am besten eignen sich Enteneier für die Perforation. Die Schale ist nicht so stabil wie beispielsweise die von Gänseeiern“, erklärt Dischereit. „Da kann man leichter ein Muster in die Schale stechen.“

Auch die für Oberhessen bekannten Wachsbatik-Eier fehlen in Cölbe nicht. Hoch konzentriert sitzen die Schwestern Rita Gockel und Maria Becker aus Mardorf hinter ihrem Stand und verzieren zwei Hühnereier mit heißem Wachs. Die aufgemalten Muster finden sich auch in ihren traditionellen Trachten wieder.

Zwei Stände weiter bemalt die Ginseldorferin Inge Schick ein Hühnerei in den Farben ihrer katholischen Tracht. Traditionell bläst sie ihre Eier nicht aus. „Denn ein volles Ei ist das Symbol für Leben“, erzählt sie. Zum Ostermarkt ist Schick über ihre damalige Tanzgruppe gekommen. Genauso wie Katalin Nyinö. Nyinö reist extra aus Ungarn an - und das seit knapp 15 Jahren, immer wenn in Cölbe Ostermarkt ist. Stolz präsentiert sie ihre Straußen- und Hühnereier, die sie mit synthetischen Wand- und Acrylfarben bemalt. Die Farben verbinden sich schnell mit dem Kalk der Eierschalen und haften daher gut, erläutert sie. Früher arbeitete sie als Porzellanmalerin. Dann schloss vor 20 Jahren die Porzellanfabrik und sie fing an, Eier zu bemalen. Zunächst mit „ungarischen Blumen“, heute kommen noch Landschaften, Tiere oder auch der Osterhase als Motiv dazu. „Kinder lieben die Osterhasen-Eier“, sagt sie lächelnd.

Wer Hunger hatte, konnte sich zum einen eines der liebevoll dekorierten Schokoladeneier kaufen. Oder aber Grüne Soße oder warmen Kartoffelsalat essen, den die Trachtengruppe Wohra im angrenzenden Raum verkaufte.

von Miriam Prüßner

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nordkreis

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr