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Das Euter und der Gang sind entscheidend

Kuh-Bewertung Das Euter und der Gang sind entscheidend

Ein wohlgeformtes Euter muss sie haben und eine gute Körperhaltung. Dann gibt es noch allerlei weitere Merkmale, anhand derer man eine Kuh beurteilen kann. Das wurde bei der Tierbewertung in Simtshausen deutlich.

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Genau hinschauen und notieren: Nachwuchs-Züchter von zwei heimischen Clubs bewiesen in Simtshausen, dass sie die Qualitäten einer Kuh beurteilen können.

Quelle: Suria Reiche

Simtshausen. Für 38 Jungzüchter und Jungzüchterinnen aus den Clubs Waldeck-Frankenberg und Marburg-Biedenkopf drehte sich am Freitagabend alles um die perfekte Kuh. Beim Tierbeurteilungswettbewerb auf dem Hof Lölkes mussten sie beweisen, wer von ihnen das Zeug dazu hat, eine gute von einer mittelmäßigen Kuh zu unterscheiden.

Kühe sehen doch alle gleich aus. Oder? Wenn man die 38 Teilnehmer des Tierbeurteilungswettbewerbs fragt, der am Freitagabend auf dem Betrieb Lölkes in Münchhausen-Simtshausen stattfand, fällt die Antwort anders aus: Die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von acht bis 25 Jahren finden an jeder Kuh etwas Einzigartiges.

„Zum Beispiel hat diese hier ein Euter, das nicht ganz gerade steht“, erklärt der zwölfjährige Sebastian und zeigt auf eine der Kühe, die zur Beurteilung auf dem Hof Lölkes stehen. Für den Jungen ist es heute das erste Mal, dass er an so einem Wettbewerb teilnimmt, viel lernen musste er aber trotzdem nicht. „Wir haben zuhause viele Kühe, die gucke ich mir sowieso schon oft zusammen mit meinem Vater an.“

Viele kommen durch landwirtschaftlichen Betrieb der Eltern auf die Kuh

Wie die meisten Teilnehmer hier ist Sebastian durch den landwirtschaftlichen Betrieb seiner Eltern auf die Kuh gekommen. „Der Rest sind Azubis oder Studenten - oder sie haben einfach so Interesse an der Landwirtschaft“, erklärt Ute Ermentraudt, die beim Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen für die Qualitätssicherung und Leistungsermittlung zuständig ist. Gemeinsam mit Preisrichterin Christina Grebe aus Helmscheid wird sie parallel zu den Jungzüchtern die offizielle Bewertung der Kühe vornehmen.

Diese wird dann bei der Auswertung mit den Bewertungsbögen der Jugendlichen verglichen, und hier zählt: Weniger ist mehr!

Denn wer die wenigsten Abweichungspunkte zur offiziellen Bewertung auf seinem Bogen stehen hat, gewinnt. In diesem Jahr wird das Stefan Hochgrebe aus Frankenberg-Haubern sein. Gerade einmal 45 Ab­weichungspunkte zur Richterbewertung wird er haben. Aber dazu später mehr.

38 Jungzüchter bewerten Kühe

Nun heißt es für die sechs Kühe zurück in den Stall - die jungen Leute haben sie in der ersten Runde rangiert, das heißt: die beste Kuh an den Anfang ihrer Liste und die mittelmäßigste ans Ende geschrieben. Für die zweite Runde werden nur zwei von ihnen benötigt. Jetzt müssen die 38 Jungzüchter aus den Clubs Waldeck-Frankenberg und Marburg-Biedenkopf die beiden übriggebliebenen Kühe mit Punkten bewerten. Beckenneigung, Hinterbeinwinkelung, Klauenwinkel - bei der perfekten Kuh kommt es auf Details an.

Ob der Name der einen Kuh schon ein Tipp sein könnte? „Bell“ heißt sie. Die Schöne. Ihren Namen hat die Kuh vom Junior des Hofes, Martin Lölkes. „Die Tiere bekommen immer einen Namen, der mit dem Anfangsbuchstaben der Mutter beginnt. Bells Mama hieß Belina“, erklärt der 24-Jährige. Auch er nimmt heute an dem Wettbewerb teil, und eins kann er sagen: „Wenn es um die eigenen Kühe geht, ist das Bewerten viel schwieriger.“

Es ist nicht einfach, aber die Teilnehmer sammeln Erfahrungen. Und das ist laut Ermentraudt das, worauf es ankommt: „Irgendwann muss man mal bei einer Auktion eine Kuh kaufen, und dann muss man eine gute von einer mittelmäßigen unterscheiden können.“

Für die fünf Erstplatzierten des Wettbewerbs wird das also kein Problem mehr sein. Für sie war der Wettbewerb zudem auch die Qualifizierung für den Landesentscheid im Rahmen des Hessischen Jungzüchtertages in Alsfeld. Dort dabei sein dürfen der Sieger Stefan Hochgrebe, Janik Metz (2. Platz), Alexander Mitze (3. Platz), Felix Vaupel (4. Platz) und Christiane Schultze (5. Platz).

von Suria Reiche

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