Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 0 ° wolkig

Navigation:
Das Bratkartoffelfett und die Entwässerungssatzung

Parlament Cölbe Das Bratkartoffelfett und die Entwässerungssatzung

Eigentlich war die Neufassung der Satzung über das Abwasser in der Gemeinde Cölbe unstrittig. Beieinem Detail aus demAlltagsleben hakte FDP-Vertreter Dr. Michael von Hedenström aber nach.

Voriger Artikel
Zwischen Glasperlen und Papierpfauen
Nächster Artikel
Cölbe feiert: Das Dach ist drauf

Bratfett aus der Pfanne gehört nicht in den Abfluss: Das bot Diskussionsstoff für das Cölber Parlament.Foto: Nadine Weigel

Quelle: Nadine Weigel

Bürgeln. Paragraf 7 des vorgelegten Satzungsentwurfs habe ihn stutzen lassen, sagte der Gemeindevertreter aus Schönstadt bei der Gemeindevertretersitzung am Montag in Bürgeln. In diesem Abschnitt wird umfassend geregelt, was man alles nicht in die Kanalisation fließen lassen darf - von der Gülle über Benzin bis Blausäure. Genannt sind dort auch „tierische und pflanzliche Öle und Fette“.

Dies müsse unbedingt klarer gefasst werden, befand von Hedenström und schlug als Ergänzung die Formulierung „sofern es sich nicht um haushaltsübliche Mengen handelt“ vor. Andernfalls, argumentierte er, gebe man der Gemeinde ja die Möglichkeit in die Hand, jeden zu verfolgen und zur Kasse zu bitten, der beim Spülen der Bratkartoffelpfanne auch einen Rest Öl oder Bratfett in den Ausguss spüle.

Dem Hinweis von Bürgermeister Volker Carle (parteilos), es handele sich hier um eine Mustersatzung, die in ganz Hessen Anwendung finde, entgegnete von Hedenström: „Wenn das in Hessen so praktiziert wird, heißt das ja nicht zugleich, dass das richtig ist.“

Carle betonte, dass Öle und Fette einfach nicht in den Ausguss gehörten. Die Satzung wendet sich dagegen, dass Fett oder Öle einfach über den Kanal entsorgt werden und dort zu Verstopfungen und zusätzlichen Kosten führen. Deshalb riet der Bürgermeister dem Gemeindevertreter der FDP, die Bratkartoffelpfanne vor dem Spülen stets mit einem Papiertuch auszuwischen.

Ute Hoppe und die für die aus der Gemeindevertretung ausgeschiedene Monika Peuscher nachgerückte Gisela Nagel-Rotarius (beide Grüne) stellten sich ebenfalls auf die Seite des Gemeindevorstands. Die vorgeschlagene Formulierung „haushaltsübliche Mengen“ sei genauso unkonkret und würde dem Missbrauch der Abwasserkanäle Tür und Tor öffnen. Nagel-Rotarius: „Was wäre dann mit Friteusenfett? Das ist ja auch eine haushaltsübliche Menge.“

Heinz-Wilhelm Wasmuth von den Bürgerliste empfahl von Hedenström, doch mal bei dem von seiner Partei geführten Justizministerium in Wiesbaden eine Auskunft zu dieser Satzungsfrage einzuholen, was von Hedenström unwirsch zurückwies. Der Hinweis auf seine Parteizugehörigkeit sei in diesem Zusammenhang völlig unangemessen, so von Hedenström. Direkt zu Wasmuth fügte er hinzu: „Das ist eine alberne Gegenrede von Ihnen.“

Auf die Abstimmung hatte die Diskussion keinen großen Einfluss. Wie in den Ausschüssen gab es auch hier eine breite Zustimmung zur Mustersatzung: Nur Eckhard Heym von der SPD konnte dem Vorschlag von Hedenströms etwas abgewinnen und stimmte mit dem FDP-Mann.

von Michael Agricola

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nordkreis

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr