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Soziales Wohnungsbau-Projekt

Dankbar für bezahlbare Wohnungen

Dieser Tage unternahm der Gemeindevorstand der Gemeinde Lahntal einen Arbeits-Ausflug nach Lohra. Und das nur, um etwas festzustellen, was er eigentlich schon wusste beziehungsweise so erwartet hatte.
Mitglieder des Lahntaler Gemeindevorstandes sowie Sandra Riehl vom Team Planen und Bauen der Gemeinde Lahntal  besichtigten das soziale Wohnungsbau-Projekt in Lohra.

Mitglieder des Lahntaler Gemeindevorstandes sowie Sandra Riehl vom Team Planen und Bauen der Gemeinde Lahntal besichtigten das soziale Wohnungsbau-Projekt in Lohra.

© Götz Schaub

Lahntal. „Wir werden nicht zustimmen - in erster Linie aus Kostengründen“, sagte CDU-Fraktionschef Michael Nies im Lahntaler Parlament, als es darum ging, im neuen Sterzhäuser Baugebiet „Auf der Leimkaul“ sozialen Wohnungsbau für sechs oder zehn Wohneinheiten zu ermöglichen (die OP berichtete). Etwas später konkretisierte Nies: „Es geht uns ausschließlich um unsere Einnahmen.“ Dabei meinte er nicht die der CDU, sondern natürlich die der Gemeinde. Er monierte, dass ein Pachtvertrag über 99 Jahre dringend benötigtes Geld auf die lange Bank schiebe.

Warum sich zwischenzeitlich SPD und Grüne aufregten, war der Tatsache geschuldet, dass Nies noch sagte, dass ihm von Immobilienmaklern zu Ohren gekommen sei, dass bei vergleichbaren Projekten, die Menschen in der Nachbarschaft eines sozialen Wohnungsbaus mit Wertverlust ihrer Grundstücke rechnen müssten. Nies wollte dies nur mal so gesagt haben, ohne es bewerten zu wollen, ob sich dort sozial schwächere Menschen zusammenfinden oder nicht. Die anschließende Berichterstattung in der OP sorgte jedenfalls für Irritation beim möglichen Investor. Das ist die Genossenschaft Gemeinnützige Wohnungs- und Siedlungsbaugesellschaft (GWSBG) Marburg-Cappel. „Wir müssen das nicht tun, wir kommen nur dorthin, wo wir auch erwünscht sind“, sagte GWSBG-Aufsichtsratsvorsitzender Manfred Böhn, während Stefan Funk vom Vorstand der Genossenschaft den Mitgliedern des Lahntaler Gemeindevorstandes das soziale Wohnungsbauprojekt in Lohra live und in Farbe, sprich vor Ort vorstellte. Und was gab es dort zu sehen? Lauter nette kleine Wohnungseinheiten mit einem Gemeinschaftsgrün für die Kinder und kleinen Hintergärten. Überrascht über den plötzlichen Auflauf erwachsener Menschen kamen einige Bewohner aus ihren Wohnungen und sofort mit den Lahntalern ins Gespräch. Diese erfuhren so aus erster Hand, wie „glücklich und dankbar “ die Menschen in Lohra sind, dass ihnen eine solche Chance geboten wurde, in schöner Umgebung zu bezahlbaren Mietpreisen wohnen zu können.

„Wenn man es mit dem sozialen Wohnungsbau ernst nimmt, sind alle Gegenargumente hinfällig. Hier wohnen Menschen, die auch ihren Teil zum Gemeinwohl beitragen, sich aber aufgrund ihres Einkommens kein Eigenheim leisten können“, fasste Lahntals Bürgermeister Manfred Apell als Fazit des Besuchs zusammen. Hermann Brandt, ehemaliger Bürgermeister von Lohra und Mitglied der Genossenschaft, bestätigte den Eindruck des Lahntaler Bürgermeisters: „Das Projekt war ein ausdrücklicher Wunsch der Gemeinde Lohra und wurde auch so aufgenommen.“ Der Wohnraum sei für Familien mit Kindern, die sich aufgrund ihres Einkommens nicht ohne Weiteres ein Eigenheim finanzieren können. So etwa Pfleger, Erzieher, Sekretärinnen und Bauarbeiter. Apell hofft, die Verantwortlichen der GWSBG weiterhin für ein Engagement in Sterzhausen begeistern zu können.

von Götz Schaub

[Götz Schaub]

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