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Computerraum ist auch für Sprachkurse

Integration in Lahntal Computerraum ist auch für Sprachkurse

Mit Ideen, gutem Willen starken Partnern und auch ein paar Geldgebern lässt sich in Sachen Integration in den Gemeinden schon einiges bewegen. Ein tolles Beispiel kommt jetzt aus Lahntal.

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Freuen sich über den neuen Computerraum und das damit verbundene Angebot für Deutsch lernende Flüchtlinge: Michael Meinel (von links), Susanne Hofacker, Hendrick Suckrow, Sigrid Wojke (Integrationsbeauftragte der Gemeinde Lahntal), Hildegard Munz (Begegnungscafé Goßfelden), Manfred Apell und Ernst Boltner.

Quelle: Götz Schaub

Sterzhausen. Der Generationentreffpunkt Krafts Hof ist nun auch ein Schauplatz konkreter Integrationshilfe für Flüchtlinge. Denn der dort neu eingerichtete Computerschulungsraum eröffnet den Mitarbeitern des Begegnungscafés Goßfelden in Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirche, dem St. Elisabeth-Verein, der Gemeinde Lahntal und dem Kulturverein Krafts Hof neue Möglichkeiten, den Flüchtlingen, die in Lahntal leben, die deutsche Sprache beizubringen, sagt Michael Meinel, Vorsitzender des Kulturvereins.

Die Neuausstattung unter anderem mit Laptops und einen Flatscreen an der Wand wurde finanziell von der Gemeinde Lahntal und der Sparkasse unterstützt. Zudem flossen dort die Spenden aus dem Sommerfest des Kulturvereins mit ein. Und die Kirche gewann Hendrick Suckrow als Kursleiter, der für Flüchtlinge und die ehrenamtlichen Deutschlehrer eine EDV-gestützte Sprachschulung anbietet.

Angebot soll Integration erleichtern

Die Marburgerin Susanne Hofacker, seit diesem Jahr Mitglied im Rat der Landeskirche Kurhessen-Waldeck, sagt, dass die Landeskirche im Herbst 2015 eine Million Euro für die Unterstützung der ehrenamtlichen Arbeit in den Kirchengemeinden mit Flüchtlingen bereitgestellt hat. Aus diesem Fond werden 3800 Euro für diese Arbeit gegeben.

„Die Möglichkeit, Deutsch als Fremdsprache unterstützt durch Software und Internetangebote intensiv zu üben, ist eine gute und wichtige Ergänzung zu den bestehenden Integrationsangeboten in Krafts Hof“, stellt Meinel heraus. Lahntals Bürgermeister Manfred Apell sieht die 2000 Euro der Gemeinde gut angelegt. Endlich könne den in Lahntal lebenden Flüchtlingen ein Angebot gemacht werden, das ihre Integration erleichtert. Apell kritisierte in diesem Zusammenhang das vom Landkreis Marburg-Biedenkopf, der Stadt Marburg und der Agentur für Arbeit Marburg aufgelegte Programm „Voice“, über das Flüchtlinge Deutsch lernen sollen.

„Wir haben hier in Lahntal 140 Flüchtlinge, von denen zwei bis drei in das Programm kamen. Der überwiegende Teil der Flüchtlinge ist seit einem Jahr hier und konnte keine Angebote dieser Art wahrnehmen. Um so schöner, dass wir jetzt hier etwas Effektives anbieten können.“

"Es ist wichtig, die Sprache zu lernen"

Ernst Boltner, Geschäftsführer des St. Elisabeth-Vereins, war voll des Lobes: „Es ist toll zu sehen, wie dieses Projekt hier wie eine Selbstverständlichkeit zusammen verwirklicht wurde.

Die Ausstattung ist ein ganz wichtiger Teil, aber nicht weniger wichtig ist die Aufgabe, die Hendrick Suckrow übernommen hat.

„Es ist wichtig, die Sprache zu lernen, aber auch zu wissen, welche Möglichkeiten das Internet dazu bietet. Über Übersetzungsprogramme im Internet fungieren die Computer auch als Dolmetscher, wenn es Wichtiges zu besprechen gibt, was die Flüchtlinge nicht ohne Weiteres verstehen können“, sagt er. Die Kurse der ehrenamtlichen Deutschlehrer wird er aktiv als ausgewiesener EDV-Fachmann begleiten. Krafts Hof ist kein zufällig ausgewählter Ort für dieses Angebot. Seit eineinhalb Jahren hat ein Modellprojekt zur Integration im ländlichen Raum seinen Ankerpunkt im Generationentreffpunkt. „Es baut auf den dortigen ersten Ansätzen zu einem Austausch mit Lahntaler Bürgern mit Migrationshintergrund auf. Das Lahntaler Netzwerk Integration tagt regelmäßig im Dorfcafé von Krafts Hof“, erläutert Meinel.

Der Raum soll natürlich auch für andere Veranstaltungen und Nutzer zugänglich sein, stellt Meinel heraus. Dazu soll für diejenigen, die ihren eigenen Laptop mitbringen, noch ein WLAN-Netz eingerichtet werden.

von Götz Schaub

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