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Cölbes Alternative ist bunt

Demo gegen Fremdenhass Cölbes Alternative ist bunt

Am Donnerstagabend zeigte der Cölber Arbeitskreis für Flüchtlinge gemeinsam mit Christen, Juden, Muslimen und vielen anderen Menschen was eine friedliche Alternative für Deutschland sein kann.

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Mehrere hundert Menschen zogen am Donnerstagabend durch Cölbe, um für Frieden und Menschlichkeit gegenüber Flüchtlingen zu demonstrieren.

Quelle: Nadine Weigel

Cölbe. Während mehrere hundert Demonstranten erst in der evangelischen Kirche miteinander ein interreligiöses und -kulturelles Fest feierten und dann durch die Straßen zur Gemeindehalle zogen, hielt der Kreisverband der AfD im Gasthof Orthwein eine Veranstaltung ab. Sowohl die Friedensdemonstranten als auch die Rechtspopulisten wurden bei ihren Aktionen von der Polizei begleitet. In Cölbe herrschte gestern Abend zeitweise entsprechend starker Betrieb auf der Straße. Die Polizei war mit mehreren Autos zur Stelle, um einen friedlichen Verlauf sicherzustellen.

Fremde aufnehmen und integrieren

Beim Fest in der Kirche und während des Umzugs zur Gemeindehalle blieb alles ruhig, weitgehend auch bei der AfD-Veranstaltung. Dort soll allerdings jemand Buttersäure in den Versammlungsraum gespritzt haben, berichteten Parteivertreter. Dies konnte die Polizei gestern Abend nicht bestätigen.

Dass es für Christen, Juden und Muslime darum gehen sollte, Fremde aufzunehmen und zu integrieren, verdeutlichten Vertreter aller drei Religionen mit Lesungen aus den jeweiligen Schriften. So setzten Pfarrer Dr. Alexander Warnemann, Evangelische Kirche Cölbe, Monika Bunk, Jüdische Gemeinde Marburg, und Dr. Bilal Farouk El-Zayat, Islamische Gemeinde Marburg, darauf, dass Krieg und Terror ein Ende finden, wenn Fremde willkommen sind und zu Freunden werden. Zum Ende der Veranstaltung bekräftigten auch alle Demonstranten diesen Wunsch mit der gemeinsam gesungenen Hymne der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung: „We shall overcome“ (deutsch: Wir können es überwinden).

Deutschunterricht und Begegnungscafé

Zuvor machte Dr. Kurt Bunke vom Cölber Arbeitskreis für Flüchtlinge in einer Rede deutlich, dass die Alternative für Deutschland in der Begegnung besteht – so, wie sie in Cölbe und vielen anderen Orten vorgelebt wird: durch Deutschunterricht für Flüchtlinge, Begegnungscafés, Spenden und in Cölbe auch bald durch ein Gartenprojekt. „So lernen Syrer alles über Grünkohl und Deutsche alles über Auberginen.“

von Carina Becker

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