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Cölber Grüne preschen auf Platz 2 vor

Wahl-Trends Nordkreis Cölber Grüne preschen auf Platz 2 vor

"Wir sind total begeistert“, sagt Heinz Palz-Gerling kurz nach Bekanntwerden des Trendergebnisses aus Cölbe, das um 19.52 Uhr kreisweit das erste war.

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Friedhelm Brandt (links) überprüft im Schönstädter Bürgerhaus die Wahlberechtigten.

Quelle: Michael Agricola

Nordkreis . Natürlich steht im Landkreis kein Atomkraftwerk, aber die landesweite Atomstrom-Debatte hat wohl auch die Cölber Grünen ein bisschen gepuscht. „Wir haben immer zugelegt, aber so gigantisch war es noch nie“, sagt Heinz Palz-Gerling. Er führt das Traumergebnis aber auch auf die gute Arbeit der Grünen auf Gemeinde­ebene zurück. In der Tat hatten die Grünen in der vergangenen Legislaturperiode einige Positionen inne, auf denen sie sich als verlässliche Kräfte beweisen konnten, etwa Heinz Palz-Gerling als Parlamentschef und Carola Carius als Ortsvorsteherin von Schönstadt. Punkte eingebüßt haben CDU und SPD sowie ein bisschen die Bürgerliste. Die FDP wird wohl eine untergeordnete Rolle einnehmen.
In Münchhausen wird wohl so manch ein CDU-Anhänger in der zurückliegenden Nacht schlecht geschlafen haben. Der Grund: Der Trend meldet nur ein Ergebnis von 31,1 Prozent. 2006 lagen die Christdemokraten mit 49,2 Prozent vorn. Es kann aber auch noch alles anders werden, denn die Trendmeldung basiert auf gerade mal 20,3 Prozent der abgegebenen Stimmen. Die Unabhängige Grüne Liste darf indessen frohlocken. Laut Trend gelang es ihr, das 2006-Ergebnis von 9,2 Prozent mehr als zu verdoppeln.
40 Prozent der Stimmen macht das Trendergebnis aus Wetter aus. Auch dort „grünt“ es ganz ordentlich. 20,2 Prozent erzielen die Wetteraner Grünen. Hingegen erleiden die Christdemokraten und die Liberalen Schiffbruch. Sollte die Jamaica-Koalition fern von der bundesweiten Atomstrom-Debatte weiter fortgeführt werden, werden die Grünen sicherlich nicht mehr Juniorpartner sein wollen.
Die Mehrheit der Jamaica-Koalition hängt indessen noch an einem seidenen Faden, nicht zuletzt weil auch die Linken ordentlich zugelegt haben. Der Trend geht von satten 7,7 Prozent aus. Oben auf darf die SPD sein. Anders als die CDU wird sie das Niveau von 2006 halten, wahrscheinlich noch verbessern. Sollte es den Sozialdemokraten gelingen, die Grünen auf ihre Seite zu holen, gäbe es eine ungefährdete Mehrheit. Noch sind 57,8 Prozent der Stimmen auszuzählen und man darf wahrlich gespannt sein, wer danach wem welche Gespräche anbietet.
Die absolute Mehrheit der SPD Lahntal ist wohl Geschichte. Allerdings sind erst 37,1 Prozent der Stimmen ausgezählt. Aber bisher erzielen die Sozialdemokraten nur 43 Prozent. 2006 waren es insgesamt 51,4 Prozent. Nutznießer der Stimmen sind weder CDU noch BLL, sondern ganz alleine nur die Grünen, die von 7,6 auf mehr als beachtliche 21,1 Prozent emporschießen. Damit werden die Grünen sicher künftig ein gehöriges Wörtchen mitreden in Lahntal. Die Bürgerliste Lahntal, der Zusammenschluss des Bürgerblocks und der Wählergemeinschaft Sterzhausen, startet nach dem Trend mit 14,5 Prozent. Die CDU hält ihr Niveau mit leichten Abstrichen.

von Götz Schaub

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