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Start für den Miteinander-Prozess

WABL-Projekt in Cölbe Start für den Miteinander-Prozess

Die Sanierung des Verwaltungstraktes, in dem ein medienpädagogisches Schulungs-, Bildungs- und Begegnungszentrum, Büros sowie Wohnraum entstehen sollen, hat bereits begonnen.

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Stadtplaner Michael Nass (von links), Gemeindevertretungs-Vorsitzender Christian Hölting, Vorstand Hans-Werner Künkel vom St.-Elisabeth-Verein, Dr. Werner Stark vom Gemeindevorstand und Manfred Günther, Abteilungsleiter Öffentlichkeitsarbeit beim St.-Elisabeth-Verein, laden zur Bürgerversammlung ein, die in diesem Raum stattfinden soll.

Quelle: Manfred Schubert

Cölbe. Über „WABL“, kurz für Wohnen, Arbeiten, Beschäftigen, Leben, wurde schon mehrfach berichtet. Dabei handelt es sich um ein Miteinander-Pilot-Projekt des St.-Elisabeth-Vereins Marburg in Kooperation mit der Gemeinde Cölbe zur künftigen Nutzung des 7400 Quadratmeter großen ehemaligen Bfw-Geländes. Der St.-Elisabeth-Verein hat das seit zehn Jahren brachliegende Gelände samt 880 Quadratmetern Büro- und 1000 Quadratmetern Hallenfläche 2016 vom Berufsfortbildungswerk erworben.

Was sonst noch aus dem Hallengebäude und dem Gelände werden soll, das soll sich in einem moderierten „Miteinander-Prozess“ ­herauskristallisieren.

 
Der Raum befindet sich in dieser Halle, deren Nutzung noch offen ist. Foto: Manfred Schubert

Dieser startet mit einer Bürgerversammlung am Dienstag, 23. Mai, ab 19 Uhr in der Lahnstraße 8. Zu Beginn gibt es ­Gelegenheit, bei einer Führung das Gelände kennenzulernen. Ab 20 Uhr wird das Projekt vorgestellt und anschließend soll der Ideenaustausch mit allen an einer Beteiligung Interessierten eingeleitet werden.

„Dies ist eine offene Bürgerversammlung, an der auch außerhalb Cölbes Wohnende teilnehmen können. Einige Gruppen, wie Vereinsvorstände, ­Unternehmer, Ärzte, Anwohner wurden direkt eingeladen“, erläuterte Gemeindevertretungs-Vorsitzender Christian Hölting. Einzelpersonen sollen ebenso wie Organisationen und Initiativen ihre Vorstellungen zu ­einer nachhaltigen Nutzung des ­Geländes einbringen.

Projekt ist offen für Ideen und Engagement der Bürger

Vorstand Hans-Werner Künkel vom St.-Elisabeth-Verein sprach von einer ungewöhnlichen und offenen Herangehensweise, das Projekt habe keine genauen Vorgaben und sei offen für das, was die Bürgerschaft an Ideen und Engagement einbringen könne. Die Nähe zur Stadt Marburg mache den Standort besonders attraktiv für Leben, Arbeiten, Kultur und Elektromobilität im ländlichen Kontext. „Natürlich müssen die Mieten die Kosten wieder hereinbringen. Aufgrund der Größe des Vereins können wir sagen, wir lassen uns auf das Risiko dieses Projekts ein“, zeigte sich Künkel hinsichtlich des Gelingens optimistisch. Der 138 Jahre alte Elisabeth-Verein, der in der Kinder-, Jugend-, Familien- und Altenhilfe und Sozialpsychiatrie tätig ist, hat heute 1600 Mitarbeiter.

Dr. Werner Stark vom Gemeindevorstand begrüßte es, dass nach zehn Jahren das Gelände­ wieder genutzt und mit Leben gefüllt werden soll. Aus Sicht des Gemeindevorstands würde es sich beispielsweise als neuer Standort des Büchereivereins anbieten, nachdem die Feuerwehr an dessen alten umziehen soll.

Während die Beteiligten noch sprechen, ziehen einige junge Leute mit Instrumenten vorbei. Zurzeit nutzt die Cölber Rockband Benli einen Hallenraum für ihre Proben.

Handwerk, Handel, Wohnen, Gewerbe und Kultur

Stadtplaner Michael Nass erklärte: „Das relativ große Gelände erlaubt mehrfache Nutzungen. Bestimmte Zielgruppen sind bekannt und wurden direkt eingeladen, andere werden sich erst herausbilden. Nur beim ehemaligen Verwaltungsgebäude steht die Nutzung fest, beim Rest werden wir sehen. Der Bebauungsplan wurde bereits aktualisiert, aus dem zuvor reinen Gewerbegebiet wurde ein Mischgebiet. Handwerk, Handel, Gewerbe, Wohnen, Kultur – alles ist möglich.“

Zukunftsorientierte Formen des sozialen Miteinanders, bezahlbarer barrierefreier Wohnraum für Menschen unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Herkunft und mit unterschiedlichem sozialem Status, Beschäftigungs- und ­Arbeitsmöglichkeiten sind Ideen, die bereits genannt wurden. ­Alle sind gespannt, was noch an mehr oder weniger konkreten Vorstellungen hinzukommen wird.

von Manfred Schubert

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