Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 5 ° Regen

Navigation:
Jeder Tritt in, nicht auf die Pedale zählt

Radfahren statt Autofahren für das Klima Jeder Tritt in, nicht auf die Pedale zählt

Vom 19. August bis 9. ­September soll in der ­Gemeinde Cölbe ganz ­bewusst mehr geradelt werden. Wer hat Lust mitzumachen? Jeder Cölber kann dabei sein – und auch etwas gewinnen.

Voriger Artikel
Jeden Tag atemberaubende Aussichten
Nächster Artikel
Ewige Zeitzeugen auf dem Friedhof

Cölbes Bürgermeister Volker Carle hat schon seit längerer Zeit für sich entschieden, verschiedene dienstliche Fahrten auch mit dem Fahrrad zu absolvieren.

Quelle: Götz Schaub

Cölbe. Volker Carle, Bürgermeister der Gemeinde Cölbe, ist immer dafür, mehr auf‘s Rad zu steigen und für kleinere Wege einfach das Auto mal stehen zu lassen. Nun gut, er kann das sagen, er ist ja auch ein sportlicher Typ.

Das ist er aber auch, weil er sich persönlich schon lange dazu entschlossen hat, etwas für sich und für die Umwelt zu tun, indem er das Nutzen des Autos minimiert. Selbst beruflich, so weit es eben geht. Einen eigenen Dienstwagen, wie sonst für Bürgermeister üblich, wird man bei ihm vergeblich suchen. Schon zu früherer Gelegenheit sagte er, dass man nur glaubwürdig ist, wenn man das, was man sagt, auch vorlebt.

Hintergrund

Seit 2008 treten deutschlandweit Kommunalpolitiker und Bürger für mehr Klimaschutz und Radverkehr in die Pedale. Stadtradeln ist eine internationale Kampagne des Klima-Bündnisses (früher: 100 Kommunen für den Klimaschutz) und wird von verschiedenen Firmen unterstützt. Jeder kann ein Stadtradel-Team gründen­ oder einem beitreten. Dabei sollten die Radler so oft wie möglich das Fahrrad privat und beruflich nutzen. Als besondere Vorbilder sucht Cölbe auch sogenannte Stadtradler-Stars, welche demonstrativ in den 21 Stadtradel-Tagen kein Auto von innen sehen und komplett auf das Fahrrad umsteigen und über ihre Erfahrungen als Alltagsradler in ihrem Stadtradel-Blog berichten. Im vergangenen Jahr beteiligten sich knapp 500 Kommunen, in denen rund 180.000 Radler mitmachten. Dieses Ergebnis soll nun im 200. Jahr seit der Erfindung des Fahrrads durch Karl Freiherr von Drais in Mannheim noch übertroffen werden.

Das Cölber Parlament stimmte jedenfalls in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause zu, am Programm „Stadtradeln“ teilzunehmen. „Das ist ein Anreiz, nachzudenken, sich bewusst vom ständigen Gebrauch des Autos wegzubewegen“, sagt Carle.

Die Gemeinde Cölbe ist nun vom 19. August bis 9. September Teil der mittlerweile zehnten Kampagne dieser Art des Klima-Bündnisses. Mit „Gemeinde“ sind definitiv alle gemeint, die sich auf dem Cölber Gemeindegebiet bewegen. „In diesem Zeitraum können Mitglieder des Kommunalparlaments sowie alle Bürgerinnen und Bürger und auch alle Personen, die in Cölbe arbeiten, einem Verein angehören oder eine Schule­ besuchen, bei der Kampagne Stadtradeln des Klima-Bündnis mitmachen und möglichst viele Radkilometer sammeln“, sagt Regine Hassenpflug, Mitarbeiterin der Gemeindeverwaltung. Seit Oktober 2016 ist die Gemeinde Cölbe Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Nahmobilität Hessen. Hassenpflug gehört dabei auch dem Lenkungskreis an. Die Arbeitsgemeinschaft Nahmobilität hat es sich ebenfalls zum Ziel gesetzt, Menschen dazu zu ermuntern, auf kurzen Strecken auf das Auto zu verzichten und stattdessen zu gehen oder mit dem Rad zu fahren.

Mitmachen können gerne auch ganze Schulklassen, um dazu beizutragen, „Elterntaxis“ zu minimieren. „Nachhaltigkeit findet vor Ort – oder überhaupt nicht statt. Mobilität ist hier ein entscheidender Faktor. Radfahren tut nicht nur der Umwelt, sondern auch der eigenen Gesundheit gut und schafft Platz in unseren zu eng gewordenen Dörfern“, sagt Volker Carle.

Ach und es gibt auch noch ­einen anderen Anreiz. Es gibt nämlich auch etwas zu gewinnen. Und das gleich in drei verschiedenen Kategorien: Das fahrradaktivste Parlament, die fahrradaktivste Kommune mit den meisten Radkilometern und die fahrradaktivste Kommune mit den meisten Radkilometern pro Einwohner. Unter allen deutschlandweit teilnehmenden Stadtradlerstars, also­ jenen, die in der Aktionszeit  überhaupt kein Auto benutzen (auch nicht als Beifahrer), werden gesondert Preise verlost.

von Götz Schaub

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr