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Fleckenbühler erhalten Nachhaltigkeitspreis

„Wirtschaften fürs Gemeinwohl“ Fleckenbühler erhalten Nachhaltigkeitspreis

Bei der dreitägigen ­Regionalkonferenz „Nachhaltig handeln“ in Schönstadt gab es ­Vorträge, Workshops und viel Gesprächsstoff für ­Diskussionen.

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Regionalmanager Stefan Schulte, Hermann Schleicher, Ronald Meyer, Dr. Jürgen Römer, Kirsten Fründt und Rüdiger Heß setzten sich für Nachhaltigkeit in der Region ein.

Quelle: Elvira Rübeling

Schönstadt. „Mein Antrieb sind die Kinder, und ich denke bei all meinem Handeln an die nächsten Generationen. Mit der zweiten Regionalkonferenz wollen wir einen weiteren Beitrag zum Thema ,Nachhaltig handeln, Wirtschaften fürs Gemeinwohl‘ im Landkreis Marburg-Biedenkopf leisten“, eröffnete Stefan Schulte Regionalmanager der Region Burgwald-Ederbergland die Diskussionsrunde.

In allen Ansprachen betonten die Redner ausnahmslos die Wichtigkeit des Themas. ­Gemeinwohlökonomie ist eine­ ­alternative Wirtschaftsform, in der Werte wie Menschenwürde, Solidarität und ökologische Nachhaltigkeit die zentrale Rolle spielen und nicht das profitorientierte Wachstum.

Sechs Millionen Euro für mehr als 270 Projekte

Zur Region Burgwald-Ederbergland haben sich 15 Kommunen zusammengeschlossen, um eine nachhaltige regionale Entwicklung zu unterstützen. Dazu wird unter anderem das europäische Förderprogramm LEADER genutzt. Ergänzt mit hessischen Landesmitteln flossen bisher sechs Millionen Euro in mehr als 270 Projekte. Bis zum Jahr 2020 stehen weitere 2,1 Millionen Euro zur nachhaltigen Projektförderung bereit. „Mit der Schreckensherrschaft der Betriebswirte muss Schluss sein“, betonte auch Buchautor, Referent und Initiator der Gemeinwohl-Ökonomie, Christian Felber. Er wiederholte damit das vorhergehend, ausgesprochene Zitat­ Schultes.

Statt individueller Bereicherung beziehungsweise Ausbeutung landwirtschaftlicher Flächen, sollte das Gemeinwohl im Einklang mit der Natur, der Lebensqualität und der Gesundheit der Menschen im Mittelpunkt stehen. Ebenso wie das Preisverhältnis unethischer Produkte gegenüber ethischen Produkten korrigiert werden müsse, so Felber der auch Gast der Diskussionsrunde war. Auch die anderen Diskussionsteilnehmer, Professor Dr. Henning Austmann, Dr. Geseko von Lüpke und Diana Stier, stellten ihre Arbeit und derzeitigen Projekte vor, bevor Bürgermeister Rüdiger Heß als weiterer Diskussionsteilnehmer Platz nahm.

Hof Fleckenbühl als Vorreiter in der Region

Besser hätte man den Veranstaltungsort der zweiten Regionalkonferenz nicht wählen können, betonte Cölbes Bürgermeister Volker Carle. Das Hofgut Fleckenbühl, das mit seiner praktizierten Gemeinwohlökonomie im Landkreis Marburg-Biedenkopf absoluter Vorreiter war und weit über die Region hinaus bekannt geworden sei, lebe die Philosophie nachhaltig handeln schon seit Jahrzehnten.

Zur großen Überraschung der Gastgeber wurde Hofgut Fleckenbühl mit dem Nachhaltigkeitspreis des Landkreises ausgezeichnet. Sichtlich gerührt nahmen Vorstandsvorsitzender Ronald Meyer und Geschäftsführer Hermann Schleicher den Preis entgegen, der die Unternehmen oder Kommunen auszeichnet, die sich im besonderen mit diesem Thema auseinandersetzen.

von Elvira Rübeling

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