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Einfach mal Pilot werden – im Ballon

Kurhessischer Verein für Luftfahrt Einfach mal Pilot werden – im Ballon

Die Seele baumeln lassen, der Welt einfach mal entrücken.  – „Das geht am besten in einem Heiß­luftballon“, sagt Pilot Werner Hoffarth und lädt dazu ein, es selbst mal auszuprobieren.

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Die Welt aus anderer Perspektive „erfahren“. Das geht in doppelter Hinsicht im Korb eines Heißluftballons.

Quelle: Werner Hoffahrt

Schönstadt. Es müssen ja nicht gleich „Fünf Wochen im Ballon“ sein – aber zweifelsohne verhalf Jules Vernes Erstlingswerk von 1863 dem Ballonfahren in der Breite eine gewisse Aufmerksamkeit. In der Tat so sehr, dass eines seiner berühmtesten Werke – „In 80 Tagen um die Welt“ – bis in unsere Zeit hinein stets auch mit einem Ballon in Verbindung gebracht wird, obwohl Vernes‘ Reisender Phileas Fogg keine einzige Strecke in der Luft zurücklegt. – Aber man muss hierzulande sich nicht die Nase in Büchern plattdrücken, wenn man in sich die Sehnsucht verspürt, selbst einmal den Sprung in den Korb zu wagen und einfach abzuheben.

Großveranstaltungen mit dem Heißluftballon

Der Kurhessische Verein für Luftfahrt Marburg, beheimatet auf dem Flugplatz in Schönstadt, begann 1909 seine Vereinsgeschichte mit einem Ballon. Und wenn heute vielleicht der Fokus mehr auf Motorflug und Segelflug liegt, so gibt es neben den Modellfliegern seit dem 75-jährigen Vereinsbestehen, das 1984 begangen wurde, auch eine Sparte für Ballonfahrer. Und die fristen nicht irgendwo unbeachtet im Verein ihr Dasein, sondern haben in der Vergangenheit immer wieder für große öffentlichkeitswirksame Spektakel am Himmel über Gladenbach oder dem Marburger Schloss gesorgt, in dem ihre Mitglieder Heißluftballon-Großveranstaltungen organisierten.

Heißluftballone kann man nicht nur von der Erde aus bestaunen. Man kann auch als zahlender Gast mitfahren und ganz wichtig: Man kann auch selbst Pilot werden. Und dafür muss man nicht irgendwo in der Republik rumreisen, man kann die Ausbildung dazu direkt hier im Landkreis machen.

Ballonpilotenschein in einer Lerngruppe erwerben

Werner Hoffarth, Geschäftsführer des Vereins, ist selbst leidenschaftlicher Ballonfahrer und möchte diese Leidenschaft gerne noch mit weiteren Interessierten teilen. „Wir wollen im Kurhessischen Verein für Luftfahrt eine Lerngruppe organisieren, die bereit ist, den Ballonpilotenschein zu erwerben. Die Ausbildung kann auf unserem Vereinsballon gemacht werden. Die Konditionen für die Ausbildung werden von dem Verein entsprechend gefördert“, informiert Hoffarth.
Was muss man können beziehungsweise an Vorkenntnissen besitzen? – „Nichts“, sagt Hoffahrt. Begeisterung reicht erst einmal aus.

Und wer darf sich angesprochen fühlen? Alle ab 17 Jahren. Wer dann aber wirklich ernst macht, muss sich zuvor von einem Fliegerarzt auf Flugtauglichkeit untersuchen lassen. Das ist unerlässlich. Aber auch dafür muss man nicht quer durch die Republik fahren. Es gibt Ärzte in Marburg, die das machen, einer ist sogar Vereinsmitglied.  Wann es losgeht ist noch nicht festgelegt. „Das werden wir dann mit den Interessenten besprechen, die sich in dieser Gruppe zusammenfinden“, sagt Hoffarth. Um Pilot beziehungsweise Pilotin werden zu können, muss man schon eine umfangreiche Ausbildung durchlaufen.

Kontakt

Weiterführende Informationen zu der Ausbildung zum Ballon-Pilot geben Reinhard Moldenhauer, Telefon 0 64  22 / 89 90 16 1, Werner Hoffarth, Telefon 01 72 / 98 88 59 8 und Marianne Winkler, Telefon 01 76 / 96 12 41 53.
Der Flugplatz ist zu erreichen unter 0 64 27 / 80 46.

Hoffarth zählt auf: Die Ausbildung besteht aus einem theoretischen Teil, dem Flugfunk, sowie dem praktischen Teil. Jeder Teil wird mit einer Prüfung abgeschlossen. Die Theoriefächer umfassen: Luftrecht, Navigation, Meteorologie, Grundlage des Fliegens (Aerodynamik und Aerostatik), Flugfunk, Betriebliche Verfahren, Flugleistung und Flugplanung, Allgemeine Luftfahrzeugkunde und menschliches Leistungsvermögen. Die praktische Ausbildung umfasst mindestens 16 Fahrstunden, darin enthalten mindestens 12 Fahrstunden mit Lehrer, mindestens eine Alleinfahrt von 30 Minuten Dauer, mindestens 10 Aufrüstungen, mindestens 20 Starts und Landungen. „Diese Vorgaben sind Mindestwerte, die im Rahmen einer sicheren und guten Schulung im Regelfall überschritten werden“, sagt Hoffarth.

PS: Für Inhaber von Pilotenscheinen PPL A, SPL und weitern gibt es in der Theorieausbildung wesentliche Erleichterungen.

von Götz Schaub

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