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Eine echt musikalische Runde

„Freundeskreis der Volksmusik“ Eine echt musikalische Runde

Sie musizieren gerne gemeinsam und genießen die Gemeinschaft mit Gleichgesinnten. Über Nachwuchs, der ruhig auch älter sein darf, würde die Gruppe sich freuen.

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Im kleinen Saal der Mehrzweckhalle probt der „Freundeskreis der Volksmusik“.

Quelle: Manfred Schubert

Bürgeln. „Wichtig ist, dass uns nicht nur die Musik vereint, sondern dass wir Freunde geworden sind“, betonte Werner Gies. „Wir machen jedes Jahr ein Sommerfest, gemeinsame Ausflüge, bei denen wir im Bus musizieren oder zum Beispiel im Limburger Dom spontan ,Amazing Grace‘ anstimmen, oder wir verbringen ein Wochenende in der Rhön“, berichtete er.

Seit zehn Jahren leitet Gies den 2006 gegründeten „Bürgelner Freundeskreis der Volksmusik“. Der Name führt etwas in die Irre, der Einzugskreis ist ­wesentlich größer. Nur zwei der 15 Mit­glieder kommen aus Bürgeln, andere aus Marburg, Neustadt, Rauschenberg, Erfurtshausen und so weiter.

„Freundeskreis der Volksmusik“ trifft sich seit elf Jahren

Hervorgegangen ist der „Bürgelner Freundeskreis der Volksmusik“, wie auch andere Gruppen beispielsweise in Ockershausen oder Dautphe, aus dem ersten im Landkreis gegründeten Mundharmonika-Stammtisch in Argenstein. Dem fühlt man sich auch heute noch verpflichtet: Im kleinen Saal der Mehrzweckhalle probt der Freundeskreis jeweils donnerstags von 18.30 bis 20.15 Uhr, mit Ausnahme des zweiten Donnerstags im Monat. Dann trifft sich der Stammtisch in Argenstein.

Zusammengetrommelt hat die Bürgelner Gruppe Herbert Kahler, der sie anfangs auch ­leitete, aber nach einem Drei­viertel­jahr schied er aus gesundheitlichen Gründen aus. Das ­Logo des Freundeskreises mit Akkordeon, Gitarre und Flöte hinter einer ­Mundharmonika mit dem Schriftzug „Harmonie“ entwarf der frühere Chefarzt der HNO-Klinik Dr. Walter Schulze. Schulze wohne jetzt in München, spiele aber noch mit, wenn er Marburg besuche, erzählte Gies.
Mittlerweile spielt die ­Gruppe Konzerte in der Alten Kirche Bürgeln, auf goldenen Hochzeiten oder runden Geburtstagen, begleitet Gottesdienste in der neuen Kirche, aber tritt auch überregional wie bei Harmonika-Spielertreffen in Alfeld an der Leine oder dem Mundharmonika-Festival in Klingental auf.

Ein Repertoire aus mehr als 200 Stücken und Liedern

Das Repertoire umfasst mehr als 200 Stücke und Lieder von Kirchlichem über Schlager wie „Griechischer Wein“, Volks- und Seemannslieder bis hin zu Jagd- und Stimmungsliedern. „Wir gestalten das Programm immer so, dass die Zuhörer zum Mit­singen eingeladen sind. Oft danken sie uns, dass sie von uns Lieder zu hören bekommen, die sonst nicht gespielt werden“, sagte Gies. Ein Schwerpunkt der Auftritte liege in der Weihnachtszeit, meist vor älterem Publikum, wo man häufig ein Schulterklopfen bekomme und „Mensch, wie schön“ höre.

Einige Mitglieder hätten erst spät, manche mit 50 Jahren, angefangen zu spielen. Zwei Drittel spielen, ohne Noten lesen zu können. „Ich habe doch noch Noten gelernt, weil es bei Volksliedern oft wie bei Märchen so ist, dass sie regional unterschiedlich überliefert sind. Und dann heißt es, einer spiele falsch“, berichtete Gies. Worauf der Einwurf kam: „Es kommt nicht darauf an, Noten zu kennen, sondern dass der Ton stimmt“, und alle lachten.
„Anfänger können eine Einleitung zum Spielen erhalten.

 Wenn zwei bis drei Leute Interesse hätten, würden wir auch einige Einführungsstunden organisieren“, warb Gies und betonte: „Keiner muss Angst haben, dass die Messlatte zu hoch hängt, wenn eine gewisse Grundmusikalität vorhanden ist.“

 
Spaß am gemeinsamen Musizieren: der Bürgelner Freundeskreis der Volksmusik. Werner Gies (vorne links) leitet ihn seit zehn Jahren. Foto: Schubert

Bei manchen geht die Faszination der Mundharmonika über das Spielen hinaus zum Sammeln. Uwe Römer aus Allendorf-Hohenfels bewahrt mittlerweile eine stattliche Anzahl in Vitrinen auf und bedauert: ­„Schade, dass die Mundharmonika in Deutschland nicht als vollwertiges Instrument anerkannt ist, anders als in Großbritannien, den USA oder Irland, wo sie zur Folklore gehört.“

Während der gemeinsamen Proben kommt es auch mal vor, dass ein Ständchen gespielt wird. Beispielsweise, wenn der 55. Hochzeitstag der Mitglieder Kurt und Lisa Arb mit „Ich bete an die Macht der Liebe“ stimmungsvoll gewürdigt wird. Denn auch das gehört zum Freundeskreis der Volksmusik, der ein ­Altersspektrum von 31 bis 89 Jahren aufweist, dass Ehepaare oder Vater und Sohn oder Tochter miteinander musizieren.

  • Menschen, die gern Mundharmonika, Akkordeon, Gitarre, Flöte oder dergleichen in der Gruppe spielen oder vielleicht auch singen möchten, können Werner Gies, Telefon 0 66 92 / 14 45, oder jedes andere Mitglied des Freundes­kreises ansprechen.

von Manfred Schubert

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