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Ein Platz zum Küssen und Ausruhen

Partnerschaft Cölbe-Koscierzyna Ein Platz zum Küssen und Ausruhen

Der Partnerschaftsverein Cölbe-Koscierzyna arbeitet nunmehr seit 20 Jahren daran, die Bande zwischen der hessischen und der polnischen Gemeinde zu stärken. Als Zeichen der Verbundenheit spendet der Verein eine Bank.

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Aga Sauerwald nimmt mit ihrem Ehemann Frank Platz auf der neuen Bank.

Quelle: Dominic Heitz

Cölbe. Aga Sauerwald wechselt spielend zwischen Polnisch und Deutsch. Zwischen all den Bekannten und Freunden aus ihrer alten Heimat in Polen und aus Cölbe ist sie eine gefragte­ Gesprächspartnerin. Sie dolmetscht, scherzt und sorgt dafür, dass der Zeitplan einigermaßen eingehalten wird. Nicht ganz einfach, denn bei einem solchen Besuch gibt es viel zu erzählen.

Sauerwald ist die Vorsitzende­ des Partnerschaftsvereins Cölbe-Koscierzyna und hat die Feier zum 20-jährigen Bestehen des Vereins organisiert. ­Eine Reisegruppe aus Polen und der Ukraine ist nach Cölbe gekommen und hat von Donnerstag bis Sonntag ein verlängertes Wochenende in Hessen verbracht. Seit vielen Jahren pflegen die Cölber eine intensive Partnerschaft mit den Polen. Die polnischen Freunde nahmen das 20-jährige Vereinsbestehen zum Anlass, um ihrerseits einige Freunde aus der Gemeinde Pniewy und aus der Ukraine mit nach Cölbe zu bringen.

Besuch aus Polen und der Ukraine

Am Freitag kam zu einem ­gemeinsamen Mittagessen auch der hessische Europa-Staatssekretär Mark Weinmeister, um die Gäste willkommen zu heißen. Das deutsch-polnische Miteinander sei eine wesentliche Grundlage für das gemeinsame Europa, sagte er. „Wie wichtig und fruchtbar die zivilgesellschaftlichen Verbindungen zwischen Deutschland und Polen sind, sieht man in der Gemeinde Cölbe eindrucksvoll.“ Weinmeister sprach über verschiedene erfolgreiche Projekte, die Polen und Deutsche in jüngerer Vergangenheit miteinander verwirklicht haben, wie zum Beispiel ein Auszubildenden-Austausch, bei dem junge Lehrlinge Einblicke in die Arbeitswelt im Nachbarland gewinnen konnten.

Der Staatssekretär sprach mit Respekt über die „rasante Entwicklung“ in Polen. „Das Land ist ein Vorbild für andere.“ Freitagnachmittag traf sich die komplette Delegation dann mitten in Cölbe. Der Cölber Adam Lenz hatte für den Partnerschaftsverein eine Holzbank gefertigt, die der Verein den Bürgern spendet. „Als sichtbares Zeichen“ für die engen Verbindung zwischen Koscierzyna und Cölbe, sagte Aga Sauerwald. Den Platz für die Bank hatte der Verein sorgfältig ausgewählt – „wo jeder mal vorbeigeht“, sagte Sauerwald. Es sei ein Ort, „wo sich Cölber Flüchtlinge mit den Ehrenamtlern treffen, wo Alt und Jung sich draufsetzen, wo sich vielleicht ein verliebtes Paar küsst oder sich einfach mal jemand ausruht“.

Nachbarland ­„entwickelt sich rasant“

Sauerwald sprach auch sorgenvoll über die Zukunft. Die Partnerschaft müsse sich angesichts der politischen Konstellation in Polen und umstrittener Themen in Europa neu ­beweisen. „Unser gemeinsames Europa-Haus gerät ins Wanken, unsere Solidarität schwindet“, sagte sie. Mehr denn je brauche es nun in Deutschland und Polen Vereine und andere Institutionen, die Partnerschaftsarbeit leisten und europäisches Verständnis vermitteln.

Den Besuch nutzten die Mitglieder des Partnerschaftsvereins auch für ihre Jahreshauptversammlung im Vereinsheim des Turnvereins. Dort wurde das vergangene Geschäftsjahr besprochen sowie der Hilftransport im kommenden Jahr geplant. Der Partnerschaftsverein will dann wieder das Kinder- und das Sozialheim in der polnischen Gemeinde unterstützen sowie Lebensmittelpakete an verarmte Familien senden. Zur Finanzierung veranstaltete­ der Verein am Samstag eine Tombola, bei der knapp 400 Euro eingenommen wurden.

 
Sauerwald sagt, dass es für sie keine ­Alternative zu einem integrierten Europa gebe. Foto: Dominic Heitz

von Dominic Heitz

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