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Cölbe tauscht und kauft kreuz und quer

Straßenflohmarkt Cölbe tauscht und kauft kreuz und quer

Wenn ein ganzes Dorf zum Flohmarktgelände wird... Was man aus Städten als WG-Flohmarkt kennt, macht jetzt auch auf dem Lande Schule. Wieder einmal ist Cölbe der Vorreiter.

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Wie ein Flohmarktstand für Liebhaber besonderer Stücke: Andrea Schmitt, Ideengeberin für den ersten Cölber Straßenflohmarkt, präsentiert ihre alten Schätze.

Quelle: Carina Becker

Cölbe. Andrea Schmitt ist begeisterte Flohmarktgängerin. „Schauen und schlendern – alte Foto-Utensilien und andere Schätze entdecken, das ist das, was einen Flohmarkt für mich ausmacht“, schwärmt die 35-jährige Fotografin, die gemeinsam mit ihrem Mann vor sieben Jahren aus der Region München nach Cölbe zog, „der Arbeit wegen“.

Ihre neue Heimat hat Andrea Schmitt ins Herz geschlossen, „und es ist toll, wenn man Möglichkeiten hat, mit den Nachbarn in Kontakt zu kommen und sich kennenzulernen“. Ein Dorfflohmarkt müsse dafür eine ideale Gelegenheit sein, dachte sich die Cölberin. Sie sprach Volker Carle auf diese Idee an – und der Bürgermeister war sofort begeistert von dem Gedanken, etwas an den Start zu bringen, das die Cölber einander näherbringt, das Besucher anzieht und das sich auch noch auf das Energieziel der Gemeinde – Autarkie ab 2040 – positiv auswirkt.

Erste Anmeldungen liegen vor

„Alte Gegenstände, die man selbst nicht mehr haben möchte, an andere weiterzugeben, das ist ein guter Beitrag zur Energiewende“, sagt Carle und Gemeinde-Mitarbeiterin Regine Hassenpflug erklärt, dass bei der Produktion von Neuwaren große Mengen von Energie benötigt werden. „Das kann man positiv beeinflussen, indem man alte Sachen weiternutzt.“

So wird Cölbe zum Straßenflohmarkt – die Gemeinde unterstützt Andrea Schmitts Idee, und die Hoffnung ist, dass viele Bürger mitmachen. „Zwei Anmeldungen haben wir schon.“ Regine Hassenpflug ist zuversichtlich, „wir fangen ja gerade erst mit der Werbung an“.

Termin ist der Samstag, 10. Oktober. Bis 11 Uhr sollen die Cölber ihre Stände auf ihren Höfen oder an ihren Häusern aufgebaut haben. Besucher können sich dann auf Flohmarkt-Tour kreuz und quer durch die Straßen begeben. Bis zum 10. Oktober soll eine Übersichtskarte vorliegen, in der alle beteiligten Haushalte aufgeführt werden. Die Wege, die die Flohmarktbesucher unterwegs in Cölbe von Stand zu Stand zurücklegen, sollen sie als Spaziergang verstehen, betont Carle. „Die Cölber selbst sollen ihre Autos bitte stehen lassen“, wünscht er sich und verweist darauf, dass Gäste sowohl an der Turnhalle als auch im Gewerbegebiet und an den Ortstraßen Parkplätze finden.

Vereine wollen sich mit einbringen

Die Vereine ziehen mit, einige haben bereits ihre Bereitschaft signalisiert, sich am Programm zu beteiligen, berichtet Regine Hassenpflug. So werden Sänger, Sportler und Feuerwehrleute oder auch die Gemeindebücherei voraussichtlich mit dabei sein und den Markttag mit Essen- und Getränkeständen bereichern. „So soll das sein“, freut sich Andrea Schmitt, „man schaut hier und dort und unterwegs kann man etwas essen und sich erfrischen.“

An dem Markttag hat Cölbe noch eine Attraktion zu bieten, die im Landkreis bereits einige Nachahmer gefunden hat und die sich trefflich einfügt ins Konzept der Altwaren-Vermittlung. Das Repair-Café öffnet von 14 bis 18 Uhr in der Gemeindehalle seine Pforten, „da kann man dann alte Sachen, wenn sie repariert oder überprüft werden sollen, direkt vorbeibringen“, sagt Repair-Café-Organisatorin Gabriele Henkel und freut sich, dass es in Cölbe eine weitere Initiative zur Wiedernutzung von Gebrauchtwaren gibt. Das Repair-Café bietet an diesem Tag nicht nur Reparatur-Service gegen Spende an, sondern wie immer auch Kaffee und Kuchen.

Andrea Schmitt stellt sich vor, wie Cölbe aussehen wird mit all den Flohmarkt-Ständen. Und wie sie ihren eigenen Stand dann in der Einfahrt aufbaut. „Ich freue mich riesig darauf“, sagt sie und stapelt probeweise alte Koffer und Körbe.

von Carina Becker

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