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Codewort „Wodka“ ist nicht gut genug: Dealer erwischt

Aus dem Landgericht Codewort „Wodka“ ist nicht gut genug: Dealer erwischt

Ein Spielhallenbesitzer aus dem Nordkreis hatte auch „Gras“ im Angebot. Das wurde ihm vor dem Landgericht zum Verhängnis.

Marburg. Die erste Strafkammer des Landgerichts Marburg verurteilte den Mann wegen „Handeltreibens mit Betäubungsmittel in nicht geringer Menge“ zu zwei Jahren und sechs Monaten Freiheitsstrafe. Der 34-Jährige war den örtlichen Kriminalbeamten im Zuge einer großangelegten Observation der Rauschgift-Szene ins Netz gegangen.

Die Fahnder fanden neben etwa 16000 Euro Bargeld auch rund 1,8 Kilo Marihuana und 500 Gramm Haschisch bei dem Mann, versteckt hinter Umzugskartons auf dem Dachboden.

Die Ermittlungen führten direkt zum Täter, weil es der Polizei im Vorfeld gelungen war, anhand von Telefonüberwachungen Verdächtiger Gespräche mitzuschneiden.

Der mutmaßliche Täter und seine Komplizen wurden enttarnt, obwohl die Drogen-Bande in den Gesprächen Codewörter verwendet hatte. Bestellte der Verurteilte etwa „eine Kiste Wodka“ bei seinem Komplizen, bekam er ein Kilo „Gras“ geliefert. Gerne nehme der Spielhallenbesitzer auch „zwei Kisten“, entnahm die Staatsanwaltschaft den Gesprächsprotokollen. „Mittlerweile sind uns aber viele Codierungen der Drogen-Szene bekannt“, erklärte die zuständige Kriminalbeamtin als Zeugin und so seien „Wodkakisten“ und ähnliche Codewörter wenig kreativ und leicht zu durchschauen.

Der Umfang der Bestellungen und eine Vielzahl an gefundenen leeren Rauschgiftverpackungen auf dem Dachboden des Angeklagten waren der Staatsanwaltschaft Anlass genug, im Plädoyer drei Jahre und zwei Monate Freiheitsstrafe und eine Geldstrafe von 7000 Euro zu fordern. Das Gericht folgte dem nur zum Teil, da dem Drogen-Dealer nur im Zeitraum von Oktober bis November 2013 der Handel mit illegalen Rauschdrogen nachgewiesen werden konnte, dieser bisher strafrechtlich kaum in Erscheinung getreten war und zumindest ein Teilgeständnis während der Verhandlung erbrachte.

Drei weitere Rauschgift-Dealer und Konsumenten, die bei der Fahndung ebenfalls aufgeflogen waren, warten derzeit noch auf ihre Verhandlung.

von Felix Born

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