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Bürgermeister rechnet nicht mit Wiederkehr

Gemeindeauto in Griechenland Bürgermeister rechnet nicht mit Wiederkehr

Hinfahren, auslösen, heimbringen. Klingt gut, einfach und machbar. Aber so läuft das nicht mit dem seit mehr als einem Jahr in Griechenland beschlagnahmten Auto der Gemeinde Cölbe.

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Im Dezember 2015 wurde der neue Transporter vor dem Rathaus der Gemeinde Cölbe ausgeliefert. Jetzt steht er beschlagnahmt in Griechenland. Das Bild zeigt Gemeindevertreter, Mitarbeiter und Sponsoren bei der Übergabe.

Quelle: Archiv

Cölbe. Volker Carle, Bürgermeister der Gemeinde, sieht praktisch keine reale Chance mehr, dass das Auto jemals wieder in seine Gemeinde zurückfindet. Wenn man es über Anwälte vor Ort versuche, sei die Gefahr sehr hoch, Kosten zu verursachen, die den Wert des Autos sehr nahe kommen oder gar am Ende übersteigen. Und man habe keineswegs die Gewissheit, dass die Sache schnell abgeschlossen werden kann.

Im Gegenteil. Die Justiz in Griechenland  ist ganz stark in Verzug. Es kann dort nur noch nach Priorität gehen. Viele Verfahren sind zwar terminiert, aber auf ganz ferne Zeiten. Etwa auf 2028 oder gar 2031. „Wo werden wir uns da einreihen? Das macht ja keinen Sinn“, sagt Carle. Für ihn zeichnet sich ein anderes Ende der Geschichte ab.

Fahrerin will Kosten übernehmen

„Wenn der Leasingvertrag ausläuft, werden wir das Auto bezahlen. Und diese Kosten werden wir dann weitergeben.“ Weitergeben? An wen? An die Frau, die sich den Wagen von der Gemeinde geliehen hatte, um einen privaten Hilfstransport für Flüchtlinge in  Griechenland zu organisieren.

Die Frau hatte bereits zugesagt, alle Kosten, die der Gemeinde wegen des Autos entstehen, begleichen zu wollen. Sie wurde Ende 2015 vorübergehend festgenommen, als man in ihrem Auto in Griechenland Flüchtlinge entdeckte, die sie nach eigenen Angaben zur nächsten Registrierungsstelle fahren wollte. Der Vorwurf, eine Schlepperin zu sein wurde dann aber wieder fallengelassen, zumal sich die Frau durch diese private Hilfe nicht bereicherte.

Allerdings ist es grundsätzlich ein Straftatbestand, in Griechenland Flüchtlinge mit dem Auto irgendwo mit hinzunehmen. Während die Frau nach Deutschland ausreisen durfte, blieb das Auto bei der griechischen Justiz als Beweisstück zurück. Die Frau soll sich nämlich für ihre in Griechenland verbotene Handlung vor einem griechischen Gericht verantworten.

von Götz Schaub
  

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Mit Auto der Gemeinde Cölbe unterwegs
Im Dezember wurde der neue Transporter vor dem Rathaus der Gemeinde Cölbe ausgeliefert. Jetzt steht er beschlagnahmt in Griechenland. Das Bild zeigt Gemeindevertreter, Mitarbeiter und Sponsoren bei der Übergabe.  Archivfoto

Wo ist er bloß? Der Gemeinde Cölbe fehlt derzeit ein Fahrzeug aus dem gemeindeeigenen Fuhrpark. Die Frage lässt sich leicht beantworten. Der Wagen ist derzeit in Griechenland.

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