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Bürgermeister: „Kostenfrei wird es mit mir nicht geben“

Zoff ums Mitteilungsblatt Bürgermeister: „Kostenfrei wird es mit mir nicht geben“

Die Zukunft des Cölber Mitteilungsblattes, vorallem die Frage, ob das Blatt etwas kosten darf, führte in der jüngsten Gemeindevertretersitzung in Bürgeln zu kontroversen Diskussionen. „Kostenfrei wird es mit mir nicht geben“, betonte Bürgermeister Volker Carle (parteilos) am Ende der Debatte.

Bürgeln. Die Gemeinde könne es sich heute nicht mehr erlauben, das Mitteilungsblatt als freiwillige Leistung zu finanzieren, zumal es wegen Sparmaßnahmen beispielsweise beim Grünschnitt und der Mülleimerentleerung durch den Bauhof eine Vielzahl berechtigter Beschwerden gebe, dem müssten die Gemeindevertreter in einem Nachtragshaushalt gegensteuern. „Überall quillt der Müll über, da steht der Bürger auf der Matte, aber für etwa 60 Cent pro Ausgabe bekommt er schließlich beim Blättchen eine Gegenleistung“, so Carle.

Zum 30. September ist der bisherige Vertrag vom Verlag gekündigt worden. Bisher wurde das Mitteilungsblatt an alle Haushalte kostenfrei verteilt. Die Kosten dafür hätten laut Carle bisher monatlich etwa 835 Euro betragen. Dafür gebe es keine Angebote mehr, mindestens 20 000 Euro jährlich koste die einfachste Version. Wegen der Einstellung des Verlages hatten alle Fraktionen einen Antrag eingebracht, der den Gemeindevorstand beauftragen sollte, ein Konzept zur Weiterführung zu entwickeln.

Bereits im Haupt- und Finanzausschuss hatte Carle mitgeteilt, dass es ein Angebot nach dem Vorbild der Gemeinde Münchhausen gebe. Für eine wöchentliche Ausgabe, die die Gemeinde nichts koste, müssten die Bürger im Quartal den Beitrag von 7,85 Euro zahlen. Interessierte könnten so das Blatt bekommen, die anderen würden es nicht einfach in den Müll schmeißen. In Münchhausen nutzten das Angebot etwa 45 Prozent der Haushalte. Mitteilungen seien für die Gemeinde, sowie Vereine und Kirchen nach wie vor kostenfrei.

In der Gemeindevertretung konkretisierte Carle durch eine Tischvorlage, dass ab Oktober zunächst sechs Wochen kostenfrei an alle gut 3000 Cölber Haushalte verteilt werden könne, anschließend könnten die Bürger über ein Abonnement entscheiden.

Ute Hoppe (Grüne) hob hervor, dass sie nach wie vor ein kostenfreies Model bevorzuge, Fraktionskollegin Carola Carius ging sogar so weit, zu sagen, dass diejenigen, die es am meisten interessiere, so wenig Geld hätten, dass sie sich ein kostenpflichtiges Blatt nicht leisten können. „Es gibt Menschen, die müssen von acht Euro einen Tag bestreiten“.

Werner Bodenbender (Bürgerliste) und CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Jens Ried regten an, weitere Möglichkeiten zu prüfen, etwa als Beilage zu Wurfzeitungen oder öffentliche Auslage. Heinz-Wilhelm Wasmuth stellte wegen der Zeitnot den Antrag, dass der Gemeindevorstand, in dem schließlich alle Fraktionen vertreten seien, die endgültige Entscheidung treffe, wofür die Mehrheit der Gemeindevertretung votierte. Michael Timmes (Grüne) Antrag, die Sache in die Ausschüsse zur weiteren Beratung zu verweisen, fand keine Mehrheit.

von Heiko Krause

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