Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 1 ° Sprühregen

Navigation:
Bürgerinititative sieht den Wollenberg weiter gefährdet

BI-Arbeit geht weiter Bürgerinititative sieht den Wollenberg weiter gefährdet

Die Bürgerinitiative „Rettet den Wollenberg“ fordert, nach dem Aus für den Windpark den Wollenberg nun vollständig als Vorranggebiet für Windenergie aus dem Teilregionalplan Energie Mittelhessen zu streichen.

Voriger Artikel
CDU will Klimamanager einsparen
Nächster Artikel
Parlament bringt Steuererhöhung auf den Weg

Dr. Jürgen Scheele (Mitte), Vorsitzender der BI „Rettet den Wollenberg“, eröffnete die Sitzung mit Informationen zur aktuellen Situation und Vorschlägen zum weiteren Vorgehen.

Quelle: Manfred Schubert

Warzenbach. Zwar haben die Stadtwerke Marburg und die beteiligten Kommunen Lahntal, Wetter und Cölbe erklärt, dass der Gemeinschaftswindpark Wollenberg nicht gebaut wird, nachdem die artenschutzfachliche Nachuntersuchungen von Vorkommen von Mops- und Bechsteinfledermäusen im Planungsbereich ausgehen. Diese Untersuchungen waren nötig geworden, da Mitglieder der BI „Rettet den Wollenberg“ ein EU-Beschwerdeverfahren gegen die Errichtung eines Windparks in einem FFH-Gebiet zum Schutze von Fledermausarten angestrengt hatten.

Jedoch ist die BI noch nicht überzeugt, dass dies das endgültige Aus bedeute, denn in der gemeinsamen Presseerklärung schrieben die Beteiligten, „die Projektentwicklung des Gemeinschaftswindparks Wollenberg zur Zeit nicht weiter zu betreiben“.

Vorsitzender Dr. Jürgen Scheele eröffnete die Sitzung, zu der 24 Teilnehmer ins Sportheim kamen, mit Informationen zur aktuellen Situation und Vorschlägen zum weiteren Vorgehen. „Von mir aus sollen es die Stadtwerke in zwei Jahren erneut versuchen, dann klagen wir sie einfach weg“, meinte er. Aber man müsse sich dafür einsetzen, dass der Wollenberg vollständig aus der Regionalplanung und aus der Bauleitplanung Lahntals herausgenommen werde: „Wir wissen nicht, ob vielleicht herausgefunden wird, dass die Mopsfledermaus nicht so hoch fliegt, wie die nächste Generation von Windkraftanlagen sein wird.“ Beisitzer Dieter Klose kritisierte, dass keiner der Beteiligten auch nur einen Satz zur von der BI grundsätzlich in Frage gestellten Wirtschaftlichkeit des Windparks gesagt habe.

Ein Teilnehmer behauptete: „Unser Gegner ist Hessen Forst, die verdienen auf jeden Fall an einem Windpark.“ Bernd Schautes, einer der beiden stellvertretenden Vorsitzenden, sagte, von Hessen Forst sei „nie etwas in Richtung Naturschutz“ gekommen.

Eventuell sollte man einen offenen Brief an die Forstbehörde richten. Klose ergänzte, dass in dem FFH-Gebiet schwere Geräte und Transportfahrzeuge eingesetzt werden. Schneisen von oben nach unten gezogen würden, die zu Erosionsgefahr führten.

Schon früher hatte die BI das Verbreitern und Schottern der Waldwege kritisiert und vermutet, es sollten bereits die Transportwege für die Windkraftanlagenteile vorbereitet werden. Dies und die Baumfällungen entlang der Wege widersprächen dem FFH-Ziel, strukturreiche Waldinnensäume für die Mopsfledermaus zu erhalten. Auch könne man auf einst ausgewiesenen, aber jetzt geschotterten Sonderwanderwegen nicht mehr laufen oder Rad fahren, führte Klose an.

Scheele erklärte: „Wir müssen wachsam bleiben angesichts der nachträglichen Zurechtbiegungen der Bürgermeister und der Stadtwerke. Es so hinzustellen, als wollten sie es von Anfang an nicht machen, ist eine Unverschämtheit, Naturschutz hat sie von Anfang an keinen Millimeter interessiert.“

Das nächste Ziel müsse die Regionalversammlung sein sowie den Wollenberg aus der Bauleitplanung herauszubekommen.

von Manfred Schubert

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nordkreis

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr