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Bürger zeigen: „Wetter ist uns wichtig“

Stadtentwicklung Bürger zeigen: „Wetter ist uns wichtig“

Das war ein ermutigender Start: Etwa 180 Bürger fanden am Donnerstagabend den Weg in die Stadthalle und drückten damit sichtbar aus - „Wetter ist uns wichtig“.

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Wie kann Wetter attraktiver werden (hier die Ecke Fuhrstraße/ Am Untertor)? Darüber machten sich die Besucher der Auftaktveranstaltung „Wetter ist uns wichtig“ Gedanken. Ihre Wünsche und Ideen notierten sie auf Pappkärtchen.Fotos: Michael Agricola

Wetter. So voll war der Bürgerhaussaal in Wetter lange nicht mehr. Und er war nicht nur voll mit Menschen, die sich das Ganze einfach nur mal anhören wollten. Viele von ihnen sind auch bereit, mitzumachen, in welcher Form auch immer. Am Ende der Veranstaltung hatten sich so bereits 71 Besucher auf den Listen zur Mitarbeit in Arbeitskreisen eingetragen.

Die überraschend hohe Besucherzahl warf die Planungen der Organisatoren für den Ablauf des Abends ein wenig über den Haufen - natürlich im positiven. Ursprünglich sollten sich an diesem Abend auch schon Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themenbereichen gründen und mit Personen besetzt werden.

Doch angesichts der vielen Besucher war weder eine ausführliche Diskussion über Wünsche und Vorstellungen für eine attraktivere Stadt möglich noch eine schnelle Auswertung der auf Karten notierten Stichworte oder gar deren Präsentation an Stellwänden.

Am Ende wurden knapp 400 Karten abgegeben, berichtete Harald Althaus vom Arbeitskreis nach der Veranstaltung. Die Besucher hatten darauf bis zu vier Stichworte Ideen oder Wünsche notiert. Diese Anregungen werden nun vom Team des Arbeitskreises sortiert und in Themengebiete zusammengefasst. In etwa drei Wochen soll dann zu einer weiteren Veranstaltung eingeladen werden, bei der dann die einzelnen Arbeitskreise gegründet werden. In einem halben Jahr, am 1. November sollen die ersten Ergebnisse der Arbeitsgruppen in der Stadthalle vorgestellt werden, skizzierte Harald Althaus das straffe Programm, das sich der Arbeitskreis vorgenommen hat.

Die Organisatoren, zu denen Mitglieder des Gewerbevereins wie aus der Kommunalpolitik und aus Vereinen zählen, wünschen sich bis dahin weiterhin Ideen, Vorschläge und Anregungen von den Bürgern für eine attraktivere Stadt. Gerade wer nicht zur Auftaktveranstaltung kommen konnte, solle nicht ungehört bleiben, könne seine Meinung gern schriftlich weitergeben und natürlich selbst aktiv werden. Denn auch wenn so erfreulich viele Menschen im Saal seien, seien sie nicht repräsentativ für Wetter.

Nur um eins hatten Harald Althaus und Dr. Wolfgang Engelhardt, die die Veranstaltung moderierten, gebeten: „Lasst uns nach vorne schauen und nicht in die Vergangenheit.“ Man könne daraus lernen, was in den vergangenen Jahren nicht oder nicht gut gemacht worden sei. Aber die Arbeit des Arbeitskreises soll in die Zukunft gerichtet sein.

Das sah auch das Publikum so, in den Wortbeiträgen wurden bereits konkrete Dinge angesprochen, etwa zum Problem leerstehender Scheunen in den Ortskernen. Durch deren Abriss könnten alte Häuser und kleine Grundstücke für junge Familien attraktiver werden. Jetzt sei es meist so, dass junge Familien an den Rand zögen und nicht in die Ortskerne. Verhindert werde der Abriss aber meist durch den Denkmalschutz, das fanden viele im Saal nicht in Ordnung.

Die Anregung aus dem Publikum, Ausländer und Migranten in den Arbeitsgruppen gezielt mit anzusprechen, wurde aufgenommen, genauso der Hinweis auf die bereits im Demographieprojekt des Kreises erarbeiteten Vorschläge, die man nutzen könne.

Zu Beginn hatte der Gießener Professor Siegfried Bauer anhand der drei Themen Bürgerengagement, demografische Entwicklung und Gebäudeleerstand Ergebnisse einer Studie über Wetter und seine Ortsteile vorgestellt, die er im vergangenen Frühsommer mit seinen Studenten gewonnen hatte (die OP berichtete).

An die an Bauers Vortrag anschließende kurze Aussprache folgte der kreative Teil, das „Kartenschreiben“. Jeder Besucher konnte ein oder mehrere Kärtchen mit seinen Ideen und Wünschen füllen. Flächendeckende Breitbandversorgung stand da zum Beispiel zu lesen oder die Verbesserung des Nahverkehrsangebots und des Stadtbildes.

Alles Dinge, mit denen Wetter im Wettbewerb mit Nachbarkommunen oder mit Marburg wieder stärker punkten könnte. All dies sei zunächst nur ein „Wünsch dir was“, räumte Wolfgang Engelhardt ein. Zur Realisierung dieser Wunschliste könne und solle aber jeder beitragen. Es sei nicht so, dass man einen Katalog erarbeite und dem Bürgermeister einfach zur Erledigung „rüberschieben“ und „mach mal“ sagen könne. „Wir müssen selbst mit anpacken.“

Kontakt zum Arbeitskreis „Wetter ist uns wichtig“ bekommt man per E-Mail unter wetteristunswichtig@web.de, außerdem kann man sich an den Gewerbeverein, den Arbeitskreis oder an den Magistrat der Stadt wenden. Dort ist zum Beispiel auch der komplette Bericht der Gießener Regionalplaner um Professor Bauer einsehbar.

von Michael Agricola

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