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Bürger sollen sich für Allgemeinwohl engagieren

Letzter Teil vom OP-Wahltalk Bürger sollen sich für Allgemeinwohl engagieren

Peter-Funk-Herausforderer Ulrich Mengel lobte die Seniorenarbeit der Gemeinde, sieht aber auch noch große Entwicklungspotenziale.

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Gut besucht war der OP-Wahltalk.

Quelle: Nadine Weigel

Niederasphe. Ulrich Mengel erklärte, er habe mit keinem Bürger in Münchhausen gesprochen, der unzufrieden mit dem Ort sei, wo er wohne. Aber er betonte: „Wir müssen von dem Blitzerstreckenimage weg. Damit haben wir dem Ansehen unseres Ortes hessenweit geschadet. Wir haben über 200 angemeldete Gewerbe, wir können allein eine Gewerbeschau stemmen. Wir haben alle sieben Jahre die Grenzgänge in Münchhausen und Wollmar.

In einem Gespräch mit einem Gewerbe­treibenden entstand die Idee, wieder einen Weihnachtsmarkt, wahrscheinlich in diesem Jahr am Bahnhof, zu machen. So etwas kann man mit Bürgernähe und Gesprächen initiieren, das kann man auch mit Vereinen besprechen. Wir hatten zwei mittelalterliche Spektakel, das war auch sehr gut für die Außendarstellung. Wir müssen etwas bieten, wir haben tolle Orte wie den Christenberg, tolle Vereine, da geht noch mehr.“

Neben den Grenzgangfesten wies Bürgermeister Peter Funk auch auf das Straßenfest in Oberasphe, das in diesem Jahr stattfand, als dritte Großveranstaltung hin. Aber auch der Weihnachtsmarkt in Niederasphe sei mittlerweile ein Vorzeigeobjekt.

Zum Thema erneuerbare Energien räumte Mengel ein, dass viel von der Gemeinde aufgestellt wurde, mit Photo­voltaikanlagen und den kommenden Windenergieanlagen, die benötigt würden, auch wenn man darüber streiten könne, ob man sie schön finde. Er und Bürgermeister Funk erwähnten eine weitere modellhafte Anlage, die ein Investor bauen wolle, darüber solle allerdings noch Stillschweigen gewahrt werden.

In vielen Häusern konnten Flüchtlinge unterkommen

Eine Zuhörerin wollte Näheres zur Flüchtlingsarbeit der Gemeinde erfahren. „Im November 2015 wurden die Gemeinden vor eine große Aufgabe gestellt. Wir haben zum Glück das Marburger Erfolgsmodell, es wurden nicht einfach Busse voller Flüchtlinge vor die Rathäuser gefahren, sondern vieles im Vorfeld organisiert. Wir können von Glück sagen, dass alles so dezentral funktioniert. In vielen Häusern konnten die Flüchtlinge unterkommen, viele ehrenamtliche Helfer kümmern sich um sie, ohne diese hätten wir es gar nicht geschafft“, sagte Funk. Darauf könne man stolz sein.

Allerdings habe er auch Briefe bekommen, die in eine ganz andere Richtung gingen, mit Drohungen, bei denen man den Verfassungsschutz eingeschaltet habe, berichtete der Bürgermeister. Derzeit gebe es 51 Flüchtlinge in der Großgemeinde, die sehr gut integriert seien.

Mengel erklärte, ebenfalls in der Flüchtlingshilfe engagiert zu sein, er habe die Patenschaft für ein Familie übernommen, die er betreue. „Ich kann bestätigen, dass es sehr viele ehrenamtlich Engagierte gibt. Das ist ein guter Ansatz, um mit der Situation umzugehen“, fand er.

Stelle des Seniorenbeauftragten mehrfach ausgeschrieben

Auch zum Thema Seniorenarbeit nahmen Funk und Mengel Stellung. Funk sagte: „Wir haben eine sehr gute Seniorenarbeit. Als unsere ehemalige ehrenamtliche Seniorenbeauftragte Heidi Schneider aufhörte, sind wir ein bisschen in ein Loch gefallen. Aber ich habe hervorragende Mitarbeiterinnen und über 40 ehrenamtliche Helferinnen in den fünf Treffpunkten. Wir haben Leute gefunden, die Wanderungen machen, Heidi Schneider bietet weiter das Singen und Tanzen an, wir haben die Fahrten, aber wir wollen auch weitere Angebote schaffen.“

Die Stelle des ehrenamtlichen Seniorenbeauftragten sei bislang dreimal ohne Erfolg ausgeschrieben worden, daher werde man vorläufig mit seinen Mitarbeiterinnen weitermachen. Am 28. September soll es bei der Informationsversammlung zum Thema Bürgerhilfeverein auch um Mobilität für Senioren gehen, wie man zum Arzt oder Einkaufen kommt.

Mengel fand, grundsätzlich werde in Münchhausen eine mustergültige Seniorenarbeit geleistet, aber eben auch mit Erweiterungsmöglichkeiten. Er sei in einem Mehrgenerationenhaushalt groß geworden, wisse, was es heiße, mit alten Menschen zu reden. Man brauche die Kommunikation, jedes ehrenamtliche Konzept und Engagement sei willkommen.

Nachbarschaftsnetzwerke könnten auch ein Modell für die Dörfer sein, wo ein Nachbar auf den anderen aufpasst, aber das müsste alles mit Fachleuten wie Heidi Schneider besprochen werden: ein Projektteam, wo man bespricht, wo man hin will und wie man Ehrenamt und Gemeindeleistung einbindet.

von Manfred Schubert

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