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Bürger fragen nach der Rentabilität

Bürgerversammlung in Caldern Bürger fragen nach der Rentabilität

Im Waldgebiet „Wollenberg“ sollen bekanntlich sechs Windräder entstehen. Um finanziell auf der sicheren Seite zu sein,sollten sie sich vor dem31. Dezember 2014 drehen

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Die sechs Standorte befinden sich innerhalb der roten Fläche, sind aber noch nicht ganz genau festgelegt. Sie werden immer mehr als 1000 Meter Abstand zur nächsten Wohnbebauung haben, versprechen die Investoren.

Quelle: Götz Schaub

Caldern. Die Kommunen Lahntal und Wetter wollen mit den Stadtwerken Marburg insgesamt sechs Windkraftanlagen im Gebiet Wollenberg auf Flächen des HessenForsts bauen und gegen eine Pachtentrichtung betreiben. Die Verhandlungen sind derweil noch nicht abgeschlossen, doch versicherten die beiden Bürgermeister Manfred Apell (Lahntal) und Kai-Uwe Spanka (Wetter) sowie Rainer Kühne, Geschäftsführer der Stadtwerke, dass HessenForst derzeit ausschließlich mit ihnen verhandele. Erst wenn diese Verhandlungen aus welchen Gründen auch immer scheitern würden, könnten sich andere Firmen bei HessenForst vorstellen. Apell stellte unmissverständlich klar, dass Windkraftanlagen innerhalb der Vorrangfläche im Wollenberg kommen werden. Und weil das so sei, sei es nur ratsam, dass die Investoren nicht von außerhalb kommen und die Wertschöpfung mitnehmen, sondern die Kommunen selbst mit einem kommunalen Unternehmen an ihrer Seite die Wertschöpfung behalten und für ihre Infrastruktur nutzen. Obgleich der Teilregionalplan Energie Mittelhessen noch längst nicht in Kraft ist, wollen die drei Partner ihr Projekt vorantreiben.

„Das können wir so machen, weil das Regierungspräsidium Gießen die Behörde ist, die unsere Pläne genehmigen muss und gleichzeitig auch die Behörde ist, die über die Gültigkeit der Vorrangflächen entscheidet“, erläuterte Kühne. Um es klar zu sagen: Kommen die Pläne zum Bau der Anlagen durch, ist damit auch sichergestellt, dass die Vorrangfläche im endgültigen Plan Gültigkeit besitzt. Kühne erklärte den Bürgern auch bereitwillig, warum er aufs Tempo drücken will. „Die Anlagen sollten vor dem 31. Dezember 2014 laufen, weil danach der Systemdienstleistungszuschlag wegfällt, und dieser in unsere Kalkulation schon einen nicht unerheblichen Faktor darstellt.“

Ein Bürger wollte daraufhin wissen, ob das Projekt gefährdet sei, wenn es erst nach 2014 fertig werde. Man müsse dann schon neu rechnen und sich überlegen, ob es auch ohne gehen kann, sagte Kühne. Darüber zeigte sich nun doch der eine oder andere Bürger verwundert und so kam generell die Frage nach der Rentabilität des Projekts auf, zumal noch einige Ergebnisse, wie etwa die Artenschutzprüfung, ausstehen. Kühne versicherte, dass die entsprechenden Vorarbeiten und Gutachten die Rentabilität stützen. Die Ertragsprognosen seien sehr positiv. Der Stadtwerke-Geschäftsführer legte dar, dass die sechs Anlagen den Stromverbrauch aller Privathaushalte in den beiden Kommunen Lahntal und Wetter deckeln können. Einigen Bürgern erschien dies zu einfach und damit zu unsicher ermittelt, schließlich haben die Stadtwerke aus Kostengründen auf die Aufstellung eines Testmastes zur Ermittlung der Windgeschwindigkeit und -häufigkeit verzichtet. Erneut erklärte Kühne, dass die Ermittlung der Ausgangszahlen durchaus professionell und seriös vonstatten gegangen sei. Schließlich wolle man am Ende nicht noch drauflegen. Die Investitionssumme liegt bei rund 24 Millionen Euro.

In Sachen Finanzierung gibt es übrigens auch die Überlegung, die Gemeinde Cölbe partizipieren zu lassen. „Natürlich wollen wir mit dem Projekt auch Geld verdienen, das steht im Gesamtzusammenhang aber an zweiter Stelle“, sagte Apell. Er hält es primär für wichtig, dass sich die Kommunen um die Umsetzung der Energiewende kümmern. „Wir haben eine Verantwortung für die nächsten Generationen.“ Kühne geht davon aus, alle Unterlagen für das Genehmigungsverfahren bis Ende Mai zusammen zu haben. Dann müsse das RP die Vollständigkeit bestätigen oder Nachforderungen stellen. Sobald die Vollständigkeit der Unterlagen anerkannt sei, muss das RP innerhalb von drei Monaten entscheiden. Die Info-Veranstaltung soll noch einmal in Wetter angeboten werden.

von Götz Schaub

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