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Bürgelner zeigen viel Engagement

Bürgerversammlung Bürgelner zeigen viel Engagement

Bürger beteiligten sich rege an der Versammlung vergangenen Dienstag und diskutierten über die Themen „Alten Kirche“ und „Spielplatz am Bahnhof“.

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Die „Alte Kirche“ in Bürgeln ist ein beliebter Kulturort. In der Bürgerversammlung wurde ein Modell zur Erhaltung der historischen Kirche vorgestellt.

Quelle: Michael Agricola

Bürgeln. Dass viel bürgerliches Engagement in Bürgeln aufgebracht wird, zeigten nicht zuletzt die persönlichen Emotionen, die im Zusammenhang mit den Themen „Alte Kirche“ und „Spielplatz am Bahnhof“ stehen und auf der Bürgerversammlung am Dienstag zum Vorschein kamen. So ist es doch dem Vorsitzenden des Kulturvereins „Alte Kirche“, Dr. Kurt Bunke (Foto: Sarah Stolle), zu verdanken, dass derzeit Modelle zur Erhaltung der „Alten Kirche“ als kulturellen Ort ausgearbeitet werden. Sollte sich kein Modell zur Erhaltung finden, droht nicht nur der Leerstand des historischen Gebäudes, sondern auch dessen Verfall. Dass genau das nicht passiert, liegt besonders Bunke am Herzen.

Nachdem bereits zwei Modelle gescheitert sind – zum einen wollte sich der Marburger Förderkreis „Alte Kirchen“ des Problem annehmen, ist nun jedoch selbst pleite, zum anderen sollte eine Stiftung gegründet werden, was sich im Bundesland Hessen jedoch in diesem Zusammenhang eher schwierig herausgestellt hat – wird derzeit über ein drittes Modell beraten. „Es besteht die Überlegung zur Gründung einer Genossenschaft ,Alte Kirche‘. Mögliche Mitglieder sind die Gemeinde Cölbe, der Landkreis und der Kulturverein ,Alte Kirche‘. Außerdem sollen sich die Bürger ebenfalls einkaufen können“, berichtet der erste Vorsitzende des Kulturvereins. „Genaue Zahlen zur Beteiligung werden veröffentlicht, sobald das von Dr. Bunke ausgearbeitete Modell auch vom Landkreis abgesegnet ist“, sagte Cölbes Bürgermeister Volker Carle, der sich ebenfalls für den Erhalt der Kirche ausspricht.

Drittes Modell soll „Alte Kirche“ erhalten

„Wenn dieses dritte Modell ebenfalls scheitert, habe auch ich keine Energie mehr, an der Sache weiterzumachen“, kündigte Bunke an, für den die Kirchenerhaltung für Konzerte, Lesungen und Ausstellungen eigentlich eine wahre Herzensangelegenheit ist.

Weniger emotional ging es auch nicht beim Thema „Spielplatz am Bahnhof“ zu. So zeigte sich Bürgelns Ortsvorsteher, Jörg Block, über die „doch sonst so gut funktionierende Zusammenarbeit mit der Gemeinde“ leicht enttäuscht. „Der Hüttenverein hat aus eigener Kasse neue Spielgeräte für den Platz angeschafft. Diese liegen nun seit fast einem Jahr auf dem Bauhof und werden nicht aufgestellt“, sagte der Ortsvorsteher. „Dann hätte die Gemeinde noch vor Anschaffung der Geräte sagen können, dass man überlegt, den Spielplatz zu schließen“, so Block weiter.

Grund für die Überlegung zur Schließung sind laut Bürgermeister Carle die immens hohen Erhaltungskosten von rund zweitausend Euro pro Jahr für den Spielplatz, worin Wartung und Pflege enthalten seien. Außerdem kämen Kosten zur Aufstellung der Geräte hinzu, womit auch eine Aufarbeitung der Bodenbeschaffenheit einhergehe. Dem entgegnete Gisela Heller, die erste Vorsitzende des Hüttenvereins, dass mittlerweile nicht nur die Bodenbeschaffenheit besser geworden sei, sondern dass man auch das Geld für die Aufstellung im Verein zusammenhabe und diese Kosten ebenfalls tragen würde.

Spielplatz am Bahnhof" bleibt weiter im Gespräch

Die Meinungen der Bürgelner gehen beim Thema „Erhaltung des Spielplatzes am Bahnhof“ auseinander. Während die einen meinen, die Spielplätze am Neubaugebiet und am Kindergarten seien ausreichend, finden andere, dass leerstehende Häuser im alten Ortskern gerade für potenzielle Neubürger attraktiv sein könnten, wenn sich für deren Kinder ein Spielplatz gleich in der Nähe befindet. Man einigte sich darauf, konkrete Forderungen an die Gemeinde zu formulieren und das weitere Verfahren mit dem Spielplatz nochmals zu überdenken.

Weitere Themen der Bürgerversammlung waren der Norma-Markt, die Bauplatzerschließung, das Heimatmuseum, die Renaturierung der Kiesgrube und das Mitteilungsblättchen. Ortsvorsteher Block sprach zudem seinen Dank für das außerordentliche Engagement einiger Bürgerinnen und Bürger aus. Der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Christian Hölting, der zur Sitzung geladen hatte, bedankte sich bei den 26 Gästen für die rege Beteiligung im Rahmen der beiden Hauptthemen der Versammlung und für das ehrenamtliche Engagement Bunkes und Hellers.

von Sarah Stolle

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