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Brücke nach NS-Opfer benannt

Drei Wetteraner geehrt Brücke nach NS-Opfer benannt

Die Stadt Wetter benannte eineBrücke und den dazugehörigen Weg nach einem jungen weiblichen Opfer des Nationalsozialismus in Wetter und nach zwei mutigen Männern, die einen Mord verhinderten.

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Rund 50 Mitbürger kamen zur Namensgebung der „Daniel-und-Adam-Wagner-Brücke“ und des „Inge-Buchheim-Weges“.

Quelle: Elvira Rübeling

Wetter. Der neue Fußweg entlang der Wetschaft trägt nun offiziell den Namen eines jüdischen Mädchens, das zur Zeit des Nationalsozialismus in Wetter lebte und von Nazis getötet wurde. Ihr Name Inge Buchheim. Die neu erbaute Wetschaftsbrücke trägt zudem jetzt den Namen „Daniel-und-Adam- Wagner-Brücke“. Der Vorsitzende des Wetteraner Geschichtsvereins, Kay-Hubert Weiß, hat wie viele andere Mitglieder vor ihm, zwei Kapitalverbrechen die in der Zeit des Nationalsozialismus in der Stadtgeschichte geschahen, an den Tag gebracht. Die Taten wurden genauestens recherchiert und erfasst. So wurde der „Fall Alfred Stern“ niedergeschrieben.

Weiß freute sich, über die Namensgebung und erinnerte an die Menschen. Er erwähnte zum einen „den feigen Mord“ an Inge Buchheim (1929-1945) dem jungen, wetterschen Mädchen, das man wegen seines Glaubens erst in der Stadt ausgrenzte, dann verschleppte, schlimmer als Vieh behandelte und schließlich ohne Gnade erschlug. Zum anderen, erinnerte er an eine gefährliche Körperverletzung, die nur dadurch nicht zum Mord wurde, weil sich damals an der Wetschaftsfurt Vater und Sohn, Daniel und Adam Wagner, weigerten, die Handlanger eines Mobs zu werden.“

Schon im Jahr 1987 hatte sich eine Arbeitsgruppe „Juden in Wetter“ damals auf Anregung von Pfarrer Krause zusammengefunden und versucht, die verdrängte und tief verschüttete Geschichte der jüdischen Gemeinde in Wetter aufzuarbeiten. „Gegen das Vergessen“ engagiert sich auch der Trägerverein „Ehemalige Synagoge Wetter“. „Mit der Namensgebung der Brücke und des Weges soll den Opfern von Deportation, Verfolgung und Flucht an dieser Stelle gedacht und ihnen Ehre erwiesen werden, damit die Gräueltaten des totalitären nationalsozialistischen Regimes, das natürlich auch in Wetter sein Unwesen trieb, niemals in Vergessenheit gerät.“ Bürgermeister Kai Uwe Spanka freute sich über das große Interesse vieler Mitbürger die bei der feierlichen Einweihung vor Ort waren.

Im Anschluss daran kamen alle Beteiligten, Organisatoren und Bürger nicht nur zum regen Gedankenaustausch auf dem benachbarten Parkplatz zusammen, sondern auch, um die Einweihung mit einem kleinen Imbiss zu feiern.

von Elvira Rübeling

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