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Bombensuche im Cölber Wald

Kampfmittelräumung Bombensuche im Cölber Wald

Der Einsatz hat sich gelohnt: Proteste von Schule und Kita in Cölbe sowie den Waldinteressenten gegen die Sperrung von Teilen des Cölber Waldes sorgten in Wiesbaden offenbar für ein Umdenken.

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Diese Schilder könnten bald aus dem Cölber und Sarnauer Wald verschwinden.

Quelle: Michael Agricola

Wiesbaden. Umweltministerin Priska Hinz, Innenminister Peter Beuth und Finanzminister Dr. Thomas Schäfer gaben am Freitag überraschend bekannt, dass ein neuer Erlass und mehr finanzielle Mittel der Landesregierung nun doch eine Beteiligung an der Beseitigung von Weltkriegsbomben auf privaten Grundstücken möglich machen - wenn das öffentliche Interesse an der Nutzung der Grundstücke da ist.

Zum Hintergrund: Im rund 225000 Hektar umfassenden hessischen Privat- und Gemeinschaftswald gibt es auf circa 500 Hektar Fläche noch immer eine Belastung mit Kampfmittelresten aus den Weltkriegen. Einige dieser Flächen befinden sich im Landkreis, so in Cölbe, bei Todenhausen oder im Stadtallendorfer Herrenwald.

Eltern reichten Unterschriften und Petition ein

Bislang war das Land Hessen aus Gründen der Haushaltsentlastung nur für die Übernahme der Kosten für das Entschärfen, Abtransportieren und Vernichten von Kampfmittelresten in Privatwäldern verantwortlich. Die Suche nach möglichen Sprengkörpern musste der Grundstücksbesitzer selbst zahlen. Mit der jüngsten Entscheidung ändert die Landesregierung nun die bislang geltende Verwaltungspraxis - und passt sie damit dem Vorgehen anderer Bundesländer an. Weil schon die Suche nach Kampfmitteln im Wald erhebliche Kosten verursacht, waren die Waldinteressenten in Cölbe und Sarnau dazu übergegangen, den Wald für Besucher zu sperren. Sie hatten auch die Bewirtschaftung eingestellt, was zu Einnahmeausfällen führt. Die Sperrung des Waldes wiederum brachte die Schulen und Kindergärten um einen wichtigen Baustein in der Bildung. Elternbeiräte und Erzieherinnen in Cölbe starteten daraufhin eine Unterschriften­aktion und wandten sich mit einer Petition nach Wiesbaden.

Die Minister betonten am Freitag, dass es „dem Grundsatz nach“ bei der Pflicht zur Beteiligung an den Kosten der Kampfmittelräumung für die privaten Waldbesitzer bleibe. Fortan könnten aber Kosten für das Suchen, Auffinden, Bergen und Zwischenlagern von ehemals nicht reichseigenen Kampfmittelresten durch die Landesregierung übernommen werden, sofern ein besonderes öffentliches Interesse vorliege. „Das kann bei privaten Waldflächen insbesondere dann bestehen, wenn diese Waldflächen etwa eine Naherholungsfunktion besitzen oder in der Nähe von Schulen oder Kindergärten gelegen sind“, erläuterte Finanzminister Dr. Thomas Schäfer.

Räumung kann in diesem Jahr beginnen

Letztendlich werde es Einzelfallprüfungen geben. Er stellte aber konkret in Aussicht: „Noch in diesem Jahr könnte man beispielsweise mit einer Kampfmittelräumung in den als stark belastet eingestuften Teilen der privaten Waldgebiete in Sarnau und Cölbe beginnen“.

Nach Bewertungen des Datenmaterials durch Hessen-Forst und Kampfmittelräumdienst könnten darüber hinaus aus dem Landkreis auch die privaten Waldbesitzer in Todenhausen und Niederasphe von dieser Neuregelung profitieren, so Schäfer weiter.

von Michael Agricola

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