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Bitte ein Bier, nicht nur Schaum

Straßenfest in Oberasphe Bitte ein Bier, nicht nur Schaum

Die Zeit der harten Worte und entschiedener Kampfbereitschaft ist eine gefühlte Ewigkeit vorbei. Doch alle sieben Jahre weht ein Lüftchen jener Zeit durch Oberasphe, aber ganz sicher nur noch mit einer freundlichen Note. 

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Stefan Schmidt (rechts) gab in einem zweistündigen Lehrgang am Feuerwehrgerätehaus alles Wissenswerte über das richtige Zapfen von Bier weiter.

Quelle: Götz Schaub

Oberasphe. Alle sieben Jahre finden im Kreis in Buchenau, Biedenkopf, Wetter, Münchhausen, Wollmar und ganz aktuell noch in diesem Monat in Goßfelden Grenzgänge statt. – Auch Oberasphe feiert ein nur alle sieben Jahre wiederkehrendes Fest. Jedoch keinen Grenzgang, obgleich gerade dort die Grenze zum Nachbarkreis immer mal überprüft werden sollte, von wegen schleichender feindlicher Übernahme durch stetige Versetzung des Grenzsteins.....

Ach was, das sind Hirngespinste. Oberasphe pflegt zu seinem Nachbardorf Frohnhausen im Nachbarkreis Waldeck-Frankenberg sehr gute und tiefe freundschaftliche Beziehungen. Und so erwarten die Oberaspher sicher auch viele Festbesucher aus Frohnhausen und gerne auch anderen Orten aus dem Nachbarkreis zu ihrem Straßenfest.

Ja, in Oberasphe wird ein Straßenfest gefeiert – vier Tage lang mit viel Musik und auch Fußball-EM-Finale. Das Straßenfest soll an Vorgänge aus den frühen 70er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts erinnern, als Oberasphe im Zuge der
Gebietsreform Gefahr lief, der Stadt Battenberg zugeordnet zu werden, statt wie im Ort gewünscht der Gemeinde Münchhausen und damit dem Landkreis Marburg-Biedenkopf. Aber diese Geschichte erzählen wir gern noch, wenn das Fest näher rückt. Jetzt soll die Welt erst einmal erfahren, dass das Fest ansteht und die Planungen vorangeschritten sind.

Heimische Anbieter für Essen und Trinken

Vom 8. bis 11. Juli wird gefeiert – unter der Regie der Festgemeinschaft Oberasphe. Und die hat natürlich jetzt sehr viel zu tun, denn es muss an viele Dinge gedacht werden. Zum Beispiel an die Aufkarbonierung. Denn wenn die nicht beherrscht wird, kann es sehr trocken oder sagen wir besser sehr schaumig im Glas der Festgäste werden, die aber lieber ein leckeres frisch gezapftes Bier getrunken hätten als in Bierschaumblasen herumzustochern, auf der Suche nach ein bisschen Gerstensaft am Boden des Glases. „Also, uns ist es erst einmal wichtig, bei der Versorgung auf heimische Anbieter zurückzugreifen“, sagt Dirk Ludwig von der Freiwilligen Feuerwehr Oberasphe in seiner Funktion als Sprecher des Organisationsteams, das sich aus Mitgliedern der Feuerwehr, der Burschenschaft, des Kulturvereins und des Gesangvereins zusammensetzt. Heimische Anbieter also. Ja, das gilt für Essen wie auch für die Getränke. Und damit natürlich auch für das Bier.

Und damit das auch wirklich getrunken werden kann, haben sich Freiwillige einem sehr lehrreichen Zapflehrgang unterzogen, denn die Oberaspher wollen selbst zapfen. Wer jetzt fragt: „Ja, und wo ist das Problem?“, der sollte sich vielleicht doch mal mit Stefan Schmidt von der Brauerei Bosch treffen, der auf Einladung des Festausschusses allen Interessierten einen Zapflehrgang anbot. Denn der Kunst des Zapfens liegt auch ein gewisses Verständnis für Physik und Chemie zugrunde. Und wenn sich einmal nur Schaum durch die Druckleitung vom Fass ins Glas presst, dann wünscht man sich, man wüsste, woran das wohl genau liegen könnte und wie man es schnellstmöglich wieder hinbekommt mit dem richtigen Zapfen.

Richtige Ausrüstung zum Bier zapfen

Alles steht und fällt mit dem richtig Druck, dem Sättigungsdruck, der richtig eingestellt sein muss. Wird der unterschritten, entweicht Kohlenstoffdioxid (CO2) aus dem Bier, wird er überschritten, nimmt das Bier CO2 auf. Das Ansteigen der CO2-Konzentration im Bier  wird übrigens Aufkarbonisierung genannt.

Bei Stefan Schmidt lernt man auch, wie die Ausrüstung auszusehen hat, denn während einer Kirmes oder eben eines Straßenfestes Bier zu zapfen, ist etwas ganz anders als an einer fest installierten Anlage in einer Gaststätte. Und allein schon die Wahl des Verbindungsschlauches kann tolle, aber auch fatale Folgen haben. Ein höherer Durchfluss sei gut, eine 10er-Leitung, weil sie selbst auf einer Strecke von zehn Metern „so gut wie keinen Druckabbau“ zulässt, führt Schmidt aus. Denn der Druck, der muss einfach stimmen. Ludwig ist sich sicher, dass das dann alles gut funktioniert, wenn es los geht.

Das Datum vormerken: 8. bis 11. Juli

An Helfern mangelt es während des Festes sowieso nicht. „Es ist eine wahnsinnig gute Dorfgemeinschaft hier zu spüren und zu sehen. Jeder packt mit an, bringt sich mit ein. Die Anwohner der Straße, in der das Fest hauptsächlich stattfindet, bringen große Bereitschaft für den Gemeinsinn entgegen. Das ist klasse“, so Ludwig.

Das Straßenfest 2016 wird auch etwas Bleibendes hinterlassen, eine frisch aufgelegte 68 Seiten starke Festschrift mit einer Rückschau auf die Wurzeln des Festes und die aktuelle Situation in den Vereinen. Auch dazu wird es zu einem späteren Zeitpunkt, aber im Vorfeld des Festes noch etwas zu lesen geben. Jetzt erst einmal merken: 8. bis 11. Juli Straßenfest in Oberasphe.

 
Programm
Freitag, 8. Juli : 20.30 Uhr Peter Grün, 21 Uhr Take Five.
Samstag, 9. Juli: 20 Uhr Frankenland Musikanten.
Sonntag, 10. Juli: Trachtenkapelle Wohratal, davor Freundschaftssingen verschiedener Chöre und Trachtentanz, 20 Uhr EM-Finale und Donau-Power.
Montag, 11. Juli: 11 Uhr Fischbörner Bube.

von Götz Schaub

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