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Birke soll zum Teil erhalten bleiben

Ortsbeirat Reddehausen Birke soll zum Teil erhalten bleiben

Eine längere Diskussion, für die der Ortsbeirat den elf Zuhörern der jüngsten Sitzung im Verwaltungshäuschen einstimmig Rederecht erteilte, entspann sich um eine Birke am „Aspherstück“.

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Der Ortsbeirat Reddehausen tagte mit Michael Damian (CDU, von links), Ortsvorsteherin Hildegard Otto (SPD), Ralf-Michael Janicki (SPD) und Andreas Wagner (CDU).

Quelle: Manfred Schubert

Reddehausen. Diese befindet sich am Rande eines Gemeindegrundstücks, ragt aber mit dem stärkeren ihre beiden Stämme auf ein Privatgrundstück. Dessen neuer Besitzer möchte dort ein Fertighaus aufstellen lassen, das mit schweren Kränen angeliefert werden soll, wobei der Stamm die Zufahrt blockieren würde, wie er ausführte.

Die Gemeinde wollte die Birke entfernen, mehrere Anwohner sprachen sich dagegen aus, da diese ein sehr schöner, das Ortsbild prägender Baum sei, dessen Anblick viele erfreue. Zudem biete er etlichen Vögeln
Lebensraum.

Ortsvorsteherin Hildegard Otto (SPD) stellte klar, dass der Baum längst weg wäre, wenn es nach dem Nachbarschaftsrecht und dem einzuhaltenden Abstand zur Grundstücksgrenze ginge. Der künftige Bauherr ließ sich aber nach all den Fürsprachen mehrerer Nachbarn auf den Kompromiss ein, nur den auf sein Grundstück ragenden, schräg gewachsenen Stamm entfernen zu lassen. Der gerade, aufrecht gewachsene, allerdings schwächere Stamm darf stehen bleiben. Diesen Vorschlag beschloss der Ortsbeirat einstimmig.

Flüchtlinge bieten Chance, Zahl der Einwohner auszugleichen

Gemeindevorstandsmitglied Heinrich Palz (Grüne) erläuterte das in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung vorgestellte Konzept zur Unterbringung von 150 bis 200 Flüchtlingen in der Gemeinde Cölbe. Weil dieses sehr überzeugend sei, habe der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow überraschend 9,50 Euro statt 8 Euro pro Flüchtling und Tag zugesagt, was die Finanzierung sehr erleichtere. Zurzeit seien 64 Flüchtlinge untergebracht. Diese seien sehr offenherzig aufgenommen worden, der Arbeitskreis Flüchtlinge entfaltete eine sehr rege Tätigkeit.

Im Vergleich zur letzten Zählung habe Cölbe 150 Einwohner weniger, die Flüchtlinge böten die Chance, dies auszugleichen. Auch finanziell sei dies von Vorteil, weil die Zuweisungen des Landes an die Kommunen pro Kopf erfolgten. „Wir können uns nicht aussuchen ob, sondern nur, wie wir das machen. Wir wollen vermeiden, dass uns zwei Busse geschickt werden und wir Hallen ausstatten müssen. Wir müssen nach Vermietern suchen, es gibt nicht genug Leerstände. Reddehausen ist bisher nicht vorgesehen, hier gibt es keinen öffentlichen vermietbaren Wohnraum“, stellte Palz klar.

Er sei vom Bürgermeister gebeten worden, als Beigeordneter für Flüchtlingsfragen und Integration zu arbeiten. Die Ortsvorsteherin ergänzte, sie habe bereits Bewohner gefragt, ob sie Wohnraum für Flüchtlinge vermieten wollen, aber es sei schwierig, in dem kleinen Ort etwas zu finden.

Kindergartenbus soll auch für Senioren eingesetzt werden

Ein Zuhörer erklärte, er habe bereits in zwei E-Mails an den Kreis mitgeteilt, dass er zwei Flüchtlinge aufnehmen würde, aber bisher keine Antwort erhalten. Palz sagte, der Kreis habe viel zu wenige Sachbearbeiter eingestellt und habe auch gar nicht sagen können, wie viele Flüchtlinge bereits in Cölbe seien: „Das haben wir mühevoll selbst recherchiert.“ Man habe mit Flüchtlingen gesprochen, diese seien sehr zufrieden gewesen, es gehe ihnen so gut wie lange nicht. Irgendwann kam heraus, dass, wenn sie etwas störe, es daran liege, dass es „zu viele Papiere“ gebe. Dem hätten die Deutschen allerdings auch zugestimmt.

Ein weiteres Thema war der Kindergartenbus. Der Vertrag sei bis Ende März 2016 verlängert worden, berichtete Otto, bis dahin wolle der Bürgermeister ein Konzept für einen Bürgerbus, wie er in einigen Kommunen im Kreis existiert, vorstellen. Dieser solle eventuell auch Senioren zum Einkaufen oder Seniorencafé fahren. Seit drei Monaten müssten Eltern pro Kind und Monat 30 Euro zahlen.

Palz erläuterte, dass der Regionale Verkehrsverbund derzeit 8200 Euro für zwei Fahrten pro Tag im Jahr verlange, das sei „richtig viel Geld“. Es habe bereits ein Konzept für einen Bürgerbus wie in Weimar gegeben, doch dann habe es mit der Finanzierung durch den Kreis nicht geklappt. „Der Fallsachbearbeiter vom Kreis darf nicht in den Gemeindeausschuss kommen und das erklären, das ist eine bürgerferne Haltung des Landkreises“, kritisierte Palz.

Parksituation zwischen Lindenhof und Verwaltungshäuschen ist "leidiges Problem"

Unter dem Punkt „Verschiedenes“ wurden unter anderem einige Verkehrsprobleme angesprochen, zu denen bei der Gemeinde nachgefragt werden soll. Der Radweg und Wirtschaftsweg nach Bernsdorf sei „eine richtige Rennstrecke“ geworden, sagte Otto.

Das Verkehrsaufkommen soll, eventuell durch Einsetzen eines Pollers, eingedämmt werden. Ein „leidiges Problem“ sei auch die Parksituation zwischen Lindenhof und Verwaltungshäuschen, oft werde die Zufahrt zum anliegenden Hof zugeparkt, eventuell könne eine Markierung Abhilfe schaffen. Weiter sollten morgens zwischen 6.30 Uhr und 7.30 Uhr, wenn die Kinder zum Schulbus gehen, ortsauswärts im Bereich des Sportplatzes
Geschwindigkeitsmessungen erfolgen.

von Manfred Schubert

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