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Bioenergiedörfchen kommt voran

Mölln Bioenergiedörfchen kommt voran

Damit auf Flächen und unter Straßen und Wegen Möllns ab Juli das Nahwärmenetz verlegt werden kann, wurde am Samstagmittag ein Vertrag geschlossen.

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Der Vorstand der Möllner Nahwärme-Genossenschaft (am Tisch von links) mit Silke Schnegelberger (stellvertretende Vorsitzende) und dem Vorsitzenden Edgar Pieringer unterzeichneten mit Bürgermeister Andreas Schulz und der Ersten Beigeordneten Elisabeth Newton den Gestattungsvertrag im Beisein weiterer Nahwärme-Genossen.

Quelle: Martina Becker

Mölln. Die Unterschrift unter ein „wirtschaftlich und ideologisch überzeugendes“ Projekt zu setzen, das mache Freude und bringe Aufbruchstimmung. Diese war am Samstagmittag am Bushäuschen, dem selbsternannten Wahrzeichen von Mölln, zu spüren.

32 von insgesamt 54 Haushalten wollen sich ab Oktober mit Nahwärme der Möllner Nahwärme-Genossenschaft versorgen lassen. Die Gründung dieser Genossenschaft habe sich quasi angeboten, erzählte das Genossenschaftsmitglied Wolfram Westmeier. Denn die Produktionsstätte, eine Biogas-Anlage steht schon seit acht Jahren im Dorf und liefert seine Abwärme an die Gesamtschule Ebsdorfergrund sowie das Grundbad. Die Anschaffung eines weiteren Motors habe die Möglichkeit eröffnet, auch die Möllner Haushalte mit Wärme versorgen zu können, so Westmeier.

Vier Cent Ersparnis je Kilowattstunde

Diese Aussicht hat eine Gruppe aus der Dorfgemeinschaft mobilisiert, die Gründung einer Nahwärme-Genossenschaft voranzutreiben, eine Machbarkeitstudie in Auftrag zu geben und Mitmachende zu gewinnen. Das habe auch Überzeugungsarbeit gekostet, erzählte Silke Schnegelberger, die stellvertretende Vorsitzende der Nahwärme-Genossenschaft.

Am Ende waren es deutlich über 50 Prozent der Haushalte, die sich der guten Sache angeschlossen haben. Sie dürfen in Zukunft mit einem Wärmepreis von 9 Cent pro Kilowattstunde rechnen. „Für Öl zahlt man aktuell 13 Cent“, informiert Westmeier. Das Unterschreiben des Gestattungsvertrages war die letzte notwendige Formalie vor Baubeginn des Nahwärmenetzes, der am 7. Juli erfolgen soll.

Biogasanlage liefert Großteil der Wärme

Investiert werden hier dann rund 750000 Euro, die öffentlich bezuschusst werden. Geplant ist das Netz als geschlossenes System, was eine Aufnahme weiterer Mitglieder erschwert. Theoretisch reiche die Kapazität noch für drei weitere Haushalte, sagte Westmeier. Insgesamt liefert die Biogasanlage 95 Prozent der benötigen Wärme. Die letzten fünf Prozent wird ein Stützkessel gewährleisten.

„Genosse“ wurde auch die Gemeinde. Bürgermeister Andreas Schulz lobte das Projekt und die eigenständige Umsetzung durch die Dorfgemeinschaft. 2020 will Ebsdorfergrund die erste Bioenergiegemeinde in Mittelhessen sein. Schulz betonte, dass Mölln zu diesem Vorhaben einen wichtigen Beitrag geleistet habe. Auch Ortsbeiratsmitglied Mike Hame lobte stellvertretend für den Ortsbeirat die Eigenleistung der Mitbürgerinnen und Mitbürger des weniger als 200 Seelen umfassenden Dorfes.

von Martina Becker

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