Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
„Betreuungsangebot muss wachsen“

Rundgang durch den Ort „Betreuungsangebot muss wachsen“

Eine Kinderbetreuung unter dem Dach, ein Spielplatz auf dem Dach und das „Wohndorf Lahntal“: Bei einem Rundgang durch Goßfelden erfuhren die Bürger einiges über anstehende Bauprojekte in ihrer Heimat.

Voriger Artikel
Konstanz in Reddehausen
Nächster Artikel
Auf die Ausschüsse kommt viel Arbeit zu

Bürgermeister Manfred Apell beantwortet bei einem Rundgang durch Goßfelden Fragen zur Ortsumgehung.

Quelle: Patricia Grähling

Goßfelden. An dem generationsübergreifenden Wohnprojekt „Wohnhof Lahntal“ wird seit Februar gebaut. Insgesamt zwölf Wohnungen sollen auf dem ehemaligen Festplatz in der Ortsmitte entstehen. Bei einem Dorfrundgang mit Bürgermeister Manfred Apell und Ortsvorsteher Wilfried Lies sowie einigen Bauherren und interessierten Bürgern berichtete Bernd Vohwinkel vom Baufortschritt.

Der Geschäftsführer der Baugemeinschaft Wohnhof erklärte, dass laut Bauplan vorgesehen sei, noch vor Weihnachten in die Wohnungen einzuziehen. „Aber wir glauben nicht daran, und bitte glauben Sie auch nicht daran.“
Das Haus soll energiesparend gebaut werden, dafür sorgen eine Wärmedämmung, Solarthermie und eine Holzpelletanlage.

Neben einem kleinen Häuschen für die Müllcontainer und für Fahrräder soll auf dem 3000 Quadratmeter großen Gelände ein Garten Platz finden. „Wir haben schon drei Menschen, die gerne buddeln, hier einziehen und den Garten gestalten wollen“, sagte Vohwinkel mit Blick auf die Baustelle, die noch keinen Garten erahnen lässt.

Ausbau für die Kinderkrippe ist günstiger als Neubau

Den Bürgern erklärte der Geschäftsführer, dass etwa die Hälfte der Wohnungen auch von Eigentümern bewohnt würden. Einige sind Investoren und wollen weitervermieten, andere vermieten zunächst und wollen erst in einigen Jahren selbst einziehen. Derzeit gebe es nur Anfragen von Paaren, aber Vohwinkel hoffe auch darauf, dass Familien mit Kindern einziehen wollen.

Im Anschluss erklärte Bürgermeister Apell, dass in der Nähe des Wohnprojekts eventuell eine Kinderkrippe entstehen könnte: Im Gesundheitszentrum (Foto: Grähling), direkt über der Praxis für Krankengymnastik. „Das Geschoss befindet sich noch im Rohbau“, erklärt er. Ein Ausbau würde rund 150.000 Euro kosten. Das sei um einiges günstiger, als ein Neubau. „Unser Betreuungsangebot muss wachsen“, erklärte er. Nach derzeitigem Stand könne eine komplette Krippengruppe ab August nicht betreut werden.

Spielplatz für die Kinder auf dem Dachgeschoss

Derzeit werde geprüft, ob sich der Fahrstuhl im Gebäude bis unter das Dachgeschoss erweitern lasse. Auf dem Anbau könnte dann ein Spielplatz für die Kinder entstehen. „Dann hätten wir Platz für zwei Gruppen“, sagte Apell. Eine kurzfristige Lösung müsse für die Betreuung der Kinder dennoch gefunden werden, denn die Plätze würden ab August benötigt, Baubeginn könnte jedoch frühestens im Juli sein.

Thema war auch das anstehende Grenzgangfest: Der Festplatz steht derzeit voller Anhänger und Fahrgeschäfte eines Schaustellers. Dafür bekam Apell schon viel Kritik. Er verteidigte die Entscheidung jedoch, den Festplatz – der nur alle sieben Jahre für den Grenzgang benötigt werde – für weitere Zwecke zu nutzen. „Der Schausteller kann damit leben, dass er den Festplatz freiräumen muss, wenn wir ihn brauchen – zumal er selbst meist als Festwirt dabei ist.“ Die Gemeinde arbeite daran, dem Schausteller eine Fläche zur Verfügung zu stellen, die weniger im Fokus am Ortseingang stehe.

Zum Grenzgang gibt es in Goßfelden genug Parkplätze

Parkplätze gibt es während des Grenzgangfests laut Ortsvorsteher Fries genügend. So wolle man etwa die Firma DTRW bitten, deren Flächen im Gewerbegebiet Sandhute nutzen zu können. Apell erklärte, dass auf dieser Fläche nach dem Grenzgang eine Halle zum Sortieren von Altkleidern entstehen solle. Auch berichtete er, dass die letzten Flächen im Gewerbegebiet nun verkauft wurden – an einen Spediteur aus dem Hinterland.

Natürlich ging es auch um die Ortsumgehung der B252, die derzeit entsteht und Goßfelden und Wetter miteinander verbinden soll. Der Boden ist schon abgetragen, der Straßenverlauf erkennbar. Da die Straße die Felder zerteile, verhandele die Gemeinde derzeit mit den Besitzern über den Kauf der Grundstücke, mit fast allen sei man sich laut Apell schon einig. Die Flächen an der anderen Seite der neuen Straße sollen in Zukunft als Gewerbeflächen angeboten werden.

Geschwindigkeit drosseln: Neue Blitzer für Goßfelden

Im Zusammenhang mit der Straße stellten die Bürger einige Fragen zum Thema Lärm und Verkehr. „Wir haben die Lastwagen jetzt schon praktisch im Garten fahren“, sagte ein Anwohner. Apell erklärte, er vermute, dass nur zwei Drittel des Verkehrs überhaupt den ersten Teil der neuen B 252 nutzen werde – vor allem, da der Rest noch nicht gebaut sei. „Es wird gerade Lkw-Fahrern zu stressig sein, hier entlang zu fahren.“

Das liege etwa an den Bahnübergängen. Dennoch starte die Gemeinde einen neuen Anlauf beim Verkehrsminister, um Geschwindigkeitsbegrenzungen für Goßfelden durchzubekommen – und die Installation neuer Blitzer: „Die Erziehung der Autofahrer funktioniert nur über den Geldbeutel“, sagte er.

von Patricia Grähling

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr