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Begegnungen mit Jesuskind und Elefant

Krippenausstellung Begegnungen mit Jesuskind und Elefant

Von Bolivien bis Polen, von Russland bis Oberrosphe: Mehr als 70 Krippen, Bilder und Einzelfiguren zeigen, wie die Weihnacht in der Welt gesehen wird. All dies im Ambiente einer gut 300 Jahre alten Scheune.

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Für den Oberrospher Museumsverein laden Brigitte Stuhl (von links), Gudrun Hainer und Elfriede Hahn zur Krippenausstellung in der Museumsscheune ein. Dort sind Krippen aus aller Welt zu sehen, wie dieses farbenprächtige Exemplar aus Bolivien (Foto links). Zum Programm an den ersten drei Adventswochenenden gehört auch eine Schau mit nostalgischen Spielzeugen – unter anderem ist dieser Elefant auf Rollen zu sehen (Foto unten).

Quelle: Philipp Lauer

Oberrosphe. Seit drei Wochen arbeiten Brigitte Stuhl und Elfriede Hahn für den Verein „Alter Forsthof“ in der Fachwerkscheune des Dorfmuseums Oberrosphe am Aufbau der Krippenausstellung. Stunden, die der heiligen Familie gewidmet sind, den Krippen, die aus vielen Teilen der Erde von Mitgliedern des Museumsvereins oder Bekannten aus umliegenden Ortschaften zusammengetragen wurden. „Bis zur Vorweihnachtswoche stehen sie hier, dann gehen sie zurück in die Familien, um vorm Christfest daheim aufgebaut zu werden“, erzählt Elfriede Hahn.

Krippenausstellung 2016 in Oberrosphe. Foto: Philipp Lauer

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Mit Brigitte Stuhl, die die Leitung über die Krippenausstellung übernommen hat, bildet sie ein eingespieltes Team. Die beiden Frauen bestücken die Schau seit Jahren gemeinsam. Dazu gehören auch Männer des Museumsvereins, nämlich Hans Bertram, Karl-Heinz Metz, Reinhold Pieh und Heinrich Henseling, die für reichlich Tannengrün aus dem Wald sorgen und auch sonst „alle ­Arbeiten übernommen haben, die für uns zu schwer waren“, wie Brigitte Stuhl erklärt.

Bestandteil der Krippenausstellung sind nicht nur filigrane Figuren aus Porzellan, Ton, Holz oder Wachs, sondern auch schweres Gerät. So fügen sich Maria, Josef und das Jesuskind in Oberrosphe zwischen ein ­altes Jauchefass, Leiterwagen, hölzerne Kisten oder das alte Joch, das der Ochse früher Trug, wenn er den Pflug auf dem Feld zog. „All das macht das besondere Ambiente unserer Ausstellung aus“, sagt Elfriede Hahn, „Krippenausstellungen gibt es viele, aber keine andere ist so wie unsere“. Das größte Ausstellungsstück, eine Krippe aus schlichten, rustikalen Figuren, ist erst kürzlich aus altem Birkenholz entstanden. Recycling der besonderen Art, wie Brigitte Stuhl verrät. „Es sind eigentlich nur Holzreste, aber viel zu schade zum Wegwerfen, deshalb hatte ich die Idee, dass wir eine großformatige Krippe daraus machen für unsere Ausstellung“, erklärt sie. In einer anderen Ecke der Scheune stellen die Oberrospher in einem alten Schrank die kleinsten Krippen aus. Aus Elfenbein oder Holz geschnitzt findet die heilige Familie im Format einer Walnuss ihren Platz.

Bis zum dritten Advent jedes Wochenende geöffnet

Auf einem großen Treppenabsatz positioniert ragen Krippen aus Südamerika mit ihren prächtigen Farben heraus. Ein besonders buntes Exemplar befindet sich in einer ausgehölten Kalebasse, die aus Bolivien stammt. „Die meisten dieser Stücke sind Urlaubsmitbringsel von Oberrosphern“, sagt Elfriede Hahn.

  • Das Programm: Die Krippenausstellung, die bis zum dritten Adventswochenende jeweils samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet hat, gehört auch eine Spielzeugausstellung in Haus 13, einem von mehreren Gebäuden des Dorfmuseums. Dort sind bis zu 100 Jahre alte Teddybären und viele weitere Spielzeug-Raritäten zu sehen. Die Ausstellungsstücke gehören dem Oberrospher Sammler Jochen Schäfer, der vom ­nostalgischen Stoffelefanten auf Rollen bis hin zum Miniatur-Karussell aus buntem Blech viele faszinierende Stücke aus einstigen Kinderzimmern der Republik zusammengetragen hat.

Der Besuch der Spielzeugausstellung ist im Eintrittspreis für die Krippen-Schau mit inbegriffen, ebenso der Besuch der weiteren Museumsräume. Erwachsene zahlen 2, Kinder 1 Euro.

Auf dem Hof und in den alten Stallungen gibt es an den Ad-ventswochenenden einen kleinen Weihnachtsmarkt. Handgemachte Dinge werden verkauft, Glühwein und Punsch ausgeschenkt und Würstchen für die Besucher gebraten. Außerdem versorgen die Oberrospher ihre Gäste im alten Kaufmannsladen des Museums mit hausgemachten Kuchen und Torten. Und auch einige der ausgestellten Krippen stehen zum Verkauf - bei Preisen von fünf bis mehreren hundert Euro. Für die Kinder bietet Brigitte Stuhl sonntags erzählerische Unterhaltung. Sie hat sich eine Weihnachtsgeschichte über die „Wichtelhäuser im Wollenberg“ ausgedacht, die sie den jungen Besuchern vorträgt.

von Carina Becker-Werner

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