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Befangenheitsantrag sprengt Prozess

Amtsgericht Befangenheitsantrag sprengt Prozess

Der Prozess gegen Marktleiter, die Ladendiebe erpresst haben sollen, wurde am Donnerstag nach mehreren Verhandlungstagen überraschend aufgehoben.

Marburg. Vergeblich waren die Zeugen und die Handvoll Zuhörer gekommen, die am Mittwoch die Fortsetzung des Prozesses gegen die beiden Rewe-Marktleiter aus Wetter verfolgen wollten. Direkt nach Verhandlungsbeginn hatte der Frankfurter Rechtsanwalt Julian Heiss, einer der Verteidiger der Beschuldigten, um eine Unterbrechung gebeten, um einen für den Verlauf des Prozesses wichtigen Antrag zu formulieren.

Eine Stunde später verlas Heiss seinen Antrag, in welchem er die beiden Schöffen wegen Befangenheit ablehnte. Er begründete dies damit, dass er, als er von einer Zigarettenpause kommend den Flur vor dem Gerichtssaal betrat, die Schöffen im Gespräch mit einer Rechtsanwältin sah, die das Verfahren von Anfang an als Zuhörerin verfolgte. Diese sei angestellt bei der Rewe Partner GmbH.

Im Vorübergehen habe Heiss gehört, wie einer der Schöffen die Worte „nicht gut, auch für die Rewe nicht“ geäußert habe. Daher bestehe die Gefahr, dass sich die Schöffen bereits jetzt ein Urteil über das Verfahren gebildet hätten. Die Vorsitzende Richterin Nadine Bernshausen entließ die Zeugen und beendete die Verhandlung.

Auf Nachfrage der OP bestätigte Gerichtssprecherin Marité Dilling-Friedel gestern, dass der Prozess in der Folge komplett aufgehoben sei und voraussichtlich im Herbst neu angesetzt werde. Somit entfällt natürlich auch der für den Freitag um 9.30 Uhr geplante Verhandlungstermin.

von Manfred Schubert

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