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Bald mehr Energie als verbraucht wird

Windpark Niederasphe Bald mehr Energie als verbraucht wird

Die sechs Standorte sind gesichert, die vertraglichen Vereinbarungen für alle Grundstücke liegen vor, die Umsetzbarkeit ist gegeben. Der Windpark Niederasphe soll deshalb jetzt Wirklichkeit werden.

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Die Firmen-Mitarbeiter Hans-Hermann Zacharias (von links) und Michael Meinel sowie Geschäftsführer Steffen Krug und Bürgermeister Peter Funk schauen sich auf der Karte die Standorte an.

Quelle: Götz Schaub

Münchhausen. Die kleine Gemeinde im Norden des Landkreises ist in Sachen Erneuerbare Energien still und leise zu einer vorneweg gehenden Kommune gereift. Über den Investor Krug Energie GmbH & Co. KG, der direkt Wollmar im ehemaligen Raiffeisengebäude seine Büros hat, ist es gelungen, sechs Standorte für Windkraft geordnet zu entwickeln. Sie bilden zusammen den Windpark Niederasphe, der auf dem Kamm zwischen Oberasphe, Niederasphe und Wollmar entstehen wird.

Das Gute daran ist, dass die Gemeinde auch mit im Boot sitzt, die Akzeptanz nicht zuletzt aufgrund des Beteiligungsmodells sehr hoch ist, sagt Münchhausens Bürgermeister Peter Funk. Um das Vorhaben so umsetzen zu können wie geplant, musste mit den Besitzern von insgesamt 140 Grundstücken Einvernehmen erzielt werden. Das ist geglückt. Derzeit sind auch keine Bedenken aus den Orten bekannt. Das Schallgutachten hat ergeben, dass die Werte überall weit unter den Grenzwerten liegen. Die Planungen zur Umsetzung schreiten voran, wenn auch noch ein formaler Beschluss aussteht, nämlich der  der Regionalversammlung am 30. September zum Teilregionalplan Energie Mittelhessen. Natürlich wird in Münchhausen  nicht auf gut Glück geplant, die Vorrangflächen sind schließlich schon bekannt, und entsprechende Gespräche mit dem Regierungspräsidium in Gießen wurden auch geführt.

Arbeiten beginnen voraussichtlich im ersten Quartal 2017

Wie geht es jetzt konkret weiter? Zunächst steht dann der Antrag nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz an. Wenn die Genehmigung vorliegt, können die Arbeiten richtig beginnen, wohl im Februar oder März 2017. Die Nabenhöhe der Anlagen liegt bei 166 Metern, die Rotoren haben einen Durchmesser von 136 Metern. Der Investor hat der Öffentlichkeit bei einem Info-Abend einige Visualisierungsfotos aus Sicht der umliegenden Dörfer präsentiert, denn man legt dort viel Wert auf Transparenz. Und auch beim Beteiligungsmodell ist schon alles geregelt. Der wirtschaftliche Nutzen für die Region geht von sechs Prozent vom Stromerlös pro Windrad und Jahr aus. Das sind jeweils 25.000 Euro, die sich dann noch einmal in vier Kategorien aufteilen. 25 Prozent auf die Zuwegung an die Gemeinde, 22,5 Prozent auf das Fundament und die Bebauung, 19,17 Prozent entfallen auf Baulast und Natur und 33,33 Prozent auf das sonstige Poolgebiet, das 64 Hektar umfasst. Darüber hinaus soll die Energiegenossenschaft Münchhausen beteiligt werden.

„Es ist in der Regel schwerer, Geld für eine Sache zu sammeln, die man nicht sehen und einschätzen kann. Es ist sicher einfacher, wenn die Windräder stehen und die Mitglieder der Genossenschaft sehen können, worauf sie sich einlassen wollen“, sagt Steffen Krug, Geschäftsführer von Krug Energie. Dann wird sich zeigen, wie viele Anteile die Energiegenossenschaft erwerben wird.

Gemeinde Münchhausen wird von Produktion her „energieautark“

Einer der Mitarbeiter in Wollmar ist Hans-Hermann Zacharias. Er ist auch Mitglied im Gemeindevorstand Münchausen. So sind kurze Wege zwischen Gemeinde und Investor garantiert. Aber generell steht die Tür des Büros in Wollmar immer offen. Und so kommen oft Vorstandsmitglieder der Energiegenossenschaft dort vorbei, um sich über Neuigkeiten oder aufgekommene Fragen auszutauschen, berichtet Krug. „Wenn dieses Projekt umgesetzt ist, sind wir hier in Münchhausen von der Produktion her gesehen energieautark“, sagt Bürgermeister Peter Funk. Und das nicht nur einmal, sondern gleich dreimal.

Die Krug Energie GmbH & Co. KG plante in der Gemeinde Münchhausen auch den Photovoltaikpark auf dem Gelände des ehemaligen Depots bei Oberasphe. Die Energiegenossenschaft erwarb 28 Prozent des Parks. Mehr als 110 Bürger haben sich an der Erzeugung von ökologischem Strom beteiligt.

 
Michael Meinel und Peter Funk nahmen die Standorte vom Hochbehälter Niederasphe aus in natura in Augenschein.   Foto: Götz Schaub

von Götz Schaub

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