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Axt-Attacke aus Eifersucht

Aus dem Gericht Axt-Attacke aus Eifersucht

Mit einer Spaltaxt soll ein Mann aus dem Nordkreis einen vermeintlichen „Nebenbuhler“ angegriffen haben. Der Mann ist wegen versuchten Totschlags angeklagt. Am Mittwoch beginnt der aufwendige Prozess vor dem Schwurgericht.

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Vor dem Marburger Landgericht beginnt der Prozess um einen 50-jährigen Mann aus dem Nordkreis. Er ist wegen versuchten Totschlags angeklagt.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Im April vergangenen Jahres kam es im Nordkreis zu einer gefährlichen Auseinandersetzung zwischen zwei Männern. Die vermeintliche Tatwaffe: eine große Spaltaxt.

Mit dem schweren Werkzeug ging der 50-jährige Beschuldigte auf einen „Nebenbuhler“ los, so heißt es in der ­Anklageschrift. Der vermeintliche Täter versuchte, den anderen mit der Axt zu töten. Es blieb bei dem Versuch. Das Opfer erlitt bei der Auseinandersetzung Schürfwunden und Prellungen. „Hintergrund der angeklagten Tat soll Eifersucht gewesen sein“, teilte Dr. Marcus Wilhelm, Vorsitzender Richter am Landgericht, auf Nachfrage der OP mit.

Am Tatort anwesend war ebenfalls die Freundin des angeblichen Täters. Nach der Axt-Attacke soll der Angreifer seine „um ihn besorgte ­Lebensgefährtin“ ebenfalls geschlagen haben, heißt es in der ­Anklage.

Rechtsmediziner soll Tathergang aufklären

Gewalt scheint in der Beziehung schon zuvor eine Rolle­ gespielt zu haben: Bereits im Februar und März 2016 soll der Angeklagte seine Freundin körperlich misshandelt haben. Er steht daher neben versuchten Totschlags ebenfalls wegen vorsätzlicher Körperverletzung vor Gericht.

Auf den mutmaßlichen Täter könnte eine mehrjährige Haftstrafe zukommen, sollte­ sich seine Schuld in der Beweisaufnahme herausstellen. Nach Paragraf 212 des Strafgesetzbuches wird Totschlag mit einer Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren geahndet. Der Versuch eines Verbrechens ist ebenfalls immer strafbar. „Das Strafmaß kann jedoch milder ausfallen als für die vollendete­ Tat“, so Dr. Marcus Wilhelm. Im Falle einer Milderung reduziert sich die Mindeststrafe oft auf zwei Jahre. Es kommt auf die Strafzumessung des Gerichts an.

Der Prozess um den Mann aus dem Nordkreis ist bisher mit acht Verhandlungstagen angesetzt. Zur Aufklärung des Sachverhaltes werden 14 Zeugen angehört. Die Hauptverhandlung wird von zwei Sachverständigen begleitet: Ein Rechtsmediziner soll von den Verletzungen des vermeintlichen Opfers auf den Tathergang schließen. Daneben beurteilt ein psychiatrischer Gutachter die Schuldfähigkeit des Angeklagten.

  • Der Prozess vor dem Schwurgericht unter Vorsitz von Landgerichtspräsident Dr. Frank Oehm beginnt Mittwoch, 18. Januar, um neun Uhr im Saal 101 (Schwurgerichtssaal) des Landgerichts in Marburg.

von Ina Tannert

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Der Anklagte mit seinem Rechtsanwalt Sascha Marks. Foto: Thorsten Richter

„Keine tragfähigen Feststellungen“ für die angebliche Axt-Attacke des Angeklagten fand das Schwurgericht am letzten Prozesstag gegen einen Mann aus dem Nordkreis.

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