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Auto bleibt weiterhin beschlagnahmt

Im Visier der griechischen Justiz Auto bleibt weiterhin beschlagnahmt

Nach dem gegenwärtigen Stand der Dinge soll der Siebensitzer der Gemeinde Cölbe bis zur noch nicht terminierten Hauptverhandlung in Griechenland verbleiben.

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Die Gemeinde Cölbe erhielt einen überraschenden Brief aus Griechenland: eine Anklageschrift – auf Griechisch.

Quelle: Archiv

Cölbe. Es ist eine Geschichte, die sich hinzieht. Sehr zum Leidwesen der Frau, die sich Ende vergangenen Jahres von der Gemeinde Cölbe einen Siebensitzer ausgeliehen hatte, um damit Hilfsgüter für Flüchtlinge nach Griechenland zu bringen. Ihr wird vorgeworfen, in Griechenland verbotenerweise nicht registrierte Flüchtlinge in diesem Auto transportiert zu haben. Eine Straftat, auf die sogar eine mehrjährige Gefängnisstrafe steht. Der Vorwurf des Schleppertums wurde wieder fallen gelassen, die Frau durfte nach Hinterlegung einer Kaution das Land verlassen (die OP berichtete).

Damit ist die Geschichte aber noch nicht zu Ende. Denn das Auto der Gemeinde Cölbe verblieb bei den griechischen Behörden in Alexandroupoli. Die Frage nach dem Warum konnte bisher nie wirklich geklärt werden. Jetzt hat die Frau jedenfalls die Information über ihre Anwältin erhalten, dass die Gemeinde Cölbe wegen einer „geringfügigen Beihilfe“, durch das Stellen des Fahrzeugs, auch mit angeklagt ist. Und so soll das Auto bis zur Eröffnung der Hauptverhandlung in Griechenland bleiben.

Gemeinde Cölbe soll mit angeklagt werden

Die Hoffnung der Frau, dass über ihre Anwältin in Griechenland Bewegung in die Sache kommt, erhielt justament einen Dämpfer. Aufgrund der vielen Streiks sind sehr viele Fälle aufgelaufen, die nach Wichtigkeit vor Ort abgearbeitet werden. Und nun ist dort ganz aktuell ein Drogenring ausgehoben worden. Die Bearbeitung dieses Falles habe jetzt absoluten Vorrang. Die Frau sagt, dass sie darauf setzt, dass die Kammer, die sich ihres Falles annimmt, die Anklagepunkte bearbeitet und den derzeitigen Beschluss der Staatsanwaltschaft, den Wagen nicht freizugeben, verändert.

Dass ihr Fall jetzt zeitlich wieder nach hinten fällt, belastet sie sehr. Derzeit steht sie auch mit der Gemeinde Cölbe im Gespräch, ob sie den in Griechenland stehenden Wagen von der Gemeinde erwirbt. Doch da steht eine Summe von mehr als 20.000 Euro im Raum. „Wir haben der Frau diesen Vorschlag gemacht. Es liegt nun an ihr. Für uns als Gemeinde wäre das natürlich die einfachste Lösung“, sagt Cölbes Bürgermeister Volker Carle. Völlig überrascht ist er von der Nachricht, dass auch er als verantwortlicher Bürgermeister beziehungsweise die Gemeinde angeklagt werden soll.

Schreiben auf Griechisch wird derzeit übersetzt

„Das Schreiben auf Griechisch haben wir vor wenigen Tagen erhalten, aber noch keine Übersetzung dazu. Ich kann noch nicht genau sagen, was uns oder mir vorgeworfen wird.“ Die Deutsche Botschaft in Athen ist in Kenntnis gesetzt, doch sind ihr auch die Hände gebunden. „Wie in Deutschland gibt es auch in Griechenland die Gewaltenteilung. Die Justiz arbeitet selbstständig, ein politisches oder auch diplomatisches Einwirken ist da nicht möglich.“

Hingegen hat die Gemeinde Cölbe über einen Kooperationspartner die Möglichkeit, für eine Kostenbeteiligung von 4.000 Euro im Jahr einen neuen Bus zu nutzen, etwa für die Jugendarbeit, aber auch für Vereine und die Kommune selbst.

von Götz Schaub

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Hinfahren, auslösen, heimbringen. Klingt gut, einfach und machbar. Aber so läuft das nicht mit dem seit mehr als einem Jahr in Griechenland beschlagnahmten Auto der Gemeinde Cölbe.

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