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Ausschuss befürwortet den Windpark

Lahntal Ausschuss befürwortet den Windpark

Der Haupt- und Finanzausschuss der Gemeinde Lahntal hat sich einstimmig für einen Beitritt der Gemeinde zur Kommanditgesellschaft „Gemeinschaftswindpark Wollenberg GmbH und Co KG“ ausgesprochen.

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Der Haupt- und Finanzausschuss des Lahntaler Parlaments stimmt für eine Beteiligung der Gemeinde am geplanten Windpark Wollenberg. Das Bild zeigt Windräder in Ernsthausen.Archivfoto

Sterzhausen. Bürgermeister Manfred Apell (SPD) stellte dem Ausschuss den Businessplan vor. Sechs Großwindräder mit einer Nabenhöhe von 141 Metern will die Kommanditgesellschaft, der neben den Stadtwerken Marburg die Gemeinden Cölbe, Lahntal und Wetter sowie eine noch zu gründende Bürgergenossenschaft angehören sollen, auf dem Wollenberg an der Gemeindegrenze zwischen Wetter und Lahntal errichten.

Apell bezifferte das Investitionsvolumen auf insgesamt 24 Millionen Euro, wovon die Gesellschafter sechs Millionen Euro als Einlage einbringen müssen. Entsprechend den 20 Prozent Geschäftsanteilen Lahntals habe die Gemeinde also 1,2 Millionen Euro aufzubringen. Davon soll noch in diesem Jahr die Mindesteinlage von 1000 Euro fließen, 2014 würden dann 1999000 Euro eingezahlt - wenn die Kommunalaufsicht zustimmt, wie Apell betonte.

Die Erträge müssten mit den Krediten gegengerechnet werden, die nach 16 Jahren getilgt und abgeschrieben sein sollten, erklärte Apell. Wenn die Anlage in 15 Jahren abgeschrieben sei, werde der Cash Flow bei rund zwei Millionen Euro liegen. 20 Prozent entfielen auf die Gemeinde. Bis dahin steige der Ertrag mit dem Sinken der Abschreibung und der Zinslast, die sich für die Gemeinde auf insgesamt 192000 Euro belaufe.

Apell nannte auch einige Kostenpunkte aus dem Businessplan. So werde die Genehmigung des Regierungspräsidiums 250000 Euro, der Netzanschluss 50000 Euro. Der Wegebau werde mit den erforderlichen Ausgleichsmaßnahmen auf 265000 Euro veranschlagt, die Errichtung der sechs Anlagen einschließlich Fundament auf 22,3 Millionen. Die Gemeinde riskiere nur ihre Einlage von 1,2 Millionen Euro, sagte Apell. „Das ist das Risiko, und darüber müssen sich die Gemeindevertreter bei der Entscheidung klar sein. Es kann immer schief gehen, aus welchen Gründen auch immer“, betonte er.

Das Windgutachten liege inzwischen vor, könne aber aus rechtlichen Gründen nur von den Gemeindevertretern eingesehen werden, berichtete der Bürgermeister weiter. Bürger könnten den Ordner nur beim Regierungspräsidium einsehen.

Kritisch äußerte sich nur ein einzelner Bürger, der zu der Sitzung gekommen war. Er kritisierte, dass 2300 Vollaststunden zu günstig gerechnet seien und verwies auf eine bundesweite Studie des Fraunhofer-Instituts.

Dem hielt Thomas Brandherm von den Stadtwerken entgegen, in diesem Gutachten seien auch die veralteten Anlagen und sogar stillstehenden Windräder eingerechnet. Apell betonte, die Ertragserwartungen seien eher konservativ gerechnet. Zudem hätten auch die finanzierenden Banken den Wirtschaftsplan geprüft, da sie einen Teil des Risikos mittrügen.

Zudem betonte Brandherm, Hessen-Forst habe großes Interesse daran, windhöffige und genehmigungsfähige Flächen zu vermarkten und: „Wir konnten diese Fläche für die Region sichern.“ Wenn sich die Kommunen nicht engagieren, stünden andere bereit, um diese Flächen zu bebauen. So wie in Todenhausen, wo eine Firma gegen den Planungswunsch der Stadt Wetter einen Windpark errichten wolle. Die Ausschussmitglieder stimmten dem Beitritt der Gemeinde zur Kommanditgesellschaft einstimmig zu, wobei eine Mitarbeiterin der Stadtwerke nicht mit abstimmte. Die Gemeindevertretung hat den Beschluss am Donnerstag auf der Tagesordnung.

von Martina Koelschtzky

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