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Ausschüsse senden positives Signal

Windpark Wollenberg Ausschüsse senden positives Signal

Der Bauausschuss und der Hauptausschuss der Stadt Wetter sind nach dem Stand der Dinge vom Vorhaben, Windenergieanlagen im Wollenberg zu installieren, überzeugt.

Wetter. Es ist noch nichts entschieden. Denn die Voraussetzungen zur Umsetzung des Windenergieparks im Wollenberg zwischen Wetter und Lahntal werden noch vom Regierungspräsidium Gießen geprüft. Fallen diese positiv aus, will die Stadt Wetter mit ihren Stadtwerken bereit sein, an dem Projekt teilzuhaben. Dazu werden jetzt die notwendigen Schritte eingeleitet. Das heißt, das Parlament soll in seiner nächsten Sitzung am Dienstag, 18. Juni, beschließen, dass die Stadtwerke Wetter sich mit 20 Prozent an der noch zu gründenden „Gemeinschaftswindpark Wollenberg GmbH&Co.KG“ beteiligen.

Des Weiteren soll der Magistrat beauftragt werden, dafür die Zustimmung der Kommunalaufsicht einzuholen. Ebenfalls soll der Magistrat damit beauftragt werden, die Gründung einer Bürgergenossenschaft „Windpark Wollenberg“ zu initiieren.

Einer Beteiligung der Gemeinde Cölbe an der noch zu gründenden „Gemeinschaftswindpark Wollenberg GmbH&Co.KG“ steht Wetter positiv gegenüber. Diese vier Beschlusspunkte wurden am Donnerstagabend von allen Ausschussmitgliedern getragen, nur die Vertreter der Fraktion Die Linke blieben etwas skeptisch, einer enthielt sich, einer stimmte dagegen.

Wie eingangs erwähnt, dienen die vier Beschlussvorschläge nur dazu, dass alles sofort vorangetrieben werden kann, wenn das Projekt im Wollenberg tatsächlich genehmigt wird. „Aktuell befinden wir uns im Antragsverfahren zur BimschG-Genehmigung“ (siehe Hintergrund), informierte Wetters Bürgermeister Kai-Uwe Spanka die Ausschuss-Mitglieder sowie weitere Gäste der Sitzung. Dann stellte er heraus: „Die BimschG-Genehmigung ist der Schlüssel für den Startschuss. Wenn wir diese Genehmigung nicht erhalten können, müssen wir die Notbremse ziehen. Wenn wir die Wirtschaftlichkeit nicht darstellen können, müssen wir aufhören.“

Stadtwerke Marburg tragen alleine das Antragsrisiko

Sicher werde die eine oder andere Vorarbeit Geld kosten, aber alleiniger Risikoträger seien immer noch die Stadtwerke Marburg, die dieses Projekt mit der Stadt Wetter und den Gemeinden Lahntal und Cölbe sowie einer Bürgergenossenschaft Wirklichkeit werden lassen möchten. Thomas Brandherm von den Stadtwerken Marburg stand für Fragen der Ausschussmitglieder und Bürger zur Verfügung. Er machte deutlich, dass alle Planungen und vorbereitenden Arbeiten aufeinander abgestimmt seien. Dann sagte er: „Es wird nicht passieren, dass wir eine Anlage auf den Hof gelegt bekommen, die wir dann gar nicht aufstellen können.“ Auch stellte Brandherm heraus, dass die Stadtwerke Marburg das „volle Antragsrisiko“ tragen. Was die Wirtschaftlichkeit angeht, zeigte er sich sehr zuversichtlich. Mittlerweile habe man mehrere Bezugspunkte und die Ergebnisse von vier Gutachten vorliegen. Spanka konnte so auch das Gerücht ausräumen, dass die Stadt Wetter irgendwelche Bürgschaften übernehmen müsse. „Man muss sich doch auch einmal überlegen, dass es völlig unmöglich wäre, eine Bank zu finden, die unser Projekt finanziert, wenn die Daten nicht sicher wären. Wenn unsere heimischen Banken die Finanzierung selbst darstellen, ist das doch eine Aussage“, meinte Spanka. Immerhin handelt es sich bei dem Projekt um eine Investitionssumme in Höhe von 24 Millionen Euro für den Bau von sechs Windkraftanlagen. Der Windertrag sei zudem sehr konservativ, sprich vorsichtig, gerechnet worden, versicherte Brandherm mehrfach auf Nachfragen. Das bedeute, dass man durchaus auch bei schlechteren Ertragsjahren nicht in finanzielle Turbulenzen komme.

„So wie wir jetzt vorgehen, führen wir alles zu einem Stichtag zusammen und können dann im Zeitplan agieren“, so Brandherm. Das sei nicht zuletzt für die Banken von Wichtigkeit. Spanka erläuterte die nächsten Schritte. „Ich gehe davon aus, dass wir nächsten Freitag die Unterlagen zum BimschG-Verfahren beim Regierungspräsidium Gießen abgeben werden. Dieses prüft dann zunächst die Vollständigkeit der Unterlagen. Ist dies festgestellt, beginnt die Frist von drei Monaten, in der das Regierungspräsidium die Unterlagen bearbeitet, um dann eine Entscheidung zu fällen.“ „Das würde dann Ende Oktober, Anfang November sein“, übernahm Brandherm, „das wäre sehr gut, weil wir dann mit den Rodungsarbeiten beginnen könnten.“ Die Anlagen sollen bis Ende 2014 in Betrieb genommen sein, um die bis dahin geltenden Zuschüsse zu erreichen. Zudem sollen bald die Verträge mit Hessen-Forst geschlossen werden, auf deren Grundstücken die Anlagen entstehen sollen.

Anteilseigner sollen zu je 20 Prozent die Kommunen Wetter und Lahntal sowie zu 35 Prozent die Stadtwerke Marburg werden. Fünf bis zehn Prozent könnte die Gemeinde Cölbe erhalten, sowie ebenfalls fünf bis zehn Prozent eine noch zu gründende Bürgergenossenschaft.

von Götz Schaub

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