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Aus drei mach eins: Kita-Neubau beschlossen

Wetter Aus drei mach eins: Kita-Neubau beschlossen

Die Grundsatzentscheidung ist gefallen: Die Stadt Wetter setzt auf den Neubau einer dreigruppigen Kindertagesstätte in Unterrosphe, dafür sollen die Kita-Standorte Mellnau und Oberrosphe aufgegeben werden.

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Auch nach der Landratswahl voll unter Strom: Wetters Bürgermeister Kai-Uwe Spanka griff im Stadtparlament den CDU-Abgeordneten Volker Drothler heftig an.Foto: Nadine Weigel

Quelle: Nadine Weigel

Warzenbach. Die Stadtverordneten folgten damit am Dienstagabend in ihrer Sitzung in Warzenbach dem Vorschlag der Kindergartenkommission, der in den vergangenen Wochen in mehreren Ausschusssitzungen beraten und letztlich trotz Vorbehalte vor allem aus Mellnau befürwortet worden war.

Am Dienstag stimmte nur der Grünen-Abgeordnete Matthias Matzen gegen den Antrag, alle anderen Abgeordneten sagten Ja. Das Votum des Parlaments ist zunächst eine grundsätzliche Entscheidung, dort zu bauen. Nun muss ein Konzept mit genauen Angaben zur Bauausführung, der Ausstattung, dem Raumkonzept, der geplanten Kosten und der Förderungshöhe im Rahmen der Dorferneuerung vorgelegt werden, über das die Stadtverordneten dann erneut abstimmen werden.

In den Augen des Mellnauers Matthias Matzen, der eine persönliche Erklärung zu seinem Nein abgab, war dieser Schritt nicht notwendig. Es gebe genug Argumente, die drei kleinen Kita-Standorte zu erhalten, großes Einsparpotenzial sah er durch die Zusammenlegung der Gruppen an einem Ort nicht, zudem würden die Schulstandorte Mellnau und Oberrosphe geschwächt, weil die Mitmieter der Gebäude nun wegfielen und dem Kreis die Gebäude dann möglicherweise zu teuer würden.

Im Parlament stand er mit seiner Meinung allerdings allein, auch die Anwesenheit vieler betroffener Eltern aus den östlichen Stadtteilen änderte nichts an der breiten Zustimmung zur Empfehlung der Kommission „Kindertagesstätten“, in der Bürgermeister Kai-Uwe Spanka (parteilos), Vertreter der im Parlament vertretenen Parteien, die Ortsvorsteher, Kindergartenleiterinnen und Elternvertreter mitgearbeitet hatten.

Auch in den Redebeiträgen waren sich Nicklas Zielen (CDU), Martin Krieger (Linke), Klaus Gerber (Grüne) und Stefan Ronzheimer (FDP) mit dem Bürgermeister darüber einig, das ein Neubau an einem Ort vor allem Chancen und Vorteile biete - vor allem ließen sich modernste pädagogische Konzepte in großzügigeren Räumen dort verwirklichen. Natürlich falle es schwer, Liebgewonnenes oder Gewohntes aufzugeben, dennoch habe die Lösung sowohl wirtschaftlich für die Stadt als auch qualitativ für die Kinder deutlich mehr Vor- als Nachteile.

Ein brüchiger Friede

Alles sachlich und einvernehmlich also im Parlament? Fast. Wie brüchig der zuletzt zwischen Bürgermeister und Stadtverordneten gepflegte sachliche Stil ist, zeigte sich auch an diesem Abend, vor den etwa 30 Besuchern der Sitzung. Der neue CDU-Fraktionschef Nicklas Zielen war in seinem Redebeitrag auch auf die diversen inzwischen verworfenen Kitaplanungen eingegangen und hatte dabei unter anderem die Leistung des Parlaments und der CDU herausgestellt, das Projekt „Ankauf und Sanierung des ehemaligen Raiffeisengebäudes in Oberrosphe“ verhindert zu haben, wogegen der Bürgermeister letztlich erfolglos Widerspruch eingelegt hatte.

Nachdem Spanka diese Chronologie der Kita-Diskussion in seiner Entgegnung anders darstellte und Kritik zurückwies, ergriff Zielens Vorgänger als Fraktionschef, Volker Drothler, das Wort und verteidigte die Rede seines Parteifreundes als korrekte Darstellung und wertete die ausdrückliche Zustimmung Spankas zu den Neubau-Plänen in Unterrosphe als Distanzierung von seinem damaligen Widerspruch wegen des Standorts Oberrosphe.

Der Bürgermeister ergriff erneut das Wort, verließ dabei aber deutlich die sachliche Ebene. An Drothler gewandt sagte Spanka: „Da sieht man, was Sie für ein verbitterter Mensch sind“ und „Ihnen fehlt das Gespür, was die Menschen wollen“. Stadtverordnetenvorsteher Nils Jansen (SPD) ließ den Disput unkommentiert laufen, merkte aber am Ende der Sitzung an, er habe dies bewusst getan, damit die Besucher auch mal mitbekämen, „was man sich hier manchmal anhören muss“. Den Hinweis Spankas, er habe sich nur zur Wehr gesetzt, weil er selbst angegriffen worden sei, ließ Drothler nicht gelten. Er bedaure den Verlauf der Diskussion, aber er habe keine Angriffe gefahren, sondern Tatsachen aufgezählt, die er belegen könne.

von Michael Agricola

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