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Augenklicke für ungewöhnliche Blicke

Ausstellung in Wetter Augenklicke für ungewöhnliche Blicke

„Augen-Klicke“ - unter dem Motto steht die Fotoausstellung des jungen Fotografen Henrik Isenberg, die seit Sonntag in der ehemaligen Synagoge in Wetter zu sehen ist.

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Henrik Isenberg (rechts) führte durch seine Ausstellung und erklärte die Motive und wie die Fotos entstanden sind.
Fotos: Klein, Isenberg

Wetter. Bis zum 21. September, jeweils samstags und sonntags zwischen 16 und 19 Uhr, können die Bilder besichtigt und gekauft werden. Den gesamten Reinerlös wird Isenberg an die Kinderkrebshilfe Marburg spenden.

„Ich bin stolz, hier in der Synagoge meine Bilder ausstellen zu dürfen. Und sehr froh, dass sich die harte Arbeit der vergangenen zwei Wochen gelohnt hat, es ist eine tolle Ausstellung geworden“, sagte Isenberg auf der Vernissage am Sonntag.

Rumprobieren, Neues ausprobieren, zu Altem zurückkehren, etwas anders machen und vor allem „anders sehen“, das ist Isenbergs Strategie. Und sie geht auf: Auf rund 30 Werken zeigt der 23-Jährige seinem Publikum sein Können in der Fotografie und digitalen Bildbearbeitung.

„Viele meiner besten Fotos sind spontan entstanden. Die kann ich nicht planen, ich verlasse mich da auf mein Bauchgefühl. Ich fotografiere in mehreren Einstellungen und schaue hinterher am Computer, was sich draus machen lässt“, so Isenberg.

Entstanden sind atemberaubende Landschafts- und Gebäudeaufnahmen meist in und um Marburg, wie eine durch die Wolken brechende Sonne kurz nach einem Unwetter oder der Blick über die Lahn in Weidenhausen auf „Klein-Venedig“, die Häuser „Am Grün“. Menschen in Aktion fotografiert Isenberg mit viel Aufwand und Einfallsreichtum.

Sein preisgekröntes Werk „Against the colours“, bei dem er sein Model mit Mehl bewerfen ließ und am Computer in ein Farbspektakel tauchte, wird Isenberg vom 16. bis 21. September zusätzlich sogar auf der internationalen Fotomesse „photokina“ in Köln auf dem Pro-Photo-Stand ausstellen.

Sichtlich stolz führte Isenberg seine Gäste während der Ausstellungseröffnung durch die zwei Stockwerke der 2004 renovierten ehemaligen Synagoge, und erzählte den Gästen die Geschichten und Techniken hinter seinen Bildern. Den Blick fürs Detail, zwei Menschen, die auf einer Parkbank sitzen und sich unterhalten, oder der Blick durch die Weidenhäuser Straße, die blauen Tonnen aufgereiht zur Abholung, beherrscht Isenberg dabei genauso wie den Weitblick über Marburg an einem kalten Wintermorgen.

Fotomontagen gehören für ihn dazu wie das Fotografieren selbst: die Elisabethkirche, dargestellt aus vielen einzelnen Bildern (Panografie), oder „The Circle of Life“, eine Zusammenstellung aus über 40 Einzeltexturen - beide Bilder wurden in Kleinstarbeit am Computer zu einem Gesamtwerk zusammengebaut. Entstanden sind die meisten Fotografien erst dieses und vergangenes Jahr, seit Beginn seiner Ausbildung zum Architektur- und Industriefotografen am deutschen Dokumentationszentrum für Kunst- und Kulturgeschichte an der Philipps-Universität.

Aber auch persönliche Lieblinge aus früheren Jahren sind dabei, denn mit der Fotografie beschäftigt sich Isenberg schon seit seinem 14. Lebensjahr.

von Lisa-Martina Klein

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