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Augen auf beim Modellkauf

Bastel-Hobby Augen auf beim Modellkauf

Ob Modellflugzeuge, Quadrocopter, Autos oder Schiffe – motorisierte Spielzeuge sind beliebte Weihnachtsgeschenke. Generell gilt bei dem Bastel-Hobby: beim Modellkauf genau hinschauen.

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Der begeisterte Modellbauer Andreas Witt vom KVFL weiß worauf es bei den rasanten kleinen Flitzern ankommt.

Quelle: Ina Tannert

Schönstadt. Gerade für den bastelfreudigen Nachwuchs ist dieses oder jenes Stück feiner Modellbaukunst ein gerne gesehenes Präsent. Doch was wenn der Filius das gute Stück voller Eifer, aber ohne entsprechendes Know-how direkt austestet – im schlimmsten Fall zerschellt das schöne Geschenk an der nächsten Wand. Das war es dann mit der Weihnachtsfreude.

Abhilfe bieten Experten der kniffeligen Modellbaukunst an. Vereine, die sich mit dem Thema beschäftigen, gibt es so einige, darunter etwa die Modellflugsportabteilung des Kurhessischen Vereins für Luftfahrt (KVFL). „Das Allerwichtigste ist sich in einem Fachgeschäft beraten zu lassen“, rät Pilot Andreas Witt allen Eltern, die über den Kauf eines Modellstücks wie eines der kleinen Fluggeräte nachdenken.

Beim Kauf gut beraten lassen

Im Gegensatz zu spezialisierten Geschäften bietet ein üblicher Spielwarenladen zwar ebenfalls Modelle an, jedoch von häufig billigerer Machart sowie kaum bis gar keine Fachberatung. „Dort wird nur verkauft“, sagt der Modellbaufan. Weiteres großes Manko: für die quasi als „Einmal-Modelle“ produzierten Mini-Flieger gibt es keine Ersatzteile. Einmal ein Stück abgebrochen und das Flugvergnügen ist vorbei. „Bricht eine Achse kann es nicht mehr fahren oder fliegen und wird zum Wegwerfartikel.“

Ein gewisses technisches Verständnis ist bei allen beweglichen, fahrenden oder eben fliegenden Modellen Voraussetzung. Wer Bauart, Steuerung, die Funktion der Fernsteuerung und grundlegende physikalische Gesetze nicht versteht, „der lässt das Modell gerade so weit fliegen, wie er es werfen kann“, sagt Witt.

Der Markt bietet die verschiedensten Flieger-Modelle: von gleitenden Segelfliegern über elektrisch betriebene Motorflugzeuge in allen Größen bis hin zu Hubschraubern, Quadrocoptern oder Drohnen. Letztere, mit einer integrierten Kamera versehene Fluggeräte, erfreuen sich derzeit großer Beliebtheit. Hierbei gilt es jedoch zu beachten, dass Drohnen eine Aufstiegsgenehmigung benötigen und man nicht immer und überall Fotos oder Videos aufnehmen darf. „Drohnen können daher nur bedingt eingesetzt werden“, erklärt KVFL-Vereinsvorstandsmitglied Werner Hoffarth.

Haftpflichtversicherung ab 25 Kilogramm

Generell darf Modellflug nicht rund um einen Flugplatz und nicht näher als eineinhalb Kilometer an bebautem Gebiet ausgeübt werden. Ab einer bestimmten Größe ist zudem eine Haftpflichtversicherung vorgeschrieben, ab mehr als 25 Kilogramm Abfluggewicht benötigt man eine offizielle Aufstiegserlaubnis.

Die rasanten kleinen Flitzer gibt es dabei in allen möglichen Formen, Farben, Bauweisen und Gewichtsklassen. Von Leichtbauten von nur 40 Gramm bis zu mehreren Kilogramm aufwärts, ist alles vertreten. Ein wichtiger Tipp: auf das richtige Material zum richtigen Wetter achten.

Während sich Modelle aus kälteunempfindlichem Leichtholz oder Hartschaum für fast jedes Wetter eignen, sind Fluggeräte aus Kohlefaser eher für milde Temperaturen gemacht. Für kleinere Kinder eignen sich daneben einfache Modelle aus leicht zu reparierendem, nicht splitterndem Elapor-Schaumstoff, die entweder geworfen oder per Gummiband in die Luft geschossen werden.

Von 100 Euro bis zu fünfstelligen Summen

Den Kosten für ein qualitativ hochwertiges Modell sind kaum Grenzen gesetzt, angefangen bei wenigen hundert Euro aufwärts bis zu hohen fünfstelligen Summen ist alles möglich. Ab 150 Euro Komplettpreis für Flugmodell, Fernbedienung und Zubehör kann der Flug-Anfänger bereits gute Qualität erwerben, darunter sollten die Käufer jedoch aufhorchen, am besten die Finger von minderer Qualität lassen, rät der Verein.

Auch sollte man vor dem Kauf überlegen, ob das gute Stück als bloßes, schnelles Spielzeug, als Bastel-Trophäe für die Vitrine oder vielleicht doch als Start in ein langfristiges Hobby gedacht ist. „Es gibt eine große Faszination für das Modellfliegen, einmal Feuer gefangen macht man es sein Leben lang“, so Witt.

Einführungskurse vor dem ersten Flug

Auf eines sollte jeder Modell-Amateur achten: „Man kann so ein Teil nicht bauen und dann gleich los fliegen – sonst ist der erste Flug auch der Letzte.“ Schade um den Aufwand, das Geld und die Weihnachtsfreude. Auf ihrem eigenen Modell-Flugplatz bei Schröck bietet der Verein einen ausgiebigen Einführungskurs, Lehrer-Schüler-Flüge und Beratung in allen Fragen rund um das Modellfliegen an. Geeignet ist der professionellere Modellflug für Kinder ab etwa zwölf Jahren, bei einfacheren Modellen auch etwas früher. „Es macht Riesenspaß, und der Umgang mit den Modellen schult die Motorik und Koordination der Kinder“, erklärte Witt. Wichtig dabei ist ein qualitativ hochwertiges Modell, sonst ist die Lust an dem rasanten Hobby ebenso schnell gebrochen.

Das gilt für den gesamten Modellbau. Im Landreis haben sich mehrere Vereine einen eigenen Schwerpunkt für das Hobby gesetzt. Weitere Modellflugplätze und Vereine sind etwa in Wetter, Neustadt, Kirchhain, Battenberg oder Mornshausen zu finden. Dem Schwerpunkt Mini-Car widmet sich unter anderem der Automodell-Rennsport-Verein in Kirchhain. Weitere Informationen gibt es unter: modellflug-marburg.de.

 
Hintergrund
Die Modellflugsportgruppe des Vereins besteht seit Anfang der 60er Jahre. Seit 1974 nutzt die Abteilung ein zu einem Modellflugplatz umgestaltetes Gelände zwischen Schröck und Großseelheim, das für Flugmodelle bis zu 25 Kilogramm Startgewicht zugelassen ist. Die rund 60 aktiven Mitglieder beschäftigen sich intensiv mit der technischen und handwerklichen Seite ihres Hobbys, einer breiten Palette verschiedenster Modellflugzeuge und treffen sich an den Wochenenden und Feiertagen zum Fliegen. Regelmäßig veranstaltet der Verein Modellflugvorführungen und Wettbewerbe. Ihre Modelle bauen die Vereinsmitglieder mit eigener Hand aus Holz, Kunststoff oder Metall. Die breite Palette reicht vom einfachen Leichtwindsegler über Kunstflieger, kleine Modelle mit Verbrennungsmotor, elektronische Hochleistungssegler bis hin zum schweren Modellhubschrauber.
 

von Ina Tannert

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