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Aufgespießter Teddybär ist "eine klare Drohung"

Polizei meldet grausigen Fund Aufgespießter Teddybär ist "eine klare Drohung"

Anschlag auf eine Flüchtlingswohnung im Landkreis: Unbekannte haben einen Teddybären vor einem Wohnhaus in Sarnau gepfählt und ihm ein Grab hergerichtet.

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Der "blutverschmierte" Teddy mit durchtrennter Kehle war auf diesen Stock "gepfählt".

Quelle: Nadine Weigel

Sarnau. Der oder die Täter haben einen weißen Teddybären am Hals aufgeschlitzt, mit roter Farbe beschmiert und auf einen Holzpfahl aufgespießt. Diesen steckten sie in einen Blumenkübel vor dem Haus. Rund um den Blumenkübel verteilten sie Blumen, die an Grabschmuck erinnerten.

In dem Haus in der Biedenkopfer Straße im Lahntaler Ortsteil Sarnau leben zwölf junge Männer, teilweise minderjährig, vorwiegend aus Syrien. Sie haben sich in Deutschland um Asyl beworben. Ein minderjähriger Bewohner, der unerkannt bleiben will, hatte das Kuscheltier am Mittwochabend gefunden: "Schön war es nicht, aber ich habe in Syrien wahrlich Schlimmeres gesehen." Ein Verwandter des Hausbesitzers verständigte daraufhin die Polizei.

„Wir wollen uns nicht auf einen fremdenfeindlichen Hintergrund versteifen und ermitteln in alle Richtungen“, sagte Polizeipressesprecher Jürgen Schlick. Um welche Straftat es sich bei dem Anschlag auf die Wohnung der Asylbewerber handelt, wollte Schlick vorerst nicht benennen. Einen fremdenfeindlichen Hintergrund schloss auch Ute Sehlbach-Schellenberg, Staatsanwältin und Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Marburg nicht aus. „Es könnte sich dabei um einen Fall von Störung des öffentlichen Friedens halten“, sagte Sehlbach-Schellenberg.

Bürgermeister Manfred Apell äußerte sich betroffen. „Das ist unterste Schublade, eine klare Drohung. Die Aktion ist auch nicht als schlechter Scherz zu verstehen und für uns als Gemeinde nicht zu billigen.“ Vor allem vor dem Hintergrund, dass diese Menschen oft traumatisiert seien, betont er.

von Philipp Lauer

Hinweise
Wer etwas beobachtet hat, kann sich unter der 06421 4060 beim Staatsschutzkommissariat der Kripo Marburg melden.
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