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Auch Unterrosphe wandelt sich zum Energiedorf

Einweihung Auch Unterrosphe wandelt sich zum Energiedorf

Knapp ein Jahr nach Inbetriebnahme ihres Nahwärmenetzes feierte die Energiegenossenschaft Unterrosphe offiziell die Einweihung ihrer Nahwärmezentrale.

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Holger Metz (links) erläutert die Funktion des Pumpenhauses mit seinem 60 Kubikmeter großen Pufferspeicher.

Quelle: Heinz-Dieter Henkel

Unterrosphe. Bei hochsommerlichen Temperaturen waren weit mehr als nur die beteiligten Genossenschaftsmitglieder und Ehrengäste zu der kleinen Feierstunde an die Energiezentrale, die inzwischen mit „Wetterhöhen 1“ eine eigene Postanschrift hat, gekommen.

Der Vorsitzende Ralf Bamberger erinnerte zu Beginn an den schwierigen Start der Energiegenossenschaft Unterrosphe, die mehrmals kurzzeitig sogar vor der Aufgabe stand. Mit den Stadtwerken Wetter und der Energieagentur Berghamer & Penzkofer an der Seite sei jedoch für jedes Problem eine Lösung gefunden worden. Und so habe man mit dem ersten Spatenstich am 3. September 2013 mit den Bauarbeiten zum Blockheizkraftwerk (BHK) und dem Pufferspeicher begonnen. Noch im Dezember des gleichen Jahrs wurde das erste Wohngebäude an das heute 4,3 Kilometer lange Rohrleitungsnetz der Nahwärme angeschlossen.

Bioenergiehof und Holzhackschnitzel liefern Energie

Unterrosphe bekommt das Biogas für sein BHK aus dem etwa 3,5 Kilometer entfernten Bioenergiehof von Stefan Lölkes geliefert, der für die Unterrospher seine Kapazität extra noch einmal erhöht hat. Neben Energie und Abwärmenutzung aus dem Blockheizkraftwerk verfügt die Genossenschaft über eine Holzhackschnitzelanlage, die eigentlich nur in den Wintermonaten zugeschaltet werden muss.

„In den Sommermonaten beträgt unsere Netztemperatur gleichbleibend 75 Grad Celsius. In den Wintermonaten fahren wir mit 82 Grad“, berichteten Holger Metz und Reinhard Fränzke bei einem Besucherrundgang durch die Anlage. Im ersten Jahr mit einem recht milden Winter habe man nicht einmal eine Leistungsgrenze erreicht. Und so sei die für den Notfall mit angeschlossene, mobile Ölheizungsanlage bisher noch nicht zum Einsatz gekommen.

In ihrer Rede zur Einweihung erinnerte Landrätin Kirsten Fründt an das Vorhaben des Landkreises, bis zum Jahre 2040 energieautark zu sein. „In Sachen erneuerbare Energien sind wir deutschlandweit bereits heute ganz weit vorne“, lobte sie die Unterrospher für ihr ökologisches Handeln.

Wetters Bürgermeister Kai-Uwe Spanka sieht den vorläufigen Abschluss der Bauarbeiten in Unterrosphe lediglich als einen „Etappensieg“ zur Energiewende vor Ort. Er freute sich über den Zusammenschluss der Energiegenossenschaften und der Stadt Wetter zu einem Einkaufsverbund, der am Markt günstigere Konditionen für den Ankauf von Holzhackschnitzeln aushandeln könne. Ganz andere Gedanken treiben derweil den Genossenschaftsvorsitzenden Ralf Bamberger um. Er würde sich freuen, die Anzahl der derzeit 73 örtlichen Abnehmer von Nahwärme noch einmal deutlich erhöhen zu können.

von Heinz-Dieter Henkel

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