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Arbeit der Wegepaten wird belohnt

Deutsches Wandersiegel Arbeit der Wegepaten wird belohnt

Die Arbeit hat sich gelohnt: In der neuen Schutzhütte Reddehausen feierten die Paten derPremium-WanderwegeEibenhardtpfad Reddehausen und Junkernpfad Schönstadt die Nachzertifizierung ihrer Wege.

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Sie feierten an der neuen Schutzhütte die erfolgreiche Nachzertifizierung ihrer Wanderwege (von links): Bürgermeister Volker Carle, Marvin Wolf, Winfried Dörbecker, Winfried Wolf, Hildegard Otto, Helmut Emmerich, Walter Zimmer, Robert Huber und Rolf Dietr

Reddehausen. Die Initiative zu den Rundwanderwegen kam aus den Orten selbst, die umfangreiche Arbeit, die Wege anzulegen und zu pflegen, wird von den örtlichen Wanderwegpaten geleistet.

Der Eibenhardtpfad mit ohnehin schon vielen Extras - wie keltischen Relikten, dem sagenumwobenen Riesenstuhl und weiten Ausblicken ins Lahntal hinunter -, wurde bei der alle drei Jahre fälligen Nachzertifizierung durch das Deutsche Wanderinstitut um drei „Erlebnispunkte“ aufgewertet und liegt jetzt mit 59 Punkten im Spitzenfeld der besten Wanderwege der Region.

Als Gründe für die Zusatzpunkte heißt es auf der Urkunde für die Reddehäuser: Die neue Hütte an der Streuobstwiese, die die Gemeinde Cölbe errichtet hat, und der besonders gepflegte Zustand des Weges.

Da haben die vier Paten, Rolf Dietrich, Wilfried Dörbecker, Helmut Emmerich und Walter Zimmer allen Grund zu feiern - schließlich hat ihre Arbeit die Zusatzpunkte verdient.

„So einen Weg zu unterhalten, ist schon richtig viel Arbeit“, meinte auch Cölbes Bürgermeister Volker Carle (parteilos). „Wir sind eine eingeschworene Truppe. Wie eine gute Ehe: Was der eine nicht kann, kann der andere“, scherzt Dietrich, und die anderen nicken.

Wegepaten ergänzen sich

Dörbecker ist Maler von Beruf, er streicht jedes Jahr die 20 Bänke, die Hinweisschilder, mindestens 30 Pfosten mit Wegmarkierungen, erzählt er. Zimmer hat einen Aufsitzmäher, mit dem sich auch hohes Gras mähen lässt, also ist das seine Aufgabe.

Drei- bis viermal im Jahr fährt er den ganzen Weg ab und hält ihn frei. Dietrich mäht die Waldwege und schneidet die Bänke und Pfosten frei, außerdem hat er ein Fahrzeug mit Vierradantrieb und einen Anhänger. „Er fährt uns und das Gerät überall hin“, sagt Dörbecker. Emmerich kommt mit der Kettensäge, einem Freischneider und hat auch ein Stromaggregat.

Und die Wanderer sind offensichtlich ebenso begeistert von dem top-gepflegten Weg: Über 600 Besucher haben Zimmer und Emmerich, die Teile des Weges von ihren Häusern aus sehen können, per zufälliger Strichliste im vergangenen Jahr gezählt. Auch viele von außerhalb, haben sie festgestellt, denn die Wegepaten fragen ja auch, ob alles recht ist, wenn sie Wanderer treffen. Holländer seien darunter oder ein Ehepaar vom Plöner See, das zum Wandern hierher gereist sei, berichtet Emmerich.

Neue Schutzhütte gefällt

Die neue Schutzhütte mit Tisch und Bänken für die Rast, mit Blick die Streuobstwiese hinunter und an klaren Tagen bis in den Vogelsberg, gefällt nicht nur den Wanderern. „Wir wollen auch so eine Hütte, Herr Bürgermeister“, sagt der Junkernpfad-Pate Winfried Wolf aus Schönstadt.

Die Schönstädter haben 48 Punkte für ihren Weg bekommen, der vielleicht weniger spektakulär ist, dafür aber durchgängig mit dem Kinderwagen befahrbar. „Und er wird gerne von Gruppen genutzt, beispielsweise von Seminaren, weil man sich auch gut unterwegs unterhalten kann“, ergänzt Wolf.

Auch er fragt die Wanderer, ob alles in Ordnung ist auf dem Weg, und sie seien immer sehr zufrieden, berichtet er. Der Weg, der vor allem auf die Initiative von Werner Huber zurückgeht, sei sehr beliebt, hat auch er festgestellt.

Auch die Schönstädter Wanderpaten, Huber und sein Sohn, Dietrich sowie Wolf mit seinen Söhnen Marvin (17) und Louis (11) sind „so eine verschworene Gemeinschaft“, sagt Wolf. „Das muss auch so sein, sonst schafft man es nicht.“

Als er in Urlaub war und Werner Huber durch einen Unfall ausfiel, sei er hinterher mit dem Mäher schon nicht mehr durchgekommen auf dem Weg, erzählt er. Aber da hat er sich von den Jagdgenossen einen großen Mäher ausgeliehen, und einen großen Traktor, und alles in Ordnung gebracht.

„Die ortsansässigen Landwirte unterstützen uns sehr“, betont auch Reddehausens Ortsvorsteherin Hildegard Otto. Und weist noch schnell auf den rollstuhlgerechten Wanderweg hin, der ebenfalls am Wanderportal des Eibenhardtpfades beginnt.

von Martina Koelschtzky

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