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Apell setzt auf Photovoltaik-Anlagen

Vier Fragen, vier Antworten Apell setzt auf Photovoltaik-Anlagen

Nur noch wenige Tage bis zur Bürgermeisterwahl in Lahntal: Manfred Apell beantwortet Fragen zur Bundesstraße 252, zu neuen Baugebieten in Sterzhausen und zur Energiewende in Lahntal.

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Manfred Apell stellt sich wieder zur Wahl als Bürgermeister.

Quelle: Jürgen Laackman

OP: Welche Chancen wollen Sie für die Gemeinde Lahntal ergreifen, wenn die Ortsumgehung B 252 in Ihrem Gemeindegebiet vollendet ist?

Manfred Apell: Erst einmal wird doch nur ein Fragment errichtet, ein paar Kilometer Straße zwischen Wetter und Goßfelden. Und diese Teilstraße lässt befürchten, dass der Verkehr sich ab dem Edeka-Markt Goßfelden durch Goßfelden wälzt und den Bürgern dort die Ruhe raubt. In dieser Zeit werden die Lasten für uns eher größer. Besonders gegen die zusätzliche Verkehrsbelastung in Goßfelden werden wir uns mit Geschwindigkeitsreduzierungen und mit Verkehrsüberwachung zu wehren haben.

Nach Fertigstellung der Ortsumgehung der B 252 und durch den Anschluss der B 62 an die B 252 beim Gewerbegebiet „Sandhute“ in Goßfelden haben wir eine sehr gute Verkehrsanbindung für Gewerbetreibende. Diese Chance will ich nicht „ergreifen“, diese Chance habe ich bereits mit der Ausweisung des neuen Gewerbegebietes „Spiegelshecke“ mit circa 9,5 Hektar ergriffen. Ich verspreche mir, dass wir hier sowohl Betriebe für eine Ansiedlung gewinnen können, die Arbeitsplätze schaffen als auch Gewerbesteuer an die Gemeinde zahlen.

OP: Sterzhausen wächst und wächst. Wie viele Baugebiete tun dem Ort noch gut?

Apell: Ich sehe die bisherige Entwicklung sehr positiv: Sterzhausen wächst, und das kommt ganz Lahntal zugute. Da die Zuweisungen des Landes sich auch an der Einwohnerzahl orientieren, profitiert ganz Lahntal von den neuen Baugebieten. Auch bedarf es des Hinweises, dass es der Gemeinde Lahntal gelungen ist, nicht nur in Sterzhausen, sondern auch in Caldern, Goßfelden, Sarnau und Kernbach viele Bauplätze zu verkaufen.

Wir konnten so Neubürgerinnen und Neubürger gewinnen und bauwillige Ortsansässige in Lahntal halten. Als Ergebnis konnte die Einwohnerzahl Lahntals gehalten und in manchen Jahren sogar Zuwachs verzeichnet werden. Dies liegt übrigens nicht nur an der Lage Lahntals im Umkreis Marburgs, sondern ist meines Erachtens darauf zurückzuführen, dass wir uns immer um den Ausbau und den Erhalt einer guten Infrastruktur (Gesundheitsversorgung, Einkaufsmöglichkeiten u.v.a.) gekümmert haben und ein sehr gutes Betreuungsangebot für Familien vorhalten. Wie viele Baugebiete Sterzhausen noch gut tun, müssen wir in Lahntal gemeinsam beantworten. Aber viele Möglichkeiten für die Ausweisung neuer Baugebiete haben wir sowieso nicht mehr.

 
OP: Welche Projekte möchten Sie gerne im Zuge der Energiewende in Lahntal umsetzen?

Apell: Derzeit prüfen wir die Möglichkeit, auf den im Teilregionalplan Energie ausgewiesenen Vorrangflächen Photovoltaik-Freiflächenanlagen zu errichten. Vier Firmen haben bereits ihre Interessen angezeigt, sich im Sinne der Gemeinde zu engagieren. Dabei prüfen wir auch kommunale und Bürgerbeteiligungsoptionen. Ich bin gespannt, ob uns das gelingt. Darüber hinaus sind unsere Möglichkeiten erst einmal sehr begrenzt. Das Projekt eines Windparks im Wollenberg ist gescheitert. Andere Vorrangflächen für eine Windenergienutzung bieten sich im Gemeindegebiet nicht an. Daher befürworte ich weitere Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern unserer Liegenschaften und verstärkte Bemühungen, den Energieverbrauch der Häuser der Gemeinde zu reduzieren.

OP: Was muss sich Ihrer Meinung nach die Gemeinde Lahntal trotz angespannter Haushaltslage in den nächsten sechs Jahren leisten, um sich positiv entwickeln zu können?

Apell: Trotz einer eigentlich immer angespannten Lage wurde sehr viel in eine gute Zukunft unserer Gemeinde investiert. Lahntal hat in all den Jahren sehr viel Geld für ein möglichst gutes Betreuungsangebot für Familien mit Ganztagsbetreuung bereits ab dem Krippenalter ausgegeben. In den vergangenen Jahren haben Goßfelden und Sterzhausen eine neue Krippe erhalten. Derzeit investieren wir erneut in eine Übergangskrippe in Sarnau und die neue zweigruppige Krippe im Obergeschoss der Alten Schule in Goßfelden. Wir wollen, dass Familien das Betreuungsangebot für ihre Kinder erhalten, das sie jeweils benötigen.
Der Ausbau der Infrastruktur Lahntals mit Begegnungscafés, guten Einkaufsmöglichkeiten und vielem mehr, kommt allen Generationen zugute. Wichtig sind für mich zusätzliche Mobilitätsangebote. Dazu gehört ein Anrufsammeltaxi in Tagesrandzeiten ebenso wie ein Anschluss an das Marburger Stadtbusnetz. Ein Erfolg von Anfang an ist der neue Bürgerbus, den wir uns geleistet haben.

Alle Generationen sollen in Lahntal ein gutes Angebot vorfinden. Die Bedingungen verändern sich ständig. Lahntal versucht jeweils rechtzeitig darauf zu reagieren. Gern auch einen Schritt vor den anderen, wie bei dem Gesundheitszentrum Alte Schule Goßfelden.

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